Archiv für die Kategorie ‘Korruption’

Arbeitsminister zeigt korrupte Arbeitsinspektoren an

Dienstag, 12. Juli 2011

Arbeitsminister Humberto Centeno zeigte am 11. Juli bei der Staatsanwaltschaft Fälle korrupter Arbeitsinspektoren an. Sie kassierten von den überprüften Firmen zwischen 150 und 500 Dollar, um belastendes Material verschwinden zu lassen. In einem Fall wurde ein Unternehmen in San Miguel, im anderen eines in San Salvador “erpresst”. In der Hauptstadt wurden einem Unternehmen von einen erfahrenen Arbeitsinspektor seit 2008 regelmäßig ein Betrag von 200 Dollar abgepresst.

Centeno entschied sich für eine Anzeige, um den Angestellten seines Ministeriums klarzumachen, dass er derartige Praktiken nicht tolerieren werde. In der Vergangenheit waren Post, Zoll, die Auswanderungsbehörde und selbst die Polizei äußerst korrupt. Erst in den letzten beiden Jahren werden Korruptionsfälle intensiver untersucht und verfolgt.

Centeno kommt aus der Gewerkschaftsbewegung der Achtzigerjahre und ist erst seit Anfang Juni Arbeitsminister.

Quelle: Diario colatino

Erneuter Haftbefehl gegen ehemaligen Gesundheitsminister

Mittwoch, 22. Juni 2011

Die zweite Kammer des Strafgerichts ordnete die erneute Festnahme von Guillermo Maza wegen mutmaßlicher Korrpution während seiner Tätigkeit als Gesundheitsminister ünter Präsident Saca (2004-2009) an. Der Ex-Minister wurde schon Anfang April auf Anordnung der Oberstaatsanwaltschaft verhaftet, da man grobe Unreglmäßigkeiten beim Wiederaufbau von Spitälern nach dem Erdbeben von 2001 festgestellt hatte. Dieses Projekt hatte einen Umfang von 169,4 Mio. Dollar, von denen 142 Mio. Dollar durch die Weltbank bereitgestellt wurden. Maza begünstigte offenbar die Firma CPK, gegen deren Geschäftsführer, René Arturo Portillo Montalvo, ebenfalls ein Haftbefehl vorliegt.

Im April wurde Maza allerdings wieder freigelassen. Jetzt sollen  erneut die Handschellen klicken.

Maza bei seiner Verhaftung

Maza bei seiner Verhaftung

Quelle: Contrapunto; Bild: Contrapunto

Ehemaliger ARENA-Funktionär setzt sich vor Korruptionsverfahren ins Ausland ab

Freitag, 27. Mai 2011

Miguel Tomás López Iraheta, von 1999 bis 2007 Präsident des Salvadorianischen Instituts für Agrarreform (ISTA) setzte sich am 15. Mai ins Ausland ab, wie die Migrationsbehörde bekanntgab. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen Korruption. Das Gerichtsverfahren stand unmittelbar bevor. Er wird beschuldigt als Chef von ISTA illegal Land an Parteigänger der damaligen Regierungspartei ARENA sowie an Verwandte und Bekannte verteilt zu haben. Er wird jetzt von Interpol gesucht. Mit ihm angeklagt sind auch José Armando Zepeda Valle und der ehemalige Vizepräisdent von ISTA, Magdaleno Antonio Guzmán.

Die Staatsanwaltschaft erhob in diesem Zusammenhang auch gegen andere führende Funktionäre und Mitarbeiter von ISTA Anklage, beantragte aber für die Mehrheit die Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung der bisher unbestraften Delikte.

Die Vollstreckung der Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr war laut Polizeiangaben nicht möglich, weil sich der Beklagte nicht an jenen Orten aufhielt, die er üblicherweise frequentierte.

Es gibt Berichte einer lokalen Zeitung, wonach der Ex-Chef von ISTA Informationen über die Aktivitäten und den Haftbefehl der Anti-Korruptions-Einheit erhalten hat.

Der ehemalige Gesundheitsminister ((2004-2009), Guillermo Maza, wird des schweren Betrugs beschuldigt, da er offenbar beim Neubau von sieben Krankenhäusern nach dem Erdbeben von 2001 größere Summen veruntreut hat.

Quelle: Prensa latina; La Prensa Gráfica (Foto)