Mit ‘Umwelt’ getaggte Artikel

Umweltschutz statt Gold und Silber: El Salvador treibt Ausstieg aus dem Bergbau voran

Montag, 13. August 2012

Die Regierung El Salvadors legte gerade ein Gesetz zum baldigen Ende des Bergbaus vor. Der Umwelt dürfte das gefallen, den Multis weniger, schreibt Benjamin Beutler für die AG Friedensforschung.

El Salvador könnte ein Bergbau- Ausstiegsgesetz bekommen. Am Dienstag wurde Parlamentspräsident Sigfrido Reyes von der regierenden Linkspartei »Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí« (FMLN) ein Gesetzesvorhaben überreicht. Das »Sondergesetz zur Aufhebung von Verwaltungsakten für Erkundung und Ausbeutung im metallischen Bergbau« soll eine bestehende Rechtslücke schließen, hieß es zu Wochenbeginn aus dem Wirtschafts- und Umweltministerium in El Salvador. »Die Zeit der Ungewissheit, in der das Land gelebt hat, ist vorbei«, freute sich Reyes über den »genauen und klaren Rechtsrahmen«. Dieser »erlaubt in El Salvador keine Ausbeutung mineralischer Bergwerke«, räumt der Politiker Zweifel über die Folgen der Norm vom Tisch.

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Internationale Kampagne zur Rettung des Río Lempa gestartet

Donnerstag, 26. Juli 2012

Der Rio Lempa ist die Lebensader von Hoduras und El Salvador. Allerdings ist das Fluss- und Ökosystem in Gefahr: Bergbauprojekte und Energiegewinnung fordern ihren Tribut. Dagegen gibt es seit Jahren Widerstand von den Anwohnern und Umweltschützern.
Etwa hundert Delegierte von Basisorganisationen aus Guatemala, Honduras und El Salvador haben sich vom 13. bis zum 15. Juli 2012 in Santa Marta, El Salvador, zu Beratungen über den Schutz des Flusses Lempa getroffen, berichtet Portal amerika21.de.

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Zu Tode geschuftet für den Biosprit

Mittwoch, 15. Februar 2012

Zuckerrohrschneider in Mittelamerika sterben zu Tausenden an rätselhaftem Nierenversagen – Wissenschafter tippen auf zu schwere Arbeit, zu wenig Wasser und die Praktiken großer Agrarkonzerne, berichtet Sandra Weiss für den Standard.

In El Salvador ist Nierenversagen die zweithäufigste Todesursache bei Männern. In Nicaragua sterben mehr an Nierenversagen als an Aids und Diabetes zusammen. 24.000 Tote waren es in den vergangenen zehn Jahren in Nicaragua und El Salvador.

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Land­frauen for­dern Betei­li­gung an Klimalösungen

Donnerstag, 22. Dezember 2011

In El Sal­vador haben Dut­zende Land­frauen die Ein­stel­lung aller Bergbau– und Was­ser­kraft­pro­jekte ange­mahnt, die sich negativ auf ihre Dörfer und Regionen aus­wirken, berichtet  Edgardo Ayala für IPS. Dar­über hinaus for­derten sie die Regie­rung auf, sie bei der Ent­wick­lung von Lösungen der Kli­ma­pro­bleme ein­zu­be­ziehen. Die Folgen des Kli­ma­wan­dels sind gra­vie­rend und gerade im Fall El Sal­vador nur allzu deut­lich sichtbar.

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Regen, Armut und Hoffnung

Donnerstag, 03. November 2011

Im Zusammenhang mit dem landesweiten Notstand aufgrund der schweren und andauernden Regenfälle in El Salvador forderte Weihbischof Gregorio Rosa Chávez dazu auf, das Land aus drei verschiedenen Perspektiven zu betrachten: Zum einen solle ein Blick auf die Realität der unmenschlichen Armut geworfen werden, zum zweiten müsse man einen Blick auf die Antwort werfen, die das Land auf den Notstand gibt, und zum Dritten empfahl er einen Blick auf die dreifache Verwundbarkeit, welche die Gesellschaft El Salvadors kennzeichnet, wirtschaftlich, sozial und ökologisch, berichtet Blickpunkt Lateinamerika.

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Große Probleme bei der Trinkwasserversorgung

Mittwoch, 02. November 2011

Die Versorgung mit Trinkwasser ist für viele Menschen in El Salvador prekär, das Hochwasser Mitte Oktober hat die Lage weiter verschlimmert. Die Zeitung La Prensa Gráfica berichtet, dass laut Gesundheitsministerium 10.186 Brunnen zerstört oder verseucht wurden. Außerdem wurden 28.862 Latrinen zerstört, was für viele Menschen in den betroffenen Gebieten nach dem Hochwasser jetzt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bedeutet.

Ein Gesetzesantrag zum Schutz der Wasserressourcen für alle findet allerdings im Parlament keine Mehrheit, wie die Nachrichtenagentur IPS berichtet. Dieser Antrag war von etwa 100 sozialen, kirchlichen und akademischen Organisationen entworfen worden. Er liegt seit fünf Jahren im Parlament und wird dort – trotz der chronischen Wasserkrise im Land – nicht beschlossen. Carlos Flores von der Umweltschutzorganisation UNES, die federführend im sogenannten Wasserforum tätig ist beklagt den Mangel an politischen Willen. Während sich die politischen Debatten hinziehen, nähert sich das Land wegen des Klimawandels einer Situation, die Experten als Wasserstress beschreiben: Die Nachfrage nach Trinkwasser übersteigt das Angebot. Laut einer im April veröffentlichten Studie ist El Salvador in Zentralamerika das einzige Land, das an einem derartigen Mangel an Trinkwasser leidet.

Zudem kam eine Studie des Umweltministeriums vom April zu dem schockierenden Ergebnis, dass nur 2% des Flusswassers für Trinkwassergewinnung aufbereitet werden kann. Die Folgen des Hochwassers sollten jetzt zu einem Umdenken in der Nationalversammlung und zu entsprechenden gesetzlichen Wasserschutzmaßnahmen führen.

Quellen: Tim’s El Salvador Blog, IPS

Regierung zieht Bilanz über die Überschwemmungen

Mittwoch, 02. November 2011

Ende Oktober veröffentlichte Präsident Funes eine Schadensbilanz der schweren Regenfälle und  Überschwemmungen. Das Ausmaß der Schäden ist beträchtlich und wirft El Salvadors Wirtschaft zurück. Das sind die Zahlen:

  • 840 Mio. Dollar Gesamtschäden
  • eine/r von 20 Salvadorianern ist direkt betroffen
  • 300 Mio. Dollar betragen die Schäden allein in der Landwirtschaft
  • 261 Mio. Dollar Schäden an der Infrastruktur
  • 208 Mio. Schäden an Häusern, Schulen und Gesundheitszentren
  • Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich von 2,1% (der geringste Wert in Lateinamerika) auf 1,4%.

Diese Zahlen beinhalten allerdings nicht die Schäden der einzelnen betroffenen Haushalte, deren Besitz zerstört oder die Verdienstausfälle zu verkraften haben.

Umfragen der Regierung haben ergeben, dass 84% der Befragten die Katastrophenhilfe der Regierung positiv bewerten. Funes betonte einmal mehr, dass dank des Einsatzes der Helfer die Zahl der Opfer gering gehalten werden konnte. Das ist vor allem ein Verdienst des Zivilschutzministeriums, das von der Regierung Funes personalmäßig aufgestockt worden war. Es hatte 2009 – beim seiner Amtsübernahme – nur 30 Angestellte. In den Medien gab es daher auch kaum Klagen über mangelnde Unterstützung der vom Hochwasser Betroffenen.

Quelle: El Faro

UN-Generalsekretär über Ausmaß der Katastrophe in El Salvador besorgt

Freitag, 28. Oktober 2011

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte in einem Gespräch mit der Frau von Präsident Funes, Vanda Pignato, große Besorgnis über das Ausmaß der Flutkatastrophe in El Salvador. Pignato, zuständig für soziale Angelegenheiten, berichtete dem UN-Generalsekretär über die verheerenden Folgen der schweren Regenfälle für ihr Land. Fast 70% des Landes wurden vom Regen in Mitleidenschaft gezogen, 300.000 Menschen waren direkt betroffen, 1 Millionen Menschen leidet unter den indirekten Folgen wie Ernteausfällen und Schäden an der Infrastruktur. Die Schäden werden auf 1,5 Mrd. Dollar geschätzt, was in etwa 5% des Bruttosozialprodukts entspricht.

Die salvadorianische Regierung ersuchte um 15,7 Mio. Dollar Soforthilfe, um die 300.000 direkt betroffenen Menschen in den kommenden sechs Monanten versorgen zu können. Benötigt werden Notunterkünfte, Trinkwasser, Nahrungsmittel und Gesundheitsversorgung. Außerdem müssen die zwei wichtigsten Vulkane des Landes auf seismische Tätigkeit und mögliche Erdrutsche überwacht werden, da sie in der Nähe dicht bevölkerter Gebiete (San Salvador) liegen.

Evakuierungsmaßnahmen in Usulután

Evakuierungsmaßnahmen in Usulután

Quelle: UN News Centre

Regenfälle und Überschwemmungen – der menschliche Faktor

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Die schweren Regenfälle der letzten beiden Wochen haben aufgehört, jetzt bedroht Hurrikan Rina erneut mit Stürmen und Regenfällen die Karibikküste Mexikos und Zentralamerikas. Der Blogger Tim Muth analysiert den Einfluss des Klimawandels und der Armut auf die jüngsten Naturkatasstrophen in Zentralamerika.

Der globale Klimawandel:  Meteorologen sind sich einig in der Einschätzung, dass die großen Regenmengen, die über Zentralmerika niedergingen, ein Beispiel für extremere und unübliche Wetterereignisse als Folge des weltweiten Kilmawandels sind. Niederschlagsstatistiken weisen für die letzten zehn Jahre signifikant höhere Regenmengen über kurze Zeiträume aus als in den 40 Jahren davor. In El Salvador fielenim Oktober 2011 innerhalb einer Woche 1.200 mm Regen (Hurrikan Mitch brachte 1998 “nur” 860 mm im selben Zeitraum). Daher waren zeitweilig mehr als 10% des Landes überschwemmt.
Die CO2-Emissionen – vor allem der industrialisierten Länder – führen immer häufiger zu extremen Wettereignissen, die dann für die Menschen in ärmeren Regionen der Welt lebensbedrohlich sind. Eine Studie der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) listet Zentralmaerika unter den besonders betroffenen Regionen der Welt, wo der Klimawandel die öffentlichen Haushalte in den kommenen Jahren massiv belasten werde. Anlässlich des Präsidentengipfels der Staatschefs der betroffenen Länder am 25. Oktober verwies  Präsident Funes eindringlich auf diesen Zusammenhang. Er bezifferte die Schäden allein in El Salvador mit 1,5 Mrd. Dollar.

Die strukturelle Armut: Bilder und Videoclips aus El Salvador und anderen betroffenen Regionen zeigen eindeutig, dass die Armen und Ärmsten unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Die Villen und teuren Autos der Reichen stehen nicht in den schmutzigen Fluten. Es sind die Hütten der Armen, deren Bauweise aus Wellblech, Holzabfällen, Plastik und Pappe dem Regen nicht standhält. Vielfach stehen diese Hütten in besonders gefährdeten Gebieten, an Flussläufen und Abhängen, wo Überschwemmungen und Erdrutsche vorhersehbar sind. Auch in den Notunterkünften, häufig in Schulen eingerichtet, sieht man keine Angehörigen der Mittel- und Oberschicht, sondern Mütter mit Kindern, alte Menschen, die schon zu oft in ihrem Leben Katastrophen erlebt haben.

Weihbischof Rosa Chavez betonte diesen Zusammenhang, als er erklärte, dass die Regenfälle “die wirtschaftliche Verletzlichkeit, die Armut vieler unserer Landsleute” zeige, Diese lebten gefangen in einer Situation der “sozialen verletzlichkeit, die von strukturer Ungerechtigkeit und ökologischer Verletzlichkeit geprägt” sei. Schuld daran sei “die ungezügelte Ambition gegen die Schöpfung Gottes”.

Die Rolle der Wasserkraftwerke: Die Wasserkraftwerke am Oberlauf des Lempa werden immer wieder für die Flutwellen am Unterlauf und in den Küstenebenen verantwprtlich gemacht. Wenn sich das Staubecken des Kraftwerks 15 Septiembre aufgrund des Regens füllt, werden enorme Wassenmengen abgelassen, um den Druck auf die Dämme zu verringern. Allerdings kann man schwer beurteilen, wie die Situation ohne Staudämme wäre. Vor allem aber ist das Land auf die elektrische Energie aus Wasserkraft angewiesen.

Risiko-Management: Die von Überschwemmungen und Erdrutschen gefährdeten Regionen und Zonen sind bekannt, weil es dort immer wieder zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommt. Die rechtzeitige Evakuierung der Menschen aus diesen Regionen hat dieses Mal gut funktioniert, so dass trotz des Ausmaßes der Naturkatastrophe die Opferzahlen gering blieben. Es  gibt jedach zu wenige Mittel und Projekte, Menschen und ihre Ansiedlungen schon im Vorfeld zu schützen, etwa durch die Sanierung und Verstärkung der Dämme oder die Sicherung Abrutsch gefährdeter Hänge.

Allerdings gibt es auch Positives zu vermelden: Die Evakuierung und die Bereitstellung von Notunterkünften hat ziemlich reibungslos funktioniert. Auch die Verteilung von Hilfsgütern ist schnell angelaufen. Neben ärztlicher Betreuung gibt es auch psychologische Unterstützung. Die Solidarität innerhalb El Salvadors ist beeindruckend. Viele Betroffene lobten die Arbeit der Regierung, die sich von den Erfahrungen mit den ARENA-Regierungen deutlich unterscheidet. Vor allem hat die Regierung größte Transparenz bei Verteilung der eingehenen Hilfsgüter (u.a. aus Brasilien, Venezuela, Brasilien, Mexiko, Deutschland und Taiwan) versprochen, um Korruption hintanzuhalten.

Rückkehr der Evakuierten nach Zacatecoluca

Quelle: Tim’s El Salvador Blog; Video: Youtube

Präsidentschaftsgipfel berät Wiederaufbau nach den schweren Regenfällen

Dienstag, 25. Oktober 2011

Gefahr von Hungersnöten

Nach den sintflutartigen Regenfällen in Mittelamerika findet zur Bewertung der Verluste am Dienstag (25.) ein Präsidentschafts-Gipfel in El Salvador statt. In weiten Teilen von Honduras, Guatemala, Costa Rica und El Salvador ist die Ernte zerstört, den Hunderttausenden Obdachlosen droht die Gefahr von Hungersnöten.

“Es wird ein Treffen der Präsidenten oder deren Vertreter werden. Wir diskutieren den Wiederaufbau der von Regenfällen heimgesuchten Länder”, erklärte David Rivas, Sekretär für Kommunikation der salvadorianischen Regierung.

An der dreistündigen Veranstaltung am “San Salvador International Airport” werden Präsident Alvaro Colom (Guatemala), Mauricio Funes (El Salvador), Porfirio Lobo (Honduras), Laura Chinchila (Costa Rica), sowie offizielle Gesandte anderer Regierungen teilnehmen.

Quelle: Latina Press