Archiv für September 2010

Tropensturm Matthew verursacht schwere Regenfälle

Dienstag, 28. September 2010

Seit dem 24. September gibt es  in Teilen El Salvadors Wetterwarnungen als Folge von Hurrikan Matthew, der ausgehend vom Golf von Mexiko über Nicaragua und Honduras zog und heftige Regenfälle in Guatemala, Honduras, Nicaragua und El Salvador verursachte.

Die Böden El Salvadors sind nach fünf Monaten fortgesetzter schwerer Regenfälle aufgeweicht und kaum mehr aufnahmefähig. So war die diesjährige Regenzeit von Überschwemmungen, Erdrutschen und Evakuierungen gefährdeter Siedlungen geprägt. Im ganzen Land kam es zu Ernteausfällen, am Unterlauf des Rio Lempa haben die Gemeinden beschlossen, mit der Aussaat das Ende der Regenzeit abzuwarten.

Laut Zivilschutz kam es allein am Wochenende um den 25. September zu 47 Erdrutschen, wobei auch Straßen und Brücken beschädigt wurden. Zwei Menschen kamen als Folge der Regenfälle zu Tode. Das Umweltministerium sieht vor allem Gemeinden in San Vicente aber auch in Chalatenango als hochwassergefährdet.

Etwa 90% des Landes sind von Naturkatastrophen bedroht. Heuer fiel besonders viel Regen, die durchschnittliche Jahresmenge von 200 l/m² wurde bereits vor Ende September erreicht. Wegen des Wetterphänomens La Niña werden auch für Oktober und November überdurchschnittliche Regenmengen erwartet.

Quelle: Share Foundation-Blog

Umweltministerium: http://www.marn.gob.sv/

Nationaler Geo- und Wetterservice: http://www.snet.gob.sv/

Direktion für Zivilschutz: http://www.proteccioncivil.gob.sv/

Neuer Roman von Horacio Castellanos Moya

Dienstag, 28. September 2010

Der schwarze Palast – Familiensaga über El Salvador im Jahr 1944 zur Zeit der Militärdiktatur von Horacio Castellanos Moya: Politisch, dunkel aber hoffnungsvoll

El Salvador 1944, der Zweite Weltkrieg wetterleuchtet in der Ferne: Der Journalist Pericles sitzt wegen seiner kritischen Artikel im Kerker, seine Frau Haydée besucht ihn täglich und versorgt ihn mit Informationen und Nahrung. Doch die Situation spitzt sich zu.

Es kommt zu einem Putsch, der die Familie auseinander reißt: Während Pericles nicht freikommt, organisiert Haydée unter  dem Deckmantel von Familienfesten den Widerstand der Frauen. Ihr jüngster Sohn geht in den Untergrund und der ältere außer Landes – in einer Kutte getarnt kämpft er sich mit Verve und Witz durch die Mangroven.

Castellanos Moya ist ein Familienroman gelungen über Menschen, die in der Not zu ihrer Größe finden. Es gelingt ihnen, dem Diktator die Maske vom Gesicht zu reißen. Denn Literatur kennt keine Ausgangssperre.

Horacio Castellanos Moya, 1957 in Honduras geboren, lebte und studierte in San Salvador und Kanada, arbeitete zehn Jahre als Journalist in Costa Rica und Mexiko. Von 1981 bis 1984 engagierte er sich im Bürgerkrieg auf Seiten der Guerilleros. 1988 wurde sein erster Roman mit dem Premio Nacional de Novela der Universität El Salvador ausgezeichnet, es folgten vierzehn weitere Bücher. Auf die Veröffentlichung von ›El asco. Thomas Bernhard in San Salvador‹ (1997) folgten Morddrohungen. Er lebte in Mexiko, Europa (u.a. in Frankfurt als Gast der »Flüchtlingsstädte«),  jetzt in den USA. Zuletzt erschien auf Deutsch: ›Aragóns Abgang‹ (2005).

Quelle: Gesellschaft der Freunde der Künste

Negativberichterstattung dominiert

Sonntag, 26. September 2010

Verfolgt man die Berichterstattung über El Salvador vor allem in den deutschsprachigen Medien, ist diese vor allem von Negativmeldungen geprägt und folgt damit einem Schema, das Publizisten häufig im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Länder des Südens konstatieren.

Aber auch in salvadorianische Medien dominieren Themen wie Gewalt, Maras, Migration und die Drogenmafia häufig die politische Berichterstattung. Die wenigen positiven Meldungen haben es oft schwer, sich dagegen zu behaupten, frei nach dem Motto “Good news is no news”. Das verzerrt klarerweise den Blick auf die Realität, von der oftmals nur ein Teilaspekt wahrgenommen wird.

Damit wird die Berichterstattung über Phänomene wie etwa die Maras möglciherweise selbst  Teil des Problems. Je mehr öffentliche Wahrnehmung etwas lukriert, umso größer wird seine Bedeutung. Studien haben darauf hingewiesen, dass die Berichterstattung über die Maras etwa in Nicargua eine sehr dürftige ist und den Maras solcherart öffentliche Aufmerksamkeit entzogen wird.

Außerdem verstellt diese Konzetration auf die Probleme vielfach den Blcik auf positive Entwicklungen und schreibt ein traditionelles Bild fort. Dieser Blog wird daher auch fallweise Berichte über Fortschritte, “good news” wie etwa die Gesundheitsreform, Wahlrechtsreformen und erfolgreiche Alphabetisierungskampagnen veröffentlichen, um das Bild zurechtzurücken.

Wahlrechtsreform geplant

Sonntag, 26. September 2010

Wahlen in El Salvador waren bisher beschwerlich und oft mit einer langen Anreise verbunden, da es im Vergelich zur Zahl der Wahlberechtigten nur wenige Wahlzentren (460) gibt, in die man aufgrund des Namens und nicht des Wohnorts zugewiesen wird. Die Folge: lange Schlangen vor den Wahllokalen und Anreisewege von vielen Kilometern.

Eine Kommission unter der Führung von Eugenio Chicas, dem Präsidenten des Obersten Wahltribunals (TSE), hat vor wenigen Tagen eine Reformplan vorgelegt, der den WählerInnen eine Stimmabgabe vor Ort ermöglichen soll, wie die Share Foundation in ihrem Blog berichtet.

Anstelle der bisherigen 460 Wahlzentren sollen 1755 Wahllokale treten, die – so wie auch bei uns üblich -  in Schulen sein sollen. Kein/e Wähler/in soll weiter als drei Kilometer  zum Wahllokal anreisen müssen. Das TSE-Team ist zuversichtlich, dass die Reform teilweise schon bei den Bürgermeister- und Parlamentswahlen von 2012 umgesetzt werden kann. Bei den Präsidentenwahlen von 2014 soll sie dann flächendeckend im ganzen Land wirksam sein. Als Kosten werden 8 Mio. Dollar veranschlagt, was die rechte Opposition als zu niedrig kritisiert. Angehörige der rechtsgerichteten ARENA haben bisher an der Organisation der Wahlen und vor allem am Transport der WählerInnen gut verdient. Das TSE ist allerdings zuversichtlich den Kostenplan einhalten zu können, da dank Google Earth und ähnlicher Geodienste nicht jeder Ort besucht werden muss. Präsident Funes hat Unterstützung für den Plan signalisiert. Auch die EU, deren Wahlbeobachter die weiten Anmarschwege bei den letzten Wahlen beanstandet hatten, ist bereit die Reform zu unterstützen.

Der Reformvorschlag ist auch eine späte Antwort auf das Friedensabkommen von 1992, das ein Wohnort basiertes Wahlrecht (“voto residencial”), als Schritt zur Demokratisierung des Landes vorsah. El Salvador ist das einzige Land Lateinamerikas, das kein solches Wahlrecht hat. Das TSE betont auch die größere Partizipation der BürgerInnen und deren größere Identifikation mit dem Wahlprozess, wenn die Wahllokale von der Gemeinde organsiert und damit auch leichter zugänglich sind.  Diese Organisationserfahrungen können auch für andere Kampagnen und Projekte nutzbar gemacht werden, wie etwa Gesundheit und Katastropheneinsätze.

Bei den Wahlen von 2009 wurde das “voto residencial” erstmals und mit Erfolg in der Provinz   Cuscatlán als Pilotprojekt ausprobiert und von den EU-Wahlbeobachtern in ihrem Bericht ausdrücklich hervorgehoben. Politische Beobachter und die VertreterInnen der Zivilgesellschaft stimmten in ihrer Einschätzung überein, dass diese Form der Wahlorganisation in ganzen Land umgesetzt werden sollte, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Quelle: Share Foundation; Tim’s El Salvador Blog

Funes kündigt ehrgeizige Gesundheitsreform an

Mittwoch, 22. September 2010

Am 20. September kündigte Präsident Mauricio Funes ein Nationales Integrales Gesundheitssystem an, das Gesundheitsvorsorge für die Mehrheit der SalvadorianerInnen möglichen machen soll. Funes beschrieb die Reform als „revolutionär“ und einen „wirklichen Wandel“.

Die Online-Publikation Contrapunto stellt die wichtigsten Aspekte des neuen System vor:

Das wesentliche Element des neuen Programms ist ein integriertes Netzwerk von Gesundheitsdiensten, das die Gesundheitsversorgung mit gemeindebasierten Familiengesundheitsteams (ECOS) gewährleisten soll. Diese sollen für eine flächendeckende Versorgung sorgen. Neu ist, dass es die Verantwortung des Staates ist, die Gesundheitsversorgung zu den Menschen zu bringen und dass nicht die Menschen – wie bisher – den Zugang zu dieser Versorgung selber organisieren und suchen müssen.

Diese Team arbeiten im Zuge eines Pilotprogramms seit August in 74 Gemeinden und bestehen aus fünf Menschen: einem Arzt, einer Krankenschwester, einem Assistenten, eine Gesundheitspromotor und einer „Person für alles“. Jedes dieser Teams wird für 200 Familien verantwortlich sein und ist zuständig für alle Gesundheitsfragen, wie z.B. Wohnsituation, Wasser und Lebensmittel usw. Das medizinische Personal wird ständig vor Ort präsent sein. „Hier sitzt nicht jemand hinter seinem Schreibtisch und wartet auf Patienten“, so charakterisierte der stellvertretende Gesundheitsminister,  Eduardo Espinoza die Reform.

Für jeweils acht dieser Netzwerke gibt es ein Team, das die Supervision über die Primärteams hat und außerdem Fachärzte miteinschließt. In diesen Gruppe gibt es drei Spezialisten, einen Kinderarzt, einen Psychologen und einen Dentisten. Dazu kommen noch ein medizinisch-technischer Assistent, eine Krankenschwester und ein Krankenpfleger.

Die Gesundheitsreform soll auch die Versorgung mit Medikamenten verbessern und die staatliche Sozialversicherung (ISSS) effizienter machen. Dazu kommen noch Notfallteams und eine größere Partizipation der Menschen in dem System. Um das alles zu finanzieren schlägt der Präsident die Erhöhung der Gesundheitsausgaben von derzeit 1,5% des BNP auf 5% im Jahr 2014 vor.

Der Vorschlag von Funes ist ambitioniert und würde bei Umsetzung erstmals der Mehrheit der Menschen eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung ermöglichen. Allerdings wird man erst sehen, ob auch die Finanzierung gelingt.

Quelle: Contrapunto

El Salvador: Kritik am neuen „Ley antipandillas” seitens der Justiz

Dienstag, 21. September 2010

Das Online-Magazin Quetzal kritisiert die Rat- und Hilflosigkeit der Linksregierung gegenüber den Maras.

Das seit Samstag, dem 18.09.2010, in Kraft getretene neue „Anti-Jugendbanden-Gesetz“, welches am 01. September dieses Jahres vom Parlament verabschiedet wurde und bereits auf heftigen Protest seitens der Jugendbanden Anfang diesen Monats stieß, ist nun auch von den Richtern, die dieses Gesetz bisweilen zum ersten Mal offiziell zur Einsicht vorgelegt bekommen haben, recht stark kritisiert worden. Zwar wurde zunächst die verfassungsmäßige Konformität des Gesetzes in seiner Anwendung betont, im gleichen Atemzug aber auch, dass dieses Gesetz im Hinblick auf das politisch-gesellschaftsliche Problem der hohen Kriminalitäts- bzw. Homizidrate keinen adäquaten Lösungsansatz anbietet. Vielmehr würde diese Regelung – eine Reform des umstrittenen „Articulo 345 – Codigo Penal“, in dem alle Ansammlungen von Jugendlichen über 3 Personen und Tätowierungen für einen Haftbefehl ausreichen – den selben Duktus wie die von den rechts-konservativen ARENA-Regierungen beschlossenen Anti-Mara-Gesetze, der „mano“ und „super mano dura“ [repressive Sicherheitsstrategien zur Bekämpfung der Kriminalität. Anmerk. der Verf] tragen. Demnach wird die Mitgliedschaft in einer der Jugendgangs mit zehn Jahren Haft und selbst Unterstützung der Maras mit Gefängnisarrest geahndet. Die Richter stellten nochmals klar, dass nicht repressivere gesetzliche Regelungen, sondern der Ausbau und die Verbesserung der Ermittlungsarbeit bzw. –techniken der Polizei und der Staatsanwaltschaft das Problem lösen würden; denn deutliches Zeichen des Mangels sei die niedrige Aufklärungsquote.
Anfang September hatten die beiden großen Maragruppen, Mara 18 und Mara Salvatrucha, einen gemeinsamen konzertierten Protest und eine Machtdemonstration durchgeführt, in dem sie für zwei Tage den öffentlichen Busverkehr zum Erliegen brachten und von der Regierung Mauricio Funes forderten, das neue Gesetz zurück zu nehmen und einen gemeinsamen Dialog vorschlugen. Nicht nur die ablehnende Haltung gegenüber dem Dialog, sondern vielmehr die in der  Tradition der repressiven staatlichen Handhabung stehende Reform verdeutlichen einmal mehr, dass auch in der FMLN-Regierung unter Funes pure Ratlosigkeit und Mangel an  adäquaten Lösungsstrategien ob des Kriminalitätsproblems dominieren.

Quelle: Quetzal

Die Wiener Zeitung berichtet am 21.9. über “Die Mara im Visier des Staates”.
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Die Architektur der Remesas: Träume von Rückkehr und Symbole des Erfolgs

Montag, 20. September 2010

Remesas sind die monatlichen Geldüberweisungen von SalvadorianerInnen im Ausland. Drei Viertel dieser Geldflüsse kommen aus den USA, wo fast 2 Millionen SalvadorianerInnen leben. Sie spielen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und für die Empfänger, denen sie in einem von  Armut geprägten Land einen gewissen Wohlstand ermöglichen.

Derzeit zeigt  das Kunstmuseum El Salvadors (MARTE) eine Fotoausstellung mit dem Titel „Die Architektur der Remesas: Träume von Rückkehr und Symbole des Erfolgs“ und widmet sich einer inzwischen landschaftsprägenden Manifestation der Geldüberweisungen – dem Bau von Häusern. Diese sind protzig und häufig pastellfarben angestrichen;  der Baustil ist nicht eindeutig identifizierbar. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der spanischen Kultur-NGO AECID (Centros Culturales de la Agencia Española de Cooperación Internacional para el Desarrollo) . Das Ausstellungsteam spircht auch von einer “Architektur ohne Architekten”.

Im Ausstellungskatalog beleuchten Architekten, Anthropologen und Fotografen kritisch das Phänomen dieser Häuser, die mit dem Geld der Auswanderer gebaut werden und Projektionsfläche unerfüllbarer Wünsche nach Rückkehr einerseits sind und andererseits signalisieren, dass die Besitzer in den USA ihren „amerikanischen Traum“ verwirklicht haben.

Die Ausstellungsmacher sprechen von einem eigenartigen Baustil – einer Mischung einzelner Hybridstile, der nicht notwendiger Weise an den Wohnbedürfnissen orientiert ist und sich auch nicht an Regeln des ortsüblichen Bauens hält.

>> zur virtuellen Ausstellung im Internet

Regierung kündigt Präventiv- und Reintegrationsprogramm für Bandenmitglieder an

Samstag, 18. September 2010

Am 17. September kündigte die salvadorianische Regierung ein Programm zur Gewaltprävention und der Rehabilitierung und Wiedereingliederung von Bandenmitglieder („mareros“) an, die sich in das produktive Leben eingliedern möchten. Diese Initiative gilt als Parallelmaßnahme zu dem letzte Woche beschlossenen strengen Bandengesetz.

Der stellvertretende Minister für Justiz und öffentliche Sicherheit, Henry Campos, bestätigte gegenüber Journalisten, dass die Behörden dabei mit diversen staaltichen Stellen, mit den Kirchen und anderen Organisationen, die schon jetzt Programme für Bandenmitglieder durchführen, zusammenarbeiten werden.

Es soll eine Kommission gebildet werden, in der das Justizministerium, der Sicherheitsrat und andere Regierungsstellen vertreten sind, um diese Maßnahmen zu koordinieren. Campos berif sich auf Experten, die der Ansicht sind, dass nur Präventionsprogramme die weitere Ausbreitung von Kriminalität und Gewalt eindämmen können.

In der Vergangenheit gab es seitens der von ARENA gestellten Regierungen keine Mittel für Präventionsprogramme, weshalb die Zahl der Bandenmitglieder im letzten Jahrzehnt stark angestiegen ist.

Nach Inkrafttreten des neuen Anti-Bandengesetzeswerden diese Gruppen illegalisiert (schon die Mitgliedschaft in einer Gang wird unter Strafe gestellt), wobei Campos einigen Widerstand seitens der Banden erwartet, die aus Protest gegen das Gesetz den öffentlichen Verkehr bereits mehrere Tage lahmgelegt haben.

Quelle: notimex

Fünf Jugendliche täglich Opfer von Gewaltverbrechen

Samstag, 18. September 2010

Von Jänner bis August wurden täglich im Schnitt fünf Jugendliche ermordet. Diese schockierende Zahl veröffentlichte eine Studie der Stiftung für Demokratie, Sicherheit und Frieden (Fundación para la Democracia, Seguridad y Paz) am 17. September. Die Mehrzahl der Morde wurde mit Schusswaffen verübt, heißt es in der Studie.

Die Studie der gemeinnützigen Stiftung, die sich der Umsetzung von Entwicklungsprogrammen für mehr menschliche Sicherheit widmet, analysierte 6,221 Mordfälle zwischen Jänner 2007 und August 2010. Die Mordopfer waren 13 und 26 Jahren alt. Sie kam zum Schluss, dass zwischen Jänner und August 2010 durchschnittlich 5 Angehörige dieser Altersgruppe Opfer von Gewaltverbrechen wurden.

Die Tendenz innerhalb der letzten drei Jahre weist nach oben, von vier Morden Täglich 2007 auf fünf Morde täglich 2009. Im August waren es im Schnitt 5,2 Morde pro Tag.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Nationalen Zivilen Polizei (PNC) und der Vertetung der panamerikanischen Organisation für Gesundheit (Organización Panamericana de la Salud) in El Salvador durchgeführt. Demnach sind 89% der Opfer männlich.

Die Analyse, welche nicht alle Morde untersuchte, zeigt weiters, dass 53% der Morde zischen 17.00 Uhr und 3 Uhr morgens und mehrheitlich in städtischen Zentren begangen wurden. Männliche Jugendliche werden schon ab 13 Jahren Opfer von Gewaltverbrechen, die jüngsten ermordeten weiblichen Jugendlichen waren 15.

Nach offiziellen Angaben der Polizei wurden 2007 3,497 Menschen ermordet, 2008 waren es mit 3,179 Opfern etwas weniger. 2009 stieg die Zahl der Mordopfer drastisch auf 4,365 an, was im Schnitt fast 12 Morde täglich bedeutet. Nach Angaben der Polizei wurden allein zwischen Jänner und April dieses Jahres 1222 Menschen ermordet. Das waren durchschnittlich 10 Morde pro Tag.

Quelle: efe

»Uns bleibt keine Wahl«

Freitag, 17. September 2010
Neues Deutschland interviewte die salvadorianische Gewerkschafterin Jeaneth Pineda über die Zustände in den Maquilas in ihrem Land. Die Outdoor-Hersteller werben mit Freiheit und Naturverbundenheit, vor sozialer Verantwortung drückt man sich aber, kritisiert Jeaneth Pineda. Die 36-jährige Gewerkschafterin aus Santa Ana in El Salvador arbeitet in der Textilfabrik Esmodica, die derzeit viel für die Modefirma Unifashion arbeitet. Mir ihr sprach Knut Henkel.
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