Archiv für die Kategorie ‘Gefängnisse’

7 Verletzte bei Unruhen im Gefängnis von Quezaltepeque

Montag, 18. Juli 2011

Bei Unruhen in einem Trakt des Gefängnisses von Quezaltepeque, Provinz La Libertad, wurdem am 17. Juli nach Angaben der zuständigen Behörden mindestens sieben Häftlinge verletzt. In dieser Haftanstalt wurden letzte Woche der Direktor und das gesamte Wachpersonal entlassen, weil  sie offensichtlich Häftlinge beim Bau eines Fluchttunnels unterstützt hatten.

Laut Hugo Orellana von der Polizei kam es im Sektor 1 des Gefängnisses zu verdächtigen Aktivitäten. Bei Eingreifen der Sicherheitskräfte kam es zu einem Tumult und zu Schlägereien, bei denen einige Gefangene verletzt wurden. Nach Angaben des Wachpersonals verletzten sich die Gefangenen gegenseitig. Lokale Medien zitierten allerdings Aussagen von den behandelnden Ärzten, wonach die behandelten Gefangenen Schussverletzungen hatten.

Familienangehörige greifen Wachpersonal an

Familienangehörige greifen Wachpersonal an

Die Tumulte brachen während der Besuchszeit aus, so dass sich etwa 20 Besucher im Inneren des Gefängnistrakts befanden. Besucher, die sich außerhalb der Strafanstalt befanden, griffen ein Fahrzeug der Gefängnisleitung und der Menschenrechtsprokuratur an. Das führte auch außerhalb des Gefängnissen zu chaotischen Zuständen, wo die anwesenden Besucher, in ihrer Mehrzahl Frauen, unter Schreien und Weinen Aufklärung über die Vorgänge im Inneren forderten und versuchten, das Wachpersonal und die Soldaten, die nach Entlassung des Wachpersonals dort Dienst tun, von einem Eingreifen abzuhalten. Nach Angaben der Rettungsmannschaften wurde eine Frau verletzt, zwei weitere Besucher standen unter Schock.

El Salvadors Medien weisen einmal mehr darauf hin, dass die Gefängnisse des Landes 300% überbelegt sind, was immer wieder zu Gewalt und Unruhen führt.

Quelle und Bildquelle: Contrapunto

Gesamtes Wachpersonal eines Gefängnisses gefeuert

Samstag, 16. Juli 2011

Die oberste Leitung von El Salvadors Strafvollzugsanstalten feuerte am 15. Juli das gesamte Wachpersonal des Gefängnisses von Quezaltepeque in der Provinz  La Libertad. Douglas Moreno begründete diese drastische Maßnahme mit dem dringenden Verdacht, dass das Wachpersonal von Fluchtversuchen wusste oder sogar unterstützte. Der in der Vorwoche entdeckte Fluchttunnel konnte nur mit Wissen und Untersützung des Sicherheitspersonals gegraben worden sein. In Quezaltepeque sitzen fast 1000 Häftlinge ein. Im Jänner 2009 wurden dort drei Häftlinge Opfer interner Auseinandersetzungen, bei denen Rechnungen zwischen verfeindeten Banden beglichen wurden.

Moreno gab außerdem bekannt, dass auch in anderen Strafanstalten ähnliche Vorfälle  untersucht würden. Quezaltepeque wird jetzt auf Anordnung der Regierung vorübergehend von Soldaten der Armee bewacht.

El Salvadors Strafanstalten sind chronisch überbelegt. Sie sind für 8.000 Häftlinge ausgelegt, derzeit sitzen allerdings mehr als 20.000 Gefangene ein. Das führt immer wieder zu Revolten, Gewalt und Übergriffen unter den Häftlingen sowie zu Korruption. Außerdem gibt es immer wieder Klagen über katastrophale hygienische Zustände.

Quelle: Contrapunto; Bildquelle: elsalvador.com

Machtkampf der Gefangenen

Samstag, 02. Juli 2011

Bei einer Schlägerei sind in einer Haftanstalt in El Salvador mindestens 3 Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in der Justizvollzugsanstalt der Stadt Santa Ana, im Nordwesten des Landes.

Laut dem stellvertretenden Direktor des Gefängnisses, Rauda Nelson, handelte sich um einen Machtkampf um die Kontrolle der Haftanstalt. Mehrere der Getöteten und Verwundeten hatten Stichwunden und Schussverletzungen, zwei Häftlinge befinden sich mit lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Per Dekret wurde für 15 Tage der Ausnahmezustand verhängt.

In den Gefängnisse von El Salvador sind 24.631 Häftlinge untergebracht, was nach Angaben des Bundesamtes für Gefängnisse eine Überbelegung von etwa 300 Prozent bedeutet. Das Land verfügt über 21 Haftanstalten, welche eine Kapazität für 8.300 Insassen aufweisen.

Quelle: latina press

2000 Gefangene mit Lebensmittelvergiftung

Sonntag, 19. Juni 2011

Etwa 2.000 der insgesamt 24.000 Gefangenen El Salvadors sind nach Angaben der zentralen Leitung für die Gefängnisse (Dirección de Centros Penales/DGCP) an Durchfall und Erbrechen erkrankt. Die Krankhheitsfälle traten in mehreren Gefängnissen auf. Inmy Estrada, verantwortlich für die Gesundheitsagenden in den Gefängnissen, teilte vor der Presse mit, dass derzeit noch untersucht werde, was nach Einnahme des Frühstücks und des Mittagessens am vergangenen Freitag (17.6.) passiert ist. Die Erkrankten in den Gefängnisses im Osten des Landes (La Unión, San Miguel, Jucuapa, Ciudad Barrios und Usulután) werden medizinisch betreut. Bisher musste noch keiner in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Laborergebnisse über die Auslöser der Erkrankungen liegen noch nicht vor. Die Nahrungsmittel werden von einem privaten Unternehmen angeliefert.

Der Ausbruch einer Durchfallepidemie wirft erneut ein Schlaglicht auf die dramatische Situation in El Salvadors chronisch überbelegten Gefängnissen. Diese sind für 7.800 Gefangene ausgelegt, wegen der epidemischen Gewalt und des Bandenunwesens im Land aber völlig überfüllt. Das führte in den letzten Jahren immer wieder zu Revolten und Gewaltausbrüchen.

Quelle: abc

Alarmzustand im Gefängnis von Mariona

Donnerstag, 06. Januar 2011

Im Gefängnis La Esperanza, auch bekannt als Mariona, im Norden von San Salvador wurde am 5. Jänner der Alarmzustand verhängt, berichtet die Onlinezeitung ContraPunto. Grund für die Maßnahme ist das Verschwinden eines Gefangenen. Wie der stellvertretende Gefängnisdirektor Nelson Rauda bekannt gab, wird die Maßnahme bis zur Klärung des Vorfalls verlängert. Abgängig ist ein 19-jähriger Häftling, der eine Strafe wegen Erpressung verbüßt.

Gefängnis La Esperanza: mindestens 40% der Insassen sind Gangmitglieder

Gefängnis La Esperanza: mindestens 40% der Insassen sind Gangmitglieder

Einheiten der Polizei begannen am 5. Jänner mit einer gründlichen Durchsuchung der Anstalt, allerdings sind drei Sektoren noch nicht durchsucht worden. Während der Suchaktion mussten alle Häftlinge in ihren Zellen bleiben, um sie zählen zu können. Im Zuge der Durchsuchung wurden auch 4 Handys sichergestellt sowie Ladegeräte  und Waffen.

Die Gefängnisleitung    geht davon aus, dass der Gefangenen entweder geflohen ist oder von anderen Insassen ermordet und seine Leiche versteckt wurde.

Dieser jüngste Vorfall wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die katastrophalen Zustände in den heillos überfüllten Gefängnissen El Salvadors, die immer wieder zu Meutereien wie im November in Mariona oder in Fall der Jugendstafanstalt  von Ilobasco sogar zu einem Brand führten, der über 20 Insassen das Leben kostete.

Quelle: ContraPunto (6.1.); Foto: latinamericanstudies.org

Gefängnisse sind „Schulen der Kriminalität“

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Die katholische Kirche in El Salvador hat die Politiker des Landes aufgefordert, die Zustände in den Gefängnissen des Landes zu überprüfen. Der Weihbischof der Hauptstadtdiözese San Salvador, Gregorio Rosa Chávez, kritisierte die Zustände in den Haftanstalten des mittelamerikanischen Landes als “wirkliches Drama”. Die Gefängnisse seien längst zu “Schulen der Kriminalität” mutiert, anstatt ihre eigentliche Funktion auszuüben und die Insassen zu besseren Menschen zu machen.

In den Haftanstalten würden derzeit etwa 25.000 Menschen einsitzen, obwohl die Gebäude nur für 8.100 Häftlinge ausgelegt seien. Die Aufdeckung einiger skandalöser Vorfälle in einem Gefängnis hatte die Debatte in El Salvador losgetreten. In der Strafanstalt von Zacatecoluca rund 60 Kilometer östlich von San Salvador hatten die Wärter Überwachungskameras ausgeschaltet und den Häftlingen Zugang zu Mobiltelefonen ermöglicht, mit denen die Gefangenen aus dem Gefängnis heraus Erpressungen begehen konnten.

“Dieses Beispiel zeigt, dass die Gefängnispolitik ein einziger Fehlschlag ist”, so Gregorio Rosa Chávez. Der Schlüssel zu einer Veränderung sei der Kampf gegen die Straflosigkeit. Zudem fehlten wirksame Resozialisierungsangebote für die Gefangenen.

Quelle: Blickpunkt Lateinamerika