Archiv für die Kategorie ‘Österreich, Entwicklungsprojekte’

Menschenrechtsombudsmann gegen Militärdienst für Risikojugendliche

Mittwoch, 22. Juni 2011
Oscar Luna

Oscar Luna

Die Menschenrechtsanwaltschaft sprach sich eindeutig gegen Pläne für einen verpflichtenden Militärdienst für Risikojugendliche aus, wie dies Funes anlässlich des zweiten Jahrestags seines Amtsantritts angekündigt hatte. Für Menschenrechtsombudsmann Oscar Luna widerspricht ein solcher Schritt der Verfassung und internationalen Abkommen, denn laut Verfassung sei die Wehrpflicht nur für großjährige Personen möglich. Von El Salvador unterzeichnete internationale Konventionen verbieten ebenfalls die zwangsweise Verpflichtung von Minderjährigen für die Streitkräfte. Das verletze außerdem den Artikel 56g des Gesetzes zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, der die Zwangsverpflichtung von Jugendlichen unter 18 Jahren als eine Form der Ausbeutung definiert.

Luna fordert daher eine breite Diskussion mit allen Betroffenen und Institutionen der Zivilgesellschaft, um dort Maßnahmen zu Eindämmung der Kriminalität und Gewalt zu entwickeln.Die Regierung plant in einem ersten Schritt 5000 Risikojugendliche zu einem unbewaffneten Militärdienst einzuziehen, um sie daran zu hindern, sich einer der Banden (”maras”) anzuschließen. Der Fokus soll auf zivilen Projekten liegen.

Auch die UNDP-Vertreterin in El Salvador, Lucia Dammert, sieht in einer Militärpflicht keine geeignete Lösung für das Problem der Gewalt im Land, da solche Systeme immer auch Disziplin mit Mitteln der Gewalt herstellen und damit Gewaltanwendung fördern.

Quelle: Contrapunto; Bild: elsalvadorahora

Produkte aus El Salvador in österreichischen Weltläden

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Seit 2010 hat die EZA, Österreichichs wichtigster Importeur von fair gehandelten Produkten aus den Ländern des Südens zwei neue Projektpartner in El Salvador.

Die  Kooperative  „Semilla de Dios“ wurde 1977 in La Palma von damals 50  Personen  gegründet.  Unter  den Gründungsmitgliedern fand sich auch der  Maler  Fernando  Llort,  der  die typische  Malkunst  von  La  Palma  begründet und geprägt hat. Heute zählt die Kooperative 30 Mitglieder, darunter 16 Frauen. Sie erzeugen die beliebten bunten Holzprodukte. Damals  wie  heute  geht es der Kooperative vor allem um die  Schaffung von  Arbeit  und  Einkommen  für  kleine  benachteiligte  Kunsthandwerker-Innen und die Pflege der Kultur und handwerklichen  Kunst  in  La  Palma.

Der zweite Partner ist UCA  Ruffatti,  ein  Familienbetrieb aus St. Ana, der zweitgrößten Stadt El Salvadors.  Es  wurde  1980  gegründet und  stellte  bis  2007  ausschließlich Lederwaren her. Aufgrund der ständig zunehmenden  Konkurrenz  an  importierten  Lederwaren  aus  Mexiko  und Brasilien  ging  die  Produktion  jedoch immer  weiter  zurück  bis  zuletzt  nur noch  zwei  Personen  beschäftigt  werden  konnten.  Somit  musste  sich  das Unternehmen   neu  orientieren   und sah  eine  Chance  in  der  Verarbeitung von  Produkten  aus  Naturmaterialien. US AID, eine US amerikanische NGO, brachte  sie  auf  die  Idee,  das  Leder durch  Recyclingmaterial  zu  ersetzen. Nach der Präsentation der neuen Produkte  auf  Messen  in  New  York  und Guatemala  Stadt  war  das  Interesse groß, und es wurde deutlich, dass sich die neuen Taschen auf dem Markt gut durchsetzen  würden.  Heute  beschäftigt  das  Unternehmen  wieder  17  Personen  unter  vorbildlichen  Arbeitsbedingungen.

>> Liste der Verkaufsstellen

Quelle: EZA Fairer Handel; Fotos: EZA