Archiv für die Kategorie ‘Armut’

140 Superreiche

Donnerstag, 26. Juli 2012

Laut einer von der US-Beraterfirma Wealth-X erstellten Studie leben in El Salvador 140 Superreiche, die Vermögen von mehr  als 30 Millionen Dollar besitzen. Auch wenn sich die Studie hinsichtlich der Namen in Schweigen hüllt, machen die Zahlen einmal mehr das große Ausmaß von Ungleichheit und Ungerechtigkeit im Land deutlich, leben dóch 36,5% der Familien in Armut.

Die meisten Millionäre Lateinamerikas leben in Brasilien 4725), Mexiko (2900), Argentinien (1050), Kolumbien (900) und Peru (775). El Salvador hat weniger Millionäre als Guatemala, Honduras und Nicaragua.

Quelle: El Mundo

Fast jedes sechste Kind unterernährt

Sonntag, 22. April 2012

Nach einem Bericht der UN-Ernährungsorganisation FAO vom 20. April sind in El Salvador besonders Kinder von Unterernährung betroffen. In der Region San Salvador sind es 14% der Kinder, auf dem Land sind es bis zu 19%. Auf dem Land sind auch viele Frauen unterernährt, hat doch eine jüngst veröffentlichte Haushaltsstudie ergeben, dass 2011 43,2% der ländlichen Haushalte in Armut leben. Dass nur wenige Frauen Landtitel haben, verschärft das Problem. IMU (Institut zur Erforschung der Situation der Frau) geht davon aus, dass sich am Land 22% der Frauen nicht ausreichend ernähren können.

Auch wenn die FAO es als wichtigen Schritt sieht, dass die Nationalversammlung das Recht auf Ernährung in der Verfassung verankert hat (mit 81 von 84 Stimmen), ändert dies zunächst wenig an der konkreten Ernährungssituation. Mit demselben Gesetz verpflichtet sich der Staat auch, die Wasserreserven des Landes zu schützen und den Menschen Zugang zu Trinkwasser zu garantieren.

Quelle: ContraPunto

Armut 2011 – das “entzückende Haus”

Samstag, 31. Dezember 2011

Der 102 Jahre alte Prudencio Amaya und seine Lebensgefährtin, die 78 Jahre alte Maria Ponce, leben in einem Haus, dessen Wände aus alten Plastikflaschen bestehen. Maria Ponce sagt, die Idee dazu kam ihr 2005 in einem Traum. Das Geld für normale Wände hätte sie nicht gehabt, lebt sie doch mit ihrem Lebensgefährten von 10 Dollar wöchentlich. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit einem kleinen Maisfeld und Spenden von Touristen, die nach El Transito kommen, um das “entzückende Haus” – “La Casita Encantada” – zu sehen. Gesehen und fotografiert von Rick Shulman, veröffentlicht im Fotoblog von msnbc.

Quelle: msnbc Fotoblog

Menschenkette für menschenwürdige Wohnungen

Sonntag, 17. Juli 2011

Am 16. Juli erstreckte sich eine 2 km lange Menschenkette durch San Salvador. Ziel der Aktion war es, auf die schlechte Wohnsituation vieler Menschen hinzuweisen, die in Slums ihr Leben fristen müssen. Slumbewohner vereinigten sich mit Studenten, Jugendlichen aus der Mittelschicht und anderen und bildeten eine Menschenkette zwischen dem Denkmal für El Salvadors Landespatron Salvador del Mundo bis zum Denkmal für die Verfassung.

Im Vorfeld warben die Organisatoren mit einem kleinen Videoclip mit dem Titel Asimetría um Unterstützung für ihr Anliegen. Das Video untersteicht in eindrucksvollen Bildern die Ungleichheit in El Salvadors Geselleschaft, die sich auch in der Wohnsituation widerspiegelt.

Quelle: Tim’s El Salvador Blog; Video: YouTube

Essenspakete für die Ärmsten

Samstag, 02. April 2011
Kinder aus armen Familien sind bei der Ausbildung besonders benachteiligt. © Caritas Eisenstadt

Kinder aus armen Familien sind bei der Ausbildung besonders benachteiligt.

44 Kinder und ihre Familien in den Armenvierteln von San Salvador erhalten monatliche Nahrungspakete. Dadurch müssen die Minderjährigen nicht arbeiten gehen – sondern können die Schule besuchen.

Die Caritas unterstützt in El Salvador rund 44 besonders bedürftige Familien. Sie erhalten Hilfspakete mit Öl, Reis, Mehl, Zucker und anderen wichtigen Lebensmitteln. Zusätzlich werden für die Kinder Schulbücher, Hefte und andere Materialien zur Verfügung gestellt. In regelmäßigen Abständen besuchen Sebastian Martinez und sein Team die Familien, um sicher zu gehen, dass dort alles in Ordnung ist. Die Hilfsgüter müssen teilweise mit Maultieren auf den unwegsamen Straßen in die Hütten der Bedürftigen gebracht werden. Darüber hinaus gehen die Helfer den Familienangehörigen bei bürokratischen Angelegenheiten oder bei allgemeinen Belangen des täglichen Lebens zur Hand. Sie achten darauf, dass es den Kindern gut geht, dass sie regelmäßig zur Schule gehen und gesund bleiben. Denn eine gute Ausbildung bedeutet die Chance auf einen ordentlichen Beruf und ein besseres Leben.

Patin / Pate werden (EUR 22,- pro Monat);

Projektinfo PDF

Quelle: Caritas

80 Mio. Dollar von UNO-Organisation für El Salvador

Sonntag, 20. Februar 2011

Am 18. Februar unterzeichnete El Salvadors Außenminister Hugo Martínez einen Kooperationsvertrag über 80 Mio. Dollar für Entwicklungsprojekte in El Salvador, berichtet Contrapunto. Das Geld wird von der UNO über ihre Unterorganisationen zur Verfügung gestellt und dient für die Realisierung von Sozialprojekten im Rahmen des Fünfjahresplans der Regierung Funes. Wichtigster Geldgeber ist das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Projekte dienen der Bekämpfung von Armut und Gewalt sowie der Herstellung von mehr Geschlechtergerechtigkeit.

Quelle: Contrapunto

Kirche kritisiert Gaspreispolitik

Samstag, 12. Februar 2011

Die katholische Kirche in El Salvador hat die Regierung von Staatspräsident Mauricio Funes in der aktuellen Debatte um die Gaspreise aufgefordert, die Bedürfnisse der armen Bevölkerungsschichten nicht zu vergessen. “Wir möchten die Regierung bitten, sich in das Thema zu vertiefen, so dass eine Lösung entsteht, von der alle etwas haben”, erklärte der Erzbischof der Hauptstadtdiözese San Salvador, José Luis Escobar Alas, in dieser Woche. Ein Schnellschuss sei nicht dienlich, stattdessen müssten die Auwirkungen eine möglichen Neuordnung der Gaspreissubventionen genaustens geprüft werden.

“Ich bin dafür, dass wir das System, das wir jetzt haben verbessern. Aber es darf keine substanzielle Änderung geben, die zu Lasten der armen Bevölkerungsschichten geht”, zitieren lokale Medien Erzbischof Escobar Alas. Zudem sei es notwendig, bei der Preisgestaltung die nachhaltigen Energien zu fördern.

Die Regierung Funes prüft derzeit eine Neustrukturierung der Gaspreise. Im April soll ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt werden.

Quelle: Blickpunkt Lateinamerika

UNDP für neues Entwicklungsmodell

Dienstag, 18. Januar 2011

Seit 60 Jahren hat El Salvador mit mehreren Entwicklungsmodellen experimentiert, von denen keines die gewünschten Ergebnisse brachte.  Das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) schlägt daher in seinem neuen Bericht zur menschlichen Entwicklung die Einführung eines Modells vor, das das Wohlergehen des Volkes als oberstes Ziel hat.

Laut diesem Bericht  kann sich das Land nicht entwickeln und wird weiterhin nur mittelmäßige Leistungen erbringen, wenn es nicht mit dem gegenwärtigen Modell bricht. Die Studie mit dem Titel “De la pobreza y el consumismo al bienestar de la gente. Propuestas para un nuevo modelo de desarrollo” zeigt klar auf, dass alle Wirtschaftsmodelle seit mehr als 60 Jahren Mängel aufwiesen.  William Pleitez, der Verantwortliche für den Bericht kritisiert, dass jedes dieser Modelle (Agroexporte, Importsubstitution durch Industrialisierung, Förderung der Exporte und Auslandsinvestitionen) immer von den niedrigen Löhnen der Arbeiter als dem wichtigsten Bonus des Landes auf den internationalen Märkten ausgingen und damit die Unterbeschäftigung zur vorherrschenden Form der Subsistenz der Mehrheit der Bevölkerung machten.

Derzeit ist mehr als die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung (44,3%) ist unterbeschäftigt oder arbeitslos (7,3%). Dieses fundmentale Defizit ist eng verbunden mit zwei grundlegenden Phänomenen: eine schwachen Makroökonomie und der eienr subsidiärrne Solzialpolitik.

Laut Studie wuchs die Wirtschaft zwischen 1960 und 2009 im Jahresschnitt nur um 2,76% und damit weniger als in allen anderen Ländern Zentralamerikas außer Nicaragua. Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Schnitt um 1,1% jährlich zu. Bei so einer geringen Wachstumsrate braucht das Land 29 Jahre, um das derzeitige  Prokopfeinkommen Costa Ricas zu erreichen.

Spar- und Investitionsquote sind wegen der hohen Konsumbereitschaft gering. In den letzten Jahren konsumierte das Land mehr als es produzierte, z.B. 2009 wurden für 100 Dollar, die produziert wurden, waren und Dienstleistungen im Wert von 102,4 Dollar konsumiert. In diesem Ranking nimmt El Salvador den dritten Platz in der Welt ein.

Staatliche Unterstützungsgelder haben einen Umverteilungseffekt zugunsten der Ärmsten.

Die 10% Ärmsten bekommen zusammen nur 6,2% der staatlichen Transferleistungen (Subventionen der öffentlichen Verkehrs, der Strom- und Gaspreise), während die 10% Reichsten insgesamt 11,2% der Transferleistungen lukrieren.

Für die Entwicklung eines neuen Modells bedeutet das eine breite Sozialpolitik um mehr Wohlstand in der Gesellschaft zu schaffen, um die Ärmsten aus der Unterentwicklung zu bringen. Die UNDP sieht trotz mancher Skepsis Mittel  für eine solche Sozialpolitik. Wichtig wäre es die Spar- und Investitionsquote, die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Beschäftigung zu steigern. Das ist allerdings nur längerfristig zu erreichen, vor allem weil nach wie vor die Bevölkerung wächst, was bedeutet, dass in den nächsten 20 Jahren 730.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Das ist noch wenig, wenn man bedenkt, dass man für 1,3 Mio. ArbeiterInnen  Zugang zu Sozialsystemen schaffen und gleichzeitig Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bekämpfen müsste.

Quelle: Contrapunto; Foto: Contrapunto