Archiv für Oktober 2011

UN-Generalsekretär über Ausmaß der Katastrophe in El Salvador besorgt

Freitag, 28. Oktober 2011

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte in einem Gespräch mit der Frau von Präsident Funes, Vanda Pignato, große Besorgnis über das Ausmaß der Flutkatastrophe in El Salvador. Pignato, zuständig für soziale Angelegenheiten, berichtete dem UN-Generalsekretär über die verheerenden Folgen der schweren Regenfälle für ihr Land. Fast 70% des Landes wurden vom Regen in Mitleidenschaft gezogen, 300.000 Menschen waren direkt betroffen, 1 Millionen Menschen leidet unter den indirekten Folgen wie Ernteausfällen und Schäden an der Infrastruktur. Die Schäden werden auf 1,5 Mrd. Dollar geschätzt, was in etwa 5% des Bruttosozialprodukts entspricht.

Die salvadorianische Regierung ersuchte um 15,7 Mio. Dollar Soforthilfe, um die 300.000 direkt betroffenen Menschen in den kommenden sechs Monanten versorgen zu können. Benötigt werden Notunterkünfte, Trinkwasser, Nahrungsmittel und Gesundheitsversorgung. Außerdem müssen die zwei wichtigsten Vulkane des Landes auf seismische Tätigkeit und mögliche Erdrutsche überwacht werden, da sie in der Nähe dicht bevölkerter Gebiete (San Salvador) liegen.

Evakuierungsmaßnahmen in Usulután

Evakuierungsmaßnahmen in Usulután

Quelle: UN News Centre

El Salvador – Land mit dem höchsten Gewaltpotential

Freitag, 28. Oktober 2011

Sechs der 14 Länder mit der meisten Gewalt weltweit liegen in Latainamerika. Das ist das Ergebnis einer Studie mit dem Namen Carga Global de la Violencia Armada (Globales Ausmaß der bewaffneten Gewalt), die unter Verwendung einer umfangreichen Datenbasis erstellt wurde. Demnach entfallen 25% der Morde weltweit auf nur 14 Länder. Die Studienautoren betonen auch, dass die Unterscheidung zwischen politischen, kriminellen und persönlich motivierten Morden immer diffuser wird, wie vor allem die Morde im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in Zentralamerika zeigen. Die Studie wurde von Cambirdge University Press publiziert.

Mordrate

Mordrate pro 100.ooo Einwohner (Durchschnitt 2004-2009). Im Länderdurchschnitt liegt dieser Wert bei 7,9.

Quelle: Voz de América

El Salvador erfüllt Empfehlungen im Fall Romero nicht

Freitag, 28. Oktober 2011

In Washington äußerten mehrere Menschenrechtsorganisationen Ende Oktober Kritik an der salvadorianischen Regierung, die  den Empfehlungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) zum Fall der Ermordung von Erzbischof Romero (1980) und der Jesuiten (1989) nicht nachkomme. Vertreter des Menschenrechtsinstituts der Jesuitenunversität UCA und des Zentrums für Gerechtigkeit und internationales Recht (CEJIL) prüften in Washington mit Vertretern der salvadorianischen Regierung und dem CIDH die Umsetzung der Empfehlungen des CIDH.

Die salvadorianischen Behörden gestanden eine Bringschuld ihrerseits ein und gaben zu, dass die Schritte zu einer Außerkraftsetzung des umstrittenen Amnestiegesetzes von 1993 nicht ausreichend seien. Die beteiligten Menschenrechtsorganisationen zeigten sich mit den Fortschritten in Sachen Gerechtigkeit unzufrieden. Besonders kritisierten sie das Verhalten der salvadorianischen Behörden gegenüber den internationalen Haftbefehlen eines spanischen Gerichts für jene ehemaligen Militärs, die der Morde an den Jesuiten und ihrer Hausangestellen und deren Tochter beschuldigt werden.

Im Fall von Romero verwiesen sie darauf, dass der Fall offiziell seit 1993 beendet ist und der Staat bisher keine Initiativen zu einer Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens gesetzt hat.

Quelle: Google hosted news

Regenfälle und Überschwemmungen – der menschliche Faktor

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Die schweren Regenfälle der letzten beiden Wochen haben aufgehört, jetzt bedroht Hurrikan Rina erneut mit Stürmen und Regenfällen die Karibikküste Mexikos und Zentralamerikas. Der Blogger Tim Muth analysiert den Einfluss des Klimawandels und der Armut auf die jüngsten Naturkatasstrophen in Zentralamerika.

Der globale Klimawandel:  Meteorologen sind sich einig in der Einschätzung, dass die großen Regenmengen, die über Zentralmerika niedergingen, ein Beispiel für extremere und unübliche Wetterereignisse als Folge des weltweiten Kilmawandels sind. Niederschlagsstatistiken weisen für die letzten zehn Jahre signifikant höhere Regenmengen über kurze Zeiträume aus als in den 40 Jahren davor. In El Salvador fielenim Oktober 2011 innerhalb einer Woche 1.200 mm Regen (Hurrikan Mitch brachte 1998 “nur” 860 mm im selben Zeitraum). Daher waren zeitweilig mehr als 10% des Landes überschwemmt.
Die CO2-Emissionen – vor allem der industrialisierten Länder – führen immer häufiger zu extremen Wettereignissen, die dann für die Menschen in ärmeren Regionen der Welt lebensbedrohlich sind. Eine Studie der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) listet Zentralmaerika unter den besonders betroffenen Regionen der Welt, wo der Klimawandel die öffentlichen Haushalte in den kommenen Jahren massiv belasten werde. Anlässlich des Präsidentengipfels der Staatschefs der betroffenen Länder am 25. Oktober verwies  Präsident Funes eindringlich auf diesen Zusammenhang. Er bezifferte die Schäden allein in El Salvador mit 1,5 Mrd. Dollar.

Die strukturelle Armut: Bilder und Videoclips aus El Salvador und anderen betroffenen Regionen zeigen eindeutig, dass die Armen und Ärmsten unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Die Villen und teuren Autos der Reichen stehen nicht in den schmutzigen Fluten. Es sind die Hütten der Armen, deren Bauweise aus Wellblech, Holzabfällen, Plastik und Pappe dem Regen nicht standhält. Vielfach stehen diese Hütten in besonders gefährdeten Gebieten, an Flussläufen und Abhängen, wo Überschwemmungen und Erdrutsche vorhersehbar sind. Auch in den Notunterkünften, häufig in Schulen eingerichtet, sieht man keine Angehörigen der Mittel- und Oberschicht, sondern Mütter mit Kindern, alte Menschen, die schon zu oft in ihrem Leben Katastrophen erlebt haben.

Weihbischof Rosa Chavez betonte diesen Zusammenhang, als er erklärte, dass die Regenfälle “die wirtschaftliche Verletzlichkeit, die Armut vieler unserer Landsleute” zeige, Diese lebten gefangen in einer Situation der “sozialen verletzlichkeit, die von strukturer Ungerechtigkeit und ökologischer Verletzlichkeit geprägt” sei. Schuld daran sei “die ungezügelte Ambition gegen die Schöpfung Gottes”.

Die Rolle der Wasserkraftwerke: Die Wasserkraftwerke am Oberlauf des Lempa werden immer wieder für die Flutwellen am Unterlauf und in den Küstenebenen verantwprtlich gemacht. Wenn sich das Staubecken des Kraftwerks 15 Septiembre aufgrund des Regens füllt, werden enorme Wassenmengen abgelassen, um den Druck auf die Dämme zu verringern. Allerdings kann man schwer beurteilen, wie die Situation ohne Staudämme wäre. Vor allem aber ist das Land auf die elektrische Energie aus Wasserkraft angewiesen.

Risiko-Management: Die von Überschwemmungen und Erdrutschen gefährdeten Regionen und Zonen sind bekannt, weil es dort immer wieder zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommt. Die rechtzeitige Evakuierung der Menschen aus diesen Regionen hat dieses Mal gut funktioniert, so dass trotz des Ausmaßes der Naturkatastrophe die Opferzahlen gering blieben. Es  gibt jedach zu wenige Mittel und Projekte, Menschen und ihre Ansiedlungen schon im Vorfeld zu schützen, etwa durch die Sanierung und Verstärkung der Dämme oder die Sicherung Abrutsch gefährdeter Hänge.

Allerdings gibt es auch Positives zu vermelden: Die Evakuierung und die Bereitstellung von Notunterkünften hat ziemlich reibungslos funktioniert. Auch die Verteilung von Hilfsgütern ist schnell angelaufen. Neben ärztlicher Betreuung gibt es auch psychologische Unterstützung. Die Solidarität innerhalb El Salvadors ist beeindruckend. Viele Betroffene lobten die Arbeit der Regierung, die sich von den Erfahrungen mit den ARENA-Regierungen deutlich unterscheidet. Vor allem hat die Regierung größte Transparenz bei Verteilung der eingehenen Hilfsgüter (u.a. aus Brasilien, Venezuela, Brasilien, Mexiko, Deutschland und Taiwan) versprochen, um Korruption hintanzuhalten.

Rückkehr der Evakuierten nach Zacatecoluca

Quelle: Tim’s El Salvador Blog; Video: Youtube

Präsidentschaftsgipfel berät Wiederaufbau nach den schweren Regenfällen

Dienstag, 25. Oktober 2011

Gefahr von Hungersnöten

Nach den sintflutartigen Regenfällen in Mittelamerika findet zur Bewertung der Verluste am Dienstag (25.) ein Präsidentschafts-Gipfel in El Salvador statt. In weiten Teilen von Honduras, Guatemala, Costa Rica und El Salvador ist die Ernte zerstört, den Hunderttausenden Obdachlosen droht die Gefahr von Hungersnöten.

“Es wird ein Treffen der Präsidenten oder deren Vertreter werden. Wir diskutieren den Wiederaufbau der von Regenfällen heimgesuchten Länder”, erklärte David Rivas, Sekretär für Kommunikation der salvadorianischen Regierung.

An der dreistündigen Veranstaltung am “San Salvador International Airport” werden Präsident Alvaro Colom (Guatemala), Mauricio Funes (El Salvador), Porfirio Lobo (Honduras), Laura Chinchila (Costa Rica), sowie offizielle Gesandte anderer Regierungen teilnehmen.

Quelle: Latina Press

Österreich hilft nach Überschwemmungen in El Salvador – aber bescheiden

Dienstag, 25. Oktober 2011

Innenministerium schickt Hilfsgüter im Gesamtwert von 50.000 Euro – Mehr als 250.000 Menschen in El Salvador von Hochwasser betroffen

“Österreich nimmt seine Verpflichtungen der internationalen Katastrophenhilfe wahr und hilft den notleidenden Menschen nach den großflächigen Überschwemmungen in El Salvador. Das Innenministerium als verantwortliches Ressort für die internationale Katastrophenhilfe hat über den EU-Katastrophenhilfe-Mechanismus El Salvador Hilfe angeboten. Insgesamt 500 Küchensets, 500 Hygienesets sowie 200 Sets für Notunterkünfte und 5.000 Decken sollen helfen, das Leid der Menschen zu lindern”, sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner zur bevorstehenden Hilfslieferung Österreichs in das Katastrophengebiet. “Mit diesen Hilfsgütern können bis zu 2.500 Personen mit dringend benötigter Ausrüstung für Behelfsunterkünfte sowie für den persönlichen Bedarf ausgestattet werden.” Die Hilfsgüter im Gesamtwert von etwa 50.000 Euro werden mit Logistikunterstützung des Österreichischen Roten Kreuzes noch in dieser Woche in El Salvador eintreffen und dort an Vertreter der nationalen Zivilschutzbehörden und der Europäischen Kommission übergeben.

Die andauernden schweren Regenfälle der vergangenen Wochen haben in Teilen El Salvadors verheerende Überschwemmungen ausgelöst, die eine Evakuierung von mehr als 56.000 Personen notwendig machte. Gegenwärtig sind mehr als 250.000 Menschen von diesen Überschwemmungen unmittelbar betroffen.

Die Europäische Kommission hat in den Nachmittagsstunden des 17. Oktober 2011 ein Hilfsersuchen der salvadorianischen Regierung an die EU-Mitgliedsstaaten ausgesendet, in dem um Unterstützung bei der
Bewältigung der Überschwemmungskatastrophe insbesondere durch Beistellung von Material für Notunterkünfte, Hygiene- und Küchensets sowie Decken und Medikamenten gebeten wurde.

Quelle: apa ots

Unwetter in Mittelamerika

Dienstag, 18. Oktober 2011

Seit Tagen regnet sich ein Tief über Zentralamerika aus. Die Folge sind Fluten, Erdrutsche und an die hundert Tote. Wegen des Klimawandels wird das künftig häufiger geschehen, Schreibt Toni Keppeler in der taz.

Das tropische Tief, das seit Tagen über Zentralamerika hängt, hat von den Meteorologen nicht einmal einen Namen bekommen. Sie hatten es als unbedeutend eingeschätzt. Inzwischen aber hat es Auswirkungen wie ein ausgewachsener Hurrikan.

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Staat muss verschwundene Kinder suchen

Dienstag, 18. Oktober 2011

Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CoIDH) hat den Staat El Salvador dazu verurteilt, den Verbleib von fünf Kindern aufzuklären. Zudem müssten die Verantwortlichen gefunden und bestraft werden. Die Kinder waren während des Bürgerkrieges (1980-1992) verschwunden, berichtet Blickpunkt Lateinamerika.

In diesem Zeitraum sind mehr als 75.000 Personen ermordet worden und mehr als 8.000 Menschen sind gewaltsam verschwunden, darunter sind Schätzungen zufolge 881 Kinder. Vor dem Gerichtshof wurden jetzt die Fälle von Gregoria Herminia Contreras, Serapio Cristian und Julia Inés Contreras, den Schwestern Ana Julia und Carmelina Mejía Ramírez sowie Rubén Rivera verhandelt. Rivera wurde im Jahr 2006 als 28-Jähriger lebend gefunden.

Armee hat systematisch Kinder verschleppt

Es sei das erste Mal, dass der Gerichtshof in einem Urteil das systematische gewaltsame Verschwindenlassen und Morden von Kindern anerkenne, erklärte Ester Alvarenga. Sie hatte die Opferseite im Namen der Menschenrechtsorganisation Cejil beim Prozess vertreten. Vor allem zwischen 1980 und 1984 seien Kinder illegal von der Armee verschleppt worden.

Der Gerichtshof bestimmte zudem, dass den Rechtsvertretern alle relevanten Archive zur Aufklärung der Fälle zugänglich gemacht werden müssen. Alejandra Nuño, Leiterin der Abteilung Zentralamerika bei Cejil betonte, dass diese Entscheidung “in einem günstigen Moment” gefallen, sei, da in El Salvador gerade über ein neues Gesetz diskutiert wird, dass den öffentlichen Zugang zu Informationen regeln soll. (bh)

Quelle: Adital; Blickpunkt Lateinamerika

Kinderarbeit und Armut

Dienstag, 18. Oktober 2011

Das zentralamerikanische Land El Salvador zählt laut einer Untersuchung des amerikanischen Wirtschaftsministeriums, deren Ergebnisse Anfang des Monats veröffentlicht wurden, zu einem der 71 Länder der Welt, in denen Kinderarbeit ein Problem darstellt, berichtet die Plattform Aktiv gegen Kinderarbeit.

Laut dem UNICEFUnited Nations International Children’s Emergency Fund-Vertreter für El Salvador, Gordon Jonathan Lewis, ist der wichtigste Schritt, um die Kinderarbeit abzuschaffen, die Armut im Land deutlich zu reduzieren. Weltweite Untersuchungen zeigen, dass die Reduzierung der Haushalte die unter der Armutsgrenze leben, meist auch zu einer Reduzierung der Kinderarbeit im Land führt. Lewis gab in einem Interview an, dass es in El Salvador zwar Tendenzen zur Reduzierung der Armut gibt, diese jedoch bisher zu gering sind, um eine Verringerung der Kinderarbeit im Land nach sich zu ziehen.

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Spanien schickt 20 Tonnen humanitäre Hilfe nach El Salvador

Dienstag, 18. Oktober 2011

Die Regierung von Spanien schickt über die spanische Agentur für internationale Zusammenarbeit (AECI) 20 Tonnen humanitäre Hilfe nach El Salvador. “Wir werden die Bevölkerung, die seit einer Woche von schweren Regenfällen heimgesucht wird, unterstützen”, lautete die Meldung aus Madrid. Das Flugzeug mit humanitärer Hilfe aus dem Logistikzentrum in Panama kommt in den nächsten Stunden auf dem Comalapa International Airport, 70 Kilometer südöstlich von San Salvador, an.

Durch die anhaltenden schweren Regenfälle und Erdrutsche in Zentralamerika sind in den vergangenen Tagen mindestens 81 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden der jeweiligen Länder mitteilten, starben allein in Guatemala im Laufe der vergangenen Woche 28 Menschen, in Salvador wurden 32 Menschen getötet. In Honduras gaben die Behörden die Zahl der Toten mit dreizehn und in Nicaragua mit acht an. Die Regierung in Venezuela bot den betroffenen Ländern bereits am Samstag (15.) Hilfslieferungen an.

Quelle: latina-press