Archiv für die Kategorie ‘Umfragen’

Jüngste Meinungeumfragen sehen rechte ARENA-Partei im Vorteil

Freitag, 30. Dezember 2011

Eine von der Tageszeitung La Prensa Grafíca durchgeführte Meinungsumfrage unter 1500 SalvadorianerInnen sieht im Hinblick auf die Parlaments- und Gemeindewahlen am 11. März 2012 die rechte Oppositionspartei ARENA voran. In der zwischen 15. und 19. Dezember durchgeführten Umfrage gaben 29,5% an, sie würden bei den Parlamentswahlen ARENA wählen, während die linke Regierungspartei FMLN nur von 22,5% der Befragten genannt wurde. Noch deutlicher ist die Präferenz für ARENA mit 32,3% (gegenüber 23,2%) bei der Frage nach der Wahl der Bürgermeister. Von den kleinen Parteien erhielt die von der ARENA abgespaltene  GANA (Gran Alianza por la Unidad Nacional) mit 4,9% den größten Zuspruch. Eine Meinungsumfrage der Jesuitenuniversität sah noch die FMLN voran. Santiago Flores von der politischen Kommission der FMLN versuchte die Relevanz der Umfragen herunterzuspielen, da der Wahlkampf noch nicht angelaufen sei.

In den Umfragenwerten widerspiegeln sich der neben der Unentschlossenheit vieler WählerInnen vor allem aber Misstrauen und Desinteresse an den Wahlen. Nach wie vor ist das Land politisch zwischen rechts und links polarisiert.  Gewalt und Kriminalität – nicht zuletzt ein Erbe des Bürgerkriegs und der 20 Jahre ARENA-Herrschaft – hemmen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Land und verhindern, dass offensichtliche Fortschritte der letzten drei Jahre, wie z.B. im Gesundheits- und Bildungswesen, von den WählerInnen wahrgenommen und honoriert werden.

Am 11. März werden in El Salvador 84 Abgeordnete zum Parlament und Bürgermeister für die 262 Gemeinden gewählt. Dabei gibt es einige Neuerungen und Verbesserungen im Wahlrecht (Wahl vor Ort, unabhängige Kandidaten). Nach wie vor gibt es allerdings kein Wahlrecht für AuslandssalvadorianerInnen.

Quelle: EFE; La Prensa Grafíca; Bildquelle: TSE

Neue Meinungsumfragen der Jesuitenuniversität UCA

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Das Institut für öffentliche Meinung der Jesuitenuniversität UCA (IUDOP) veröffentlicht traditionell zu Jahresende die Ergebnisse seiner neuesten Meinungsumfrage. Im folgenden einige der Ergebnisse:

  • 65% der Salvadorianer sehen in der Kriminalität das größte Problem des Landes, nur 30% hingegen in der Wirtschaft. Diese wurde bis 2009 immer als größeres Problem eingeschätzt.
  • Mehr als drei Viertel der Befragten (76%)  gaben an, die Kriminalität habe im Jahr 2011 zugenommen.Das Vertrauen in die Wirksamkeit staatlicher Maßnahmen ist gering.
  • Fast ein Viertel der Befragten (22.5%) sagten, sie seien in den letzten zwölf Monaten Opfer einer kriminellen Handlung gworden.
  • 59% der Befragten begrüßen die Stationierung von Truppen auf den Straßen als einen Beitrag zur Bekämpfung des Verbrechens, obwohl diese Maßnahme bei Menschenrechtsorganisationen und auch in Bloggerszene zum Teil heftig kritisiert und als Bruch der Friedensverträge gesehen wird.
  • Mehr als zwei Drittel (67,4%) sagten, die Lebenshaltungskosten seien 2011 stark gestiegen. Nur 17,5% glauben an eine wirtschaftliche Erholung, 38% äußerten sich pessimistisch für 2012.
  • 39% haben größtes Vertrauen in die katholische Kirche, dicht gefolgt von den protestantischen Kirchen und der Armee (jeweils 37%).
  • Politische Parteien (4,5%), das Parlament (6,3%) und der Oberste Gerichtshof (7.7%) genießen hingegen sehr geringes Ansehen und Vertrauen bei den Befragten.
  • Das schlägt sich auch in einem weitgehenden Desinteresse für den laufenden Wahlkampf (Parlaments- und Gemeindewahlen im März 2012) nieder. Jeweils ein Drittel zeigten in der Umfrage kein oder nur geringes Interesse daran.
  • Auch das Vetrauen in den Wahlprozess ist bei 44,3% der Befragten nur gering. 17,1% haben überhaupt kein Vertrauen.
  • Bei der Frage nach den Parteipräferenzen sind die Umfragewerte seit Monaten stabil:  die rechte ARENA-Partei kommt auf etwa 24%, die linke Regierungspartei FMLN auf 28% (Bürgermeister) – 29% (Parlament).
  • Die Zustimmungswerte für Präsident Funes sind seit 2009 stetig gefallen, von 73% im Novmeber 2009 auf 42% im November 2011. Bei einer Gallup-Umfrage kam Funes allerdings auf 57% Zustimmung und damit auf einen höheren Wert als jeder andere Präsident in der Region (z.B. Ortega 43%).
  • Gute Noten gab es für das Katastrophenmanagement der Regierung anlässlich des Hochwassers im Oktober. 81% der Befragten beurteilten die Maßnahmen dert Regierung als gut oder sogar sehr gut.

Quelle: IUDOP; Gallup; Tim’s El Salvador Blog

ARENA bei jüngsten Meinungsumfragen voran

Dienstag, 06. September 2011

Laut einer jüngst von einem mexikanischen Institut durchgeführten Meinungsumfrage fällt die FMLN in der Wählergunst etwas zurück. Während 27,8% der Befragten (1000 Salvadorianer zwischen 19 und 21) eine Präferenz für ARENA äußerten,  kam die FMLN nur auf 25,8% Zustimmung. Von den kleineren Parteien kam nur die ARENA-Abspaltung GANA auf über 5%. Derzeit verfügt die FMLN über 35 (von 84) Abgeordneten, die rechtskonservative ARENA über 32 (allerdings spaltete sich ein Teil der fraktion als GANA ab);  gemeinsam mit den anderen Rechtsparteien kommt sie allerdings auf 49 Abgeordnete und damit eine Mehrheit im Parlament. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Frage nach den Präferenzen für die Bürgermeisterwahlen. Derzeit stellt ARENA 120, die FMLN 95 und die übrigen Parteien 43. Allerdings sind diese Umfragewerte nur bedingt aussagekräftig, da an die 40% der Befragten keinerlei politische Präferenz äußerten, wohl Ausdruck von mangelndem Vertrauen der Wähler in die Politiker und deren Fähigkeit die gravierenden Problme des Landes zu lösen.

Etwas an Zustimmung büßte auch Präsident Mauricio Funes ein, dessen Beliebtheitswerte von 72% im Februar auf 67% im Mai und und 65% Ende August zurückgingen.

In der Umfrage wurde auch die Einstellung zum Fall der Jesuitenmorde von 1989 und den DIsklussionen um eine mögliche Auslieferung der Verantwortlichen nach Spanien erhoben. 83% der Befragten gaben an, davon zu wissen. 43% sprachen sich für eine Wiederaufnahme des verfahrens, 41% dagegen aus. 38% sind gegen eine Auslieferung nach Spanien, 34% dafür. Fast die Hälfte sehen in einer Auslieferung eine Verletzung der Souveränität El Salvadors. 55% sprachen sich für eine Untersuchung der Verbrechen beider Kriegsparteien aus. Diese Umfragedaten widerspiegeln die nach wie vor tiefe Polarisierung des Landes im Umgagn mit der Vergangenheit.

Quelle: Google News/efe

Wenig Vertrauen in die Demokratie

Freitag, 04. Februar 2011

Eine jüngst von der Onlinezeitung El Faro veröffentliche Meinungsumfrage zeugt von wenig Vertrauen in die Demokratie. Viele der Befragten gaben an, auf die Demokratie verzichten zu wollen, wenn dies ihr Leben verbessern würde.

In einem Land mit einer langen Geschichte von Militärdiktaturen, in dem es erst seit 19 Jahren wieder demokratische Verhältnisse gibt, sind laut dieser Umfrage fast die Hälfte aller Befragten bereit, einen Militärputsch zu unterstützen, wenn dies ihre Alltagsprobleme lösen würde oder das Land seine wirtschaftlichen und Sicherheitsprobleme weiter nicht in den Griff bekommt. Nur ein Siebtel der Befragten schätzt die Demokratie höher als andere Regierungssysteme.

Das sind nur zwei der aufschlussreichen Ergebnisse einer Umfrage, die Mitte November 2009 von der Analitika Research and Marketing Company durchgeführt wurde.

Insgesamt zeichnet die Umfrage ein Bild von Desillusion und Politikverdrossenheit, weil Politiker ihre Versprechen nicht einhalten. Demokratische Werte werden daran gemessen, ob es mehr Essen am Tisch und weniger Kriminalität auf der Straße gibt.

Quelle: Tim’s El Salvador Blog; El Faro

Neueste Meinungsumfragen

Samstag, 11. Dezember 2010

Vor kurzem legte das Meinungsforschungsinstitut der Jesuitenuniversität UCA (IUDOP) eine neue Meinungsumfrage zum politischen Klima in El Salvador vor. Sie enthält wenig Überraschendes.  Die größten Sorgen der SalvadorianierInnen sind Sicherheit und Kriminalität. Mauricio Funes, der erste linker Präsident des Landes, hat auch in dieser Umfrage weiterhin hohe Beliebtheitswerte.

Allerdings zeigten sich die Befragten pessimistisch über die Zukunft, Mehr als die Hälfte meinten, die wirtschaftliche Lage habe sich verschlechtert und die Armut habe 2010 zugenommen.  Nur ein Viertel hofft auf eine wirtschaftliche Besserung im kommenden Jahr.

Wirklich bemerkenswert an dieser Umfrage ist das Vertrauen der Menschen in die Polizei und deren Arbeit in Sachen Verbrechensbekämpfung. Fast zwei Drittel  sind der Meinung die Arbeit der Polizei sei effektiver geworden und 58% sagten, der Sicherheitsplan der Regierung beginne jetzt zu greifen.

Interessante Ergebnisse brachte die Frage nach den vertrauenswürdigsten Institutionen. Traditionell ist dies in EL Salvador die katholische Kirche. Doch in diesem Jahr schaffte erstmals die Armee den Sprung an die Spitze dieser Liste. 43,5% der Befragten optierten für die Armee, wohl eine Folge des Einsatzes der Streitkräfte bei Straßenpatrouillen und zum Schutz der Wirtschaft (z.B. Kaffee-Ernte) im Zuge der Verbrechensbekämpfung.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine von der Tageszeitung La Prensa Gráfica veröffentliche Meinungsumfrage.  Funes kommt auf hohe Beliebtheitswerte, FMLN und ARENA dominieren das politische Spektrum, wobei der Abstand zwischen den beiden Parteien im Vergleich zu anderen Umfragen mir nur 10% hier geringer ausfiel. Alle anderen Parteien bleiben unter 2%, ein Ausdruck der anhaltenden politischen Polarisierung im Land. Allerdings wollten sich 50% der Befragten für keine der Parteien deklarieren.  Vielen Menschen sind das Wohl ihrer Familien und  der Kampf um das tägliche Überleben wichtiger als Parteiloyalität.

Bei der Frage nach dem Stimmverhalten bei den Gemeindewahlen im Jahr 2012 konnte die FMLN leicht zulegen, während ARENA doch deutlich verlor. Nationalversammlung und Oberster Gerichtshof büßten deutlich Vertrauen ein.

Quellen: Tim’s El Salvador Blog; La Prensa Gráfica; Grafik: La Prensa Gráfica