Mit ‘Indigenas’ getaggte Artikel

UN-Sonderberichterstatter besucht El Salvadors indigene Bevölkerung

Montag, 13. August 2012

James Anaya, UN-Sonderberichterstatter für die Rechte der indigene Völker, besucht vom 13. bis zum 17. August El Salvador. Es ist dies die erste Mission eines UN-Sonderberichterstatters für indigene Rechte in El Salvador. Ziel seines Besuches sei es, so Anaya, die Wünsche und Sorgen der indigenen Völker El Salvadors aufzuzeigen, da diese von Politik und Gesellschaft nur allzuoft ignoriert oder zu wenig beachtet würden.

Vorgesehen sind Treffen mit Regierungsstellen und Vertretern der indigenen Gruppen in den Städten Sonsonate, Panchimalco, Cojutepeque und Cacaopera. Anaya wird dann einen Bericht mit den Ergebnissen seiner Mission und entsprechenden Empfehlungen erstellen, der 2013 dem UN-Menschenrechtsbeirat vorgelegt wird.

Man schätzt, dass von den 5,7 Mio. Einwohnern El Salvadors 17% den indigenen Gruppen der Lenca, Nahuat und Cacahuirá gehören. Ihre Vertreter, zusammengeschlossen im CCNIS  ( Consejo Coordinador Nacional Indígena Salvadoreño) forderten zuletzt anlässlich des Internationalen Tags der indigenen Völker am 9. August mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Regierung.

In offiziellen Statistiken wird in der Regel ein geringerer Anteil an indigener Bevölkerung ausgewiesen. Größere indigenen Gruppen leben vor allem in einigen Städten und Dörfern im Westen des Landes. Nach dem blutig niedergeschlagenen Bauernaufstand von 1932 wurden Sprache und Gebräuche der indigenen Kleinbauern vorboten und unterdrückt.

El Salvadors Indigene fordern mehr Rechte, ein Beitrag anlässlich des Tag der indigenen Völker am 9. August

Quellen: Costa Rica Star; lainformacion.com; Telesurtv

Izalco feiert internationalen Tag der indigenen Völker

Donnerstag, 04. August 2011

Die indigene Gemeinde von Izalco, einem malerisch gelegenen Ort im Westen des Landes, bereitet sich derzeit auf Veranstaltungen zum Internationalen Tag der indigenen Völker am 9. August vor. Diese werden gemeinsam vom Bürgermeister und den Verantwortlichen der indigenen Gemeinde der Stadt organisiert. Eingeladen sind neben Parlamentariern auch Vertreter der indigenen Bevölkerung aus Guatemala und Mexiko. Lange von der ARENA dominiert, hat Izalco seit 2009 einen FMLN Bürgermeister.

Feliciano Ama, 1932 hingerichtet in Izalco

Feliciano Ama, 1932 hingerichtet in Izalco

Die Abgeordneten zum salvadorianischen Parlament nehmen auch an der Enthüllung einer Gedenktafel in El llanito in der Pfarre Nuestra Señora de la Asunción teil. Dort befinden sich die sterblichen Überreste von hunderten Indigenen, die während des Bauernaufstandes unter Farabundo Martí und Feliciano Ama 1932 ermordet wurden. Dieser Platz wurde vom Kulturministerium zu einem nationalen Kulturerbe erklärt. Für die indigene Bevölkerung hat dieser Ort als Platz, an dem sich die Seelen der Vorfahren befinden, besondere Bedeutung.

Gendenken an das Massaker 2010

Gendenken an das Massaker von 1932 im Jahr 2010

Izalco ist einer der wenigen Orte El Salvadors, an dem es noch eine indigene Bevölkerung gibt. Nach dem Bauernaufstand von 1932 (”La Matanza“),  bei dem innerhalb weniger Wochen etwa 30.000 Menschen ermordet wurden, darunter viele Nachkommen der indigenen Bevölkerung (meist Pipilen), wurden Sprache und Kultur der Indigenen verboten. In Izalco wurde damals etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung ermordet, fast jeder männliche Bewohner, der nicht fliehen konnte. 1912 ist der 80. Jahrestag dieses Massakers. In den letzten Jahren wurde die indigene Kultur gefördert,in Izalco wird jetzt auch die Pipil-Sprache Nawat wieder in einigen staalichen Schulen unterrichtet. In einem eigenen Sprachinstitut werden Lehrer für Nawat ausgebildet.

Ausgrabungen von Maya-Tempeln und anderer archäologischer Überreste wecken das Interesse an El Salvadors präkolumbianischer Vergangenheit und spielen auch für die touristische Vermarktung eine wichtige Rolle.

Quelle: Colatino ; Bildquelle: Chichicaste Blog; Bildquelle: Upsidedownworld

Reste von Maiskulturen unter Vulkanablagerungen entdeckt

Samstag, 02. Juli 2011

Eine Gruppe von Wissenschaftern unter  der Leitung des US-Antropologen Payson Sheets entdeckte in Joya de Cerén unter einer fünf Meter dicken Schicht aus vulkanischen Ablagerungen bemerkenswert gut erhaltene Reste von Maiskulturen, Baumstämmen und Furchen. Sie verschwanden etwa 630 nach Christus nach einem Vulkanausbruch unter einer Schicht aus Asche und Lava. Joya de Cerén wird deswegen häufig mit Pompej verglichen.

Ausgrabungen in Joya de Cerén

Ausgrabungen in Joya de Cerén

Die Überreste wurden nach dreiwöchtiger Grabungszeit von Wissenschaftern und Studenten der Universität von Colorado in Joya de Cerén freigelegt. Joya de Cerén, 50 km westlich von San Salvador gelegen,  ist eine wichtige Fundstätte, welche von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Sheets spielte schon 1976 eine wichtige Rolle bei den ersten Ausgrabungen, nachdem eine Baufirma zufällig auf Siedlungsreste gestoßen war. Die aktuellen Funde ermöglichen Erkenntnisse über die Zerstörung dieser Siedlung durch einen Vulkanausbruch. Laut Sheets hatte diese etwa 100 bis 200 Einwohner und wurde im August 630 nach Christus durch einen Ausbruch des nahe gelegenen Vulkans Loma Caldera zerstört. Die Eruption dauerte mindestens eine Woche.

Die Eruption überraschte die Bewohner unmittelbar nach dem Abendessen. Die Bewohner ließen offenbar alles zurück und konnten fliehen, so dass man keine Überreste von Opfern fand. Die jetzt gefundenen Maiskolben legen den Schluss nahe, dass der Ausbruch im August erfolgte, da dies die Reifezeit des Maises ist.Bei den Ausgrabungen konnte man auch Reste von Adobehäusern, Messer,  Mahlsteine sowie wie Gefäße mit Resten von Bohnen, Chilis und Kakao freilegen.

Die Region wurde nach Ansicht von Wissenschaftern der Universität von San Salvador  von mindestens zwei ethnischen Gruppen besiedelt, u.a. in der letzten 800-9oo Jahren von den Pipilen. Für deren Ernährung spielte neben dem Mais auch   Yuca eine wichtige Rolle.

Quelle: Univision; Bildquelle: Viajes erraticos

Funes entschuldigt sich bei indigener Bevölkerung

Sonntag, 17. Oktober 2010

Am Kolumbustag entschuldigte sich El Salvadors Präsident Funes bei den indigenen Gruppen seines Landes für das Unrecht, das der indigenen Bevölkerung  während der Eroberung durch die Europäer  angetan wurde.

Funes sagte, er „wolle der ersten Regierung vorstehen, die sich im Namen des Staates bei den indigenen Gemeinden für die Verfolgung und Politik der Vernichtung  entschuldigt“. Er übermittelte diese Botschaft am 518. Jahrestag der Landung von Kolumbus auf amerikanischem Boden.

Bei der Eröffnung des Ersten Nationalen Kongresses der indigenen Bevölkerung verband Funes seine Botschaft mit der Ankündigung, dass seine Regierung ab sofort, den multiethnischen Charakter seines Landes nicht mehr leugnen werde.  Dabei erinnerte Funes auch an schmerzhafte Zeiten der Verfolgung, wie zum Beispiel den ersten Aufstand der indigenen  Gemeinden im Jahr 1832, der brutal unterdrückt wurde. Hundert Jahre später wiederholte sich die Geschichte, als die Regierung El Salvadors einen Aufstand der Kleinbauern – wesentlich getragen von indigenen Gemeinden  – mit Waffengewalt niederschlug und dabei mehr als 32.000 Menschen ermordete. Danach wurde auch indigene Kultur und Identität unterdrückt, traditionelle Kleidung  und Gebräuche sowie die Sprache wurden verboten oder unterdrückt, so dass es heute in El Salvador nur mehr wenige indigene Gemeinden vor allem im Westen des Landes gibt.

Ziel des Ersten Nationalen Kongresses der indigenen Bevölkerung war es einen Konsens innerhalb der indigenen Gruppen und Organisationen zu suchen und ein nationales Komitee zu gründen, das die Interessen der indigenen Bevölkerung formulieren und vertreten soll.

Quelle: Latin American Herold Tribune; Bildquelle: Latin American Herold Tribune