Archiv für Dezember 2010

Erfolge bei der Alphabetisierungskampagne

Freitag, 31. Dezember 2010

Das nationale Alphabetisierungsprogramm “Educando para la vida“, ist ein integraler Bestandteil des staatlichen Bildungsplans “Vamos a la Escuela”, der allen den Zugang zu elementarer Bildung und damit die Möglichkeit zu einer besseren Lebensqualität bieten soll, die Voraussetzung für eine aktive Beteiligung an der Entwicklung des Landes, berichtet El Independiente.

Alphabetisierung am Land

Alphabetisierung am Land

Die Reduktion des Analphabetismus ist ein wichtiges Ziel der Regierung Funes. Bei Organisation des Programms greifen die zuständigen Regierungsstellen auf die Erfahrungen anderer lateinamerikanischer Länder zurück. Immerhin haben sich alle Länder des Kontinents bei einem Iberoamerikanischen Gipfel in Mar de Plata verpflichtet bis 2015 die vollständige Alphabetisierung der Region zu erreichen und damit auch andere Entwicklungsziele zu fördern.

Ein sehr erfolgreiches Programm heißt “Yo sí puedo”, mit dessen Hilfe schon mehr als 4,5 Mio. Menschen in Iberoamerika alphabetisiert wurden. Dieses Programm wurde auch für El Salvador adaptiert.

Mehr als 1.500 Menschen sind in Alphabetisierungskommissionen auf Provinz- und Gemeindeebene aktiv, darunter hunderte jugendliche Freiwillige und viele hunderte „asociados“, die gerade lesen und schreiben lernen in ihren jeweiligen Alphabetisierungszirkeln.

Diese Breite an Erfahrungen hat es auch möglich gemacht, dass die Alphabetisierungskampagne große Fortschritte macht, so dass das Ziel, die Analphabetenrate bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Funes von 17,9% auf 4% zu senken, realistisch scheint. 2009 konnten mehr als 680.000 Menschen nicht lesen und schreiben.

Dieses ehrgeizige Ziel kann nur durch die Partizipation aller Sektoren der Gesellschaft erreicht werden. 2010 konnten schon mehr als 52.000 Menschen alphabetisiert werden. Möglich wurde dies durch die unermüdliche Tätigkeit von 14 Provinzkoordinatoren, 366 Promotoren, 32 Technikern, 14 Alphabetisierungskoordinatoren sowie über 9200 Alphabetisierungszirkeln, die im ganzen Land gebildet wurden.

Quelle: El Independiente (29.12.2010); Foto: noticiascolegios

FMLN vor neuen Herausforderungen

Freitag, 31. Dezember 2010

Die große Herausforderung der FMLN besteht darin, geschlossen aufzutreten ohne sich als Avantgarde von etwas anderem als der Demokratie aufzuspielen, schreibt die Online-Publikation Contrapunto zum Jahresende.

Der Krieg gegen die Diktatur in El Salvador war eine enorme Herausforderung. Es ging darum, die verschiedenen Kräfte der Linken zu bündeln und die Voraussetzungen für den bewaffneten Aufstand zu schaffen, was viele nicht möglich hielten, waren doch die Auffassungen der einzelnen Gruppen zu unterschiedlich, das Misstrauen untereinander zu groß und vor allem das Vertrauen der Kommunistischen Partei in das Volk zu klein.

Parteikongress am 13. 12. 2010

Parteikongress am 13. 12. 2010

Nach den Friedensabkommen stand die FMLN als salvadorianische Linke vor der Herausforderung sich in eine wirklich demokratische Partei umzuwandeln, welche das Volk und die gesamte Gesellschaft repräsentiert und in El Salvador die Voraussetzungen für gesellschaftliche Harmonie und soziale Entwicklung schafft.

Linke Salvadorianer müssen kritisch betrachten, was in der sogenannten sozialisitischen Welt geschehen ist und warum diese nach 1989 zusammengebrochen ist, vor allem als Folge interner Korruption und Misswirtschaft und weniger wegen der Aktivitäten des ideologischen Gegners.

Die salvadorianischen Revolutionäre schufen eine mächtige demokratischen, revolutionäre antidiktatorische Bewegung, für die es eigentlich keine Vorbilder in der Geschichte Lateinamerikas gab, weil sie so anpassungsfähig und politisch breit war.

Heute, Fast 20 Jahre nach dem Ende des Krieges besteht die große Herausforderung der FMLN darin, geschlossen aufzutreten ohne sich als Avantgarde von etwas anderem als der Demokratie aufzuspielen. Hoffentlich bringt das Jahr 2011 die FMLN auf diesem Weg weiter, damit die erreichten sozialen Fortschritte konsolidiert werden können und die FMLN für die Wahlen im Jahr 2012 gut aufgestellt ist.

Quelle: Contrapunto; Foto: FMLN

Gerechte Verteilung neuer Ärztestellen

Freitag, 31. Dezember 2010
El Salvadors Gesundheitsministerin

El Salvadors Gesundheitsministerin

El Salvadors Gesundheitsministerin María Isabel Rodríguez gab am 30. Dezember die Pläne für die Neubesetzung von Ärztestellen im Land bekannt. Dabei verwahrte sie sich gegen Zeitungsberichte, wonach die Absolventen der ELAM (Escuela Latinoamericana de Medicina de Cuba, Kubanische Medizinschule) bevorzugt würden. Diese Anschuldigungen wurden zunächst von einigen Studenten des Colegio Medico erhoben und dann von den Medien aufgegriffen.

Die Gesundheitsministerin wies das als falsch und als Versuch zurück, Salvadorianer gegeneinander auszuspielen. Die Zahl der neu zu besetzenden Ärztestellen wurde im Budget festgelegt und reicht eigentlich nicht aus, um den Bedarf nach Gesundheitsversorgung zu erfüllen. Die Ärztestellen werden unter Beteiligung der medizinischen Ausbildungsstätten des Landes verlost.

In diesem Jahr waren erstmals auch die Absolventen der ELAM bei dieser Verlosung zugelassen. Unter den ARENA-Regierungen erhielten die in Kuba ausgebildeten Mediziner nämlich keine Zulassung für El Salvador. Bei der Zuteilung erhielten nur 72% der ELAM-Absolventen eine Stelle. Diese beschlossen allerdings als Geste der Solidarität ihre Gehälter mit den nicht ausgelosten Kollegen zu teilen, um allen eine Chance auf Einkommen zugeben. Bisher war in Kuba ausgebildetes medizinisches Personal vor allem in Armenvierteln und auf dem Land im Einsatz. Nach Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und El Salvador wurde auch im medizinischen Bereich eine Intensivierung der Zusammenarbeit vereinbart, nicht zuletzt um die geplante Gesundheitsreform umsetzen zu können. Im Rahmen seines Staatsbesuchs in Kuba besuchte Präsident Funes auch die ELAM.

ELAM-Absolventen vor ihrer Ausbildungsstätte

ELAM-Absolventen vor ihrer Ausbildungsstätte

Die Gesundheitsministerin verwahrte sich gegen die Vorwürfe der Opposition, die Stellen würden nach politischen Motiven vergeben. Sie verwies allerdings auf das hohe Niveau der medizinischen Ausbildung in Kuba.

Quelle: Prensa Latina; Foto: migenteinforma; Foto: links

FMLN übernimmt Vorsitz im Parlament

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Ab 1. Februar übernimmt Sigfrido Reyes den Vorsitz im Parlament von El Salvador vom bisherigen Vorsitzenden Ciro Cruz Zepeda von der rechtsgerichteten PCN (Partei der Nationalen Versöhnung). Diese Regelung war nach den Wahlen von 2009 zwischen der PCN und der FMLN vereinbart worden. Jeder dieser Parteien sollte jeweils eine Halbzeit der dreijährigen Legislaturperiode den Vorsitz im Parlament führen.

Wenn die FMLN im Februar den Vorsitz im Parlament übernimmt, dann liegt dieses wichtige Amt erstmals in der Hand der Linken. Diese Aussicht hat der rechten ARENA und der mit ihr verbündeten Christdemokratischen Partei und auch in der Presse zu Forderungen geführt, dass Cruz Cepeda in seinem Amt verbleiben sollte. Cruz Cepeda lehnte dies jedoch ab und wird sein Amt an Reyes übergeben.

Zum Jahresabschluss zeigte sich die FMLN-Fraktion optimistisch über die erreichten Fortschritte beim Umbau des Landes in Richtung Wende und Schaffung einer neuen Gesellschaft. Mit 35 von 84 Abgeordneten ist die FMLN die stärkste Fraktion im salvadorianischen Parlament. ARENA hat 19 Mandate, die von der ARENA abgespaltete GANA (Gran Alianza por la Unidad Nacional) hat 16 und die rechte PCN 10. Die restlichen Mandate entfallen auf kleine Parteien der Mitte. PCN und GANA haben in der laufenden Legislaturperiode immer wieder mit der FMLN gestimmt und unter anderem einen Beschluss über das Budget möglich gemacht.

Quelle: Prensa Latina; Asamblea Legislativa

Digitales Roque Dalton Archiv wächst weiter

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Das Digitale Roque Dalton Archiv (ADRD ) im Internet kann auf wachsende Zugriffszahlen verweisen. Immer mehr Menschen interessieren sich für Informationen Zu Leben, Werk und Wirken von El Salvadors wichtigstem Dichter des 20. Jahrhunderts. Zum Jahresende wurde wieder neue Inhalte online gestellt. Es handelt sich um Würdigungen des Werks und der Person Roque Daltons durch Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen, Freunde des Dichters oder Menschen, die in irgendeiner Form durch Dalton beeinflusst wurden.

Roque Dalton ist El Salvadors wichtigster Dichter und Intellektueller. Er wurde 1935 als unehelicher Sohn des reichen US-amerikanischen Unternehmers Winall Dalton und der salvadorianischen Krankenschwester María García Medrano geboren.

Nach dem Besuch einer exklusive Jesuitenschule in San Salvador studierte er Jura in Santiago de Chile, wo er linksradikale Studenten und den berühmten Maler Diego Rivera kennenlernte und seine Begeisterung für die Ideen des Sozialismus entdeckte.

Nach seiner Rückkehr nach El Salvador  gründete er 1955 den Literaturzirkel Circulo Literario Universitario und trat der Kommunistischen Partei bei. 1959 wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Am Tag vor seiner Hinrichtung wurde Präsident José Maria Lemus gestürzt; was Dalton vor der Exekution rettete. Im Exil in Mexiko verfasste er einige Bücher. 1961-1965 lebte er in Kuba, wurde nach seiner Rückkehr nach El Salvador bald wieder verhaftet. Er konnte nach Kuba fliehen und wurde von dort nach Prag entsandt.

1970 wurde Dalton zur bekannten Person der salvadorianischen Linken. Nach einer Ausbildung in kubanischen Militärcamps wollte er sich den Fuerzas Populares para la Liberación (FPL) anschließen, deren Führer ihn allerdings zurückwies. Dalton trat dem Ejérito Revolucionario del Pueblo (ERP) bei, geriet aber in Konflikt mit anderen Mitgliedern und wurde im Mai 1975 von den eigenen Leuten exekutiert. Daltons Söhne fordern bis heute die restlose Aufklärung dieses Verbrechens.

Quellen: wikipedia; Contrapuntro; Foto: literatura.us

Der Konflikt um die Straßenhändler

Donnerstag, 30. Dezember 2010
Protest von Straßenhändlern

Protest von Straßenhändlern

Zusammenstöße zwischen den Straßenhändlern, welche die historische Altstadt San Salvador bevölkern und den Straßenhändlern haben Tradition. In den letzten Monaten ist der Konflikt erneut eskaliert, weil Bürgermeister Norman Quijano (ARENA)  die Händler vertreiben will, wie ips in einem Artikel anschaulich beschreibt.

Seit Juni hat der Bürgermeister die Vertreibung von 1,053 Straßenhändlern angeordnet, um den Straßenhandel im Zentrum zu regulieren. In ganz San Salvador wird die Zahl der ambulanten Kleinhändler auf über 16.000 geschätzt. Sie bieten ihre Waren, darunter oft Raubkopien,  auf vielen Straßen und Plätzen an. Im Zuge der Auseiandersetzung wurde sogar die Kathedrale für einige Stunden besetzt.

Einige der Vertreibungen in Rahmen einer Polizeiaktion mit dem Namen “Operation Donner” führten zu Gefechten mit der Polizei, zu Dutzenden Verhaftungen und Verletzungen.

Organisationen der Zivilgesellschaft, die katholische Kirche und der Menschenrechtsombudsmann haben zu Gesprächen aufgerufen mit dem Ziel, die Konflikte durch Verhandlungen zu beenden und nach einer für beide Seiten annehmbaren Lösung zu suchen. Immerhin verdienen  hunderte Straßenverkäufer ihren Lebensunterhalt  mit ambulantem Kleinhandel.

Saúl Baños, eine Rechtsanwalt, der für FSPAD (Foundation for the Study and Application of Law) tätig ist, forderte einen Kompromiss zwischen den Wunsch nach einer funktionierenden Stadt und den Bedürfnissen der Kleinhändler. Ein solcher könne durch gewaltsame Vertreibungen allerdings nicht erzielt werden. Der Erzbischof von San Salvador José Luis Escobar äußerte sich vor Weihnachten sehr besorgt: “Wir verstehen den Wunsch nach einer geordneten Stadt, aber das kann nicht auf Kosten der Menschen gehen, die ihre Arbeit verlieren.“

Vertreibungen von Straßenhändlern sind in Lateinamerika und anderen Regionen des Südens gang und gäbe. Im Zentrum der Pläne des Bürgermeisters von San Salvador Quijano steht der Wunsch viele der 16.000 Kleinhändler umzusiedeln und die wenigen Verbliebenen streng zu reglementieren. Seine Sprecherin verweist bei diesen Plänen auf die Vorgangsweise in anderen Ländern Lateinamerikas und betont, dass die Stadtverwaltung alles tun werde, um die „Kollateralschäden“ gering zu halten.

Kurzfristig möchte die Stadtverwaltung einige bestehende Märkte neu strukturieren und erweistern und hat sich dafür einen 4-Mio. Dollarkredit von der Interamerikanischen Entwicklungsbank gesichert. Längerfristig sollen neue Märkte erreicht werden.

Allerdings bleibt fraglich, ob diese Angebote angenommen werden. Solange das Land zu wenige Arbeitsplätze hat, wird es einen informellen Sektor und Kleinhändler geben. Der Bau neuer Märkte kann  die Situation im überfüllten Zentrum nur entschärfen, wenn die Verkäufer auf den neuen Märkten auch Kunden finden. Sonst kehren sie aus purer Notwendigkeit wieder auf ihre angestammten Plätze zurück.

Quelle: ips; Foto: La pagina

Museen locken mehr Besucher an

Donnerstag, 30. Dezember 2010

El Salvadors Museen lockten im abgelaufenen Jahr mehr Besucher an. Der Zuwachs geht auf allem auf Schülergruppen zurück, die vermehrt Museen aufsuchen. Der Trend wurde in der Presse gefeiert, weil Museumsbesuche in El Salvador bisher sehr unüblich waren.

Die meisten Besucher kamen in das  Tin Marín Museo de los Niños, das von 157.592 Menschen besucht wurde, wie Claudia Nóchez bekannt gab, allerdings ohne die Zahlen des Vorjahres zu nennen. Das Museo de Arte de El Salvador (Marte) lockte fast 49.000 Besucher an, von denen mehr als die Hälfte Schüler und Studenten waren. Besuchermagneten waren eine Picasso-Ausstellung, die Ausstellung über die “Architektur der Remesas” sowie “Vladimir Montúfar”. Die meisten Besucher kommen zur Zeit von Ferien und Feiertagen. Auch die zum Teil neu gestalteten archäologischen Stätten der Maya-Kultur werden immer häufiger besucht.

Quelle: Prensa Latina

Überwachungskameras für mehr Sicherheit

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Am 28. Dezember kündigte der Minister für Justiz und Sicherheit Manuel Melgar die Installierung von zahlreichen Überwachungskameras in der Hauptstadt und den Vorstädten an, um die Kriminalität zu bekämpfen. Geplant ist die Errichtung eines polizeilichen Notfallsystems, das Telefonüberwachung und Videoüberwachung integriert, in den Städten und Vororten des Großraums San Salvador

Die Videoüberwachung soll das Alarmsystem der Polizei verbessern und die Reaktionskapazität gegenüber Kriminellen erhöhen. Nach offiziellen Angaben passieren die Morde, Überfälle und Raubüberfälle vorwiegend in der Hauptstadt und deren Peripherie.

Quelle: El Mundo/San Salvador; Foto: El Mundo

35 Morde in den Weihnachtsfeiertagen

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Weihnachten wird in El Salvador traditionell sehr ausgelassen und mit viel Alkohol gefeiert. Am 28. Dezember zog die Nationale Zivile Polizei (PNC) Bilanz über die Weihnachtsfeiertage. 35 Menschen wurden allein am 24. und 25. Dezember ermordet. Für den Dezember liegt die traurige Mordstatistik damit über dem Jahresdurchschnitt. Insgesamt ging die Zahl der Morde im abgelaufenen Jahr um 9% zurück. Bei Amtsantritt der Regierung Funes wurden im Schnitt täglich mehr als 12 Menschen ermordet.

Quelle: prensa latina

Erneut Migranten in Mexiko entführt

Donnerstag, 30. Dezember 2010
Migranten auf dem Dach eines Zuges in Mexiko

Migranten auf dem Dach eines Zuges in Mexiko

Am 21. Dezember entführten bewaffnete Männer erneut Migranten im Süden Mexikos, in einer Gegend wo am 16. Dezember 50 Menschen verschwunden waren. Fünf der Entführten konnten entkommen und die Behörden informieren, einer wurde auf der Flucht getötet, drei sind nach Angaben des salvadorianischen Außenministeriums noch vermisst. Der Vorfall am 16. Dezember wurde von den mexikanischen Behörden zunächst ignoriert. Inzwischen wurden mehrere Migranten aus El Salvador, Guatemala und Honduras zur Entführung am 16. Dezember befragt. Allerdings haben die mexikanischen Ermittler bisher keine Spuren des Verbrechens sicher stellen können.

Die Überlebenden gaben an, dass sie von sieben bewaffneten Männern in der Nähe von Ixtepec, einer Stadt in Oaxaca von einem Zug entführt wurden. Der Fall wird jetzt von den mexikanischen Behörden untersucht, die fünf Überlebenden stehen unter Polizeischutz. Inzwischen fand die mexikanische Polizei die Leiche des getöteten Flüchtlings, Tomas Ferman Pineda, 41 Jahre alt und aus El Salvador. Über die Staatszugehörigkeit der übrigen Entführten ist noch nichts bekannt.

Mexiko ist die wichtigste Transitroute für tausende von illegalen Migranten auf ihrem Weg in die USA. Viele werden auf ihrer Flucht zu Opfern von Banden und der der organisierten Kriminalität. Die Menschenrechtskommission von Mexiko berichtete 2009, dass etwa 10.000 Migranten im Jahr entführt werden. Der bisher schrecklichste Vorfall ereignete sich im August, als im nordöstlichen Bundesstaat von Tamaulipas 72 Flüchtlinge entführt und getötet wurden. Für die Tat verantwortlich gemacht werden die Zetas, ein Grogenkartell, das in dieser Region operiert, neuerdings aber auch in Guatemala aktiv wird.

Quelle: Associated Press; Foto: nacla