Archiv für die Kategorie ‘Vergangenheit’

Romneys dubiose Kontakte

Mittwoch, 22. August 2012

US-Medien decken Verbindungen zu Terrorhelfern in El Salvador auf, berichtet  Harald Neuber in neues deutschland.

Mitt Romney, der Kandidat der Republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahlen in den USA, hat ein Problem mehr: US-amerikanische Medien deckten indirekte Verbindungen zu rechtsextremen Todesschwadronen auf.
Bislang pflasterten nur verbale Ausrutscher Mitt Romneys Weg im Wahlkampf – nun kommen Leichen hinzu. Seit Mitte der 80er Jahre soll der republikanische Präsidentschaftskandidat enge Geschäftskontakte zu Clans aus El Salvador unterhalten haben, die Todesschwadrone aufbauten und das Land während des Bürgerkrieges (1979-1992) mit blutigem Terror überzogen.

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Prä­si­dent lässt Men­schen­rechts­ver­bre­chen des Mili­tärs untersuchen

Dienstag, 28. Februar 2012

»Es ist bitter mit­an­zu­sehen, dass Kri­mi­nelle wie Helden behan­delt werden«, sagt Dorila Már­quez, die im Dezember 1981 ein Mas­saker der Streit­kräfte El Sal­va­dors in der Pro­vinz Morazán über­lebte, berichtet Edgardo Ayala für ips.  An drei Tagen wurden in El Mozote und anderen Dör­fern im Osten des zen­tral­ame­ri­ka­ni­schen Landes etwa 1.000 Männer, Frauen und Kinder umge­bracht. 20 Jahre nach Kriegs­ende hofft sie nun auf Gerech­tig­keit. In El Sal­vador hat die Regie­rung die Unter­su­chung der Men­schen­rechts­ver­bre­chen wäh­rend des Bür­ger­kriegs von1980 bis 1992 angekündigt.

Wie Prä­si­dent Mau­ricio Funes im letzten Monat bekanntgab, wird sich ein Mili­tär­aus­schuss mit der Geschichte der Armee befassen und zudem über­prüfen, ob sie sich an das Frie­dens­ab­kommen gehalten hat.

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“Ich empfand eine unbändige Wut”

Sonntag, 12. Februar 2012

Anlässlich des 20. Jahrestages der Unterzeichnung der Friedensverträge entschuldigte sich El Salvadors Präsident Mauricio Funes bei den Anghörigen der Opfer des Massakers von El Mozote. Der Deutsch-Salvadorianer Paolo Luers, der im Bürgerkrieg in der FMLN-Guerilla aktiv war, berichtet im Standard vom 10. Februar über dieses Massaker und verlangt, dass sich auch die ehemalige Guerillabewegung FMLN (Frente Farabundo Martí de la Liberación Nacional) ihrer Vergangenheit stellt und verweist dabei z.B. auf die Ermordung des Dichters Roque Dalton durch seine eigene (linke) Gruppierung.

Am 10. Dezember 1981 drangen Angehörige einer Eliteeinheit der salvadorianischen Armee in das Dorf El Mozote vor. Das Bataillon Atlacatl unter dem Kommando General Domingo Monterrosas trennte am Morgen des nächsten Tages Männer von Frauen und Kindern. Nach der Einvernahme töteten die Soldaten alle Dorfbewohner und zahlreiche Flüchtlinge, zehnjährige Mädchen wurden vergewaltigt, die Kirche, in der die Kinder eingesperrt waren, mit automatischen Waffen beschossen.

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Verfahren gegen die Mörder des Dichters Roque Dalton eingestellt

Dienstag, 10. Januar 2012

Ein Gericht in San Salvador stellte am 9. Jänner das Verfahren gegen die mutmaßlichen Mörder des Dichters Roque Dalton ein. Der Revolutionär Dalton – El Salvadors wichtigster Dichter des 20. Jahrhunderts – wurde 1975 von führenden Mitgliedern seiner Guerillaorganisation hingerichtet.

Der Richter begründete seine Entscheidung mit der Verjährung des Verbrechens. Des Mordes beschuldigt sind Joaquin Villalobos, eine prominenter Ex-Kommandant der FMLN und Jorge Melendez, der derzeit als Chef des Zivilschutzes fungiert. Während Melendez jede Schuld zurückwies, gab Villalobos zu, dass einige Guerillaführer den Mord anordneten, nachdem Dalton beschuldigt worden war, ein Verräter und CIA-Agent zu sein.

Ein Gerichtsverfahren gegen die Mörder Daltons wird seit Jahren von seinen beiden Söhnen angestrengt. Sie brachten den Fall auch vor die Interamerikanischen Menschenrechtskommission. Unterstützt werden sie dabei unter anderem vom Menschenrechtsinstitut der Jesuitenuniversität. Daltons Söhne führen ins Treffen, dass es sich beim Mord an ihrem Vater um einen weiteren Fall von Straflosigkeit handle, da der Mord in der Vergangenheit nie vor ein Gericht kam. Sie sind der Ansicht, dass Gerechtigkeit gelten muss, egal ob eine Mord von Armee und Regierung oder der Guerilla, die gegen die letzteren kämpfte, begangen wurde.

Daltons Söhne, ein Journalist sowie ein Filmemacher, kündigten weitere Schritte an.

Quelle: Tim’s El Salvador Blog; Washington Post

20 Jahre Friedensabkommen

Freitag, 06. Januar 2012

Am 16. Jänner 1992 wurden in Chapultepeque, Mexiko jene Friedensverträge unterzeichnet, welche den blutigen Bürgerkrieg und die Vorherrschaft der Streitkräfte beendeten. In der Folge wurde die damalige Guerillabewegung FMLN (Frente Farabundo Martí para la Liberacíon Nacional) zu einer politischen Partei, die es nach mehreren Anläufen 2009 erstmals schaffte als stärkste politische Kraft im Land mit Präsident Funes die Regierung zu stellen.

Das Parlament hat das Jahr 2012 einstimmig dem Gedenken an die Friedensverträge gewidmet. Parlamentspräsident Sigifrido Reyes betonte die Bedeutung der Verträge für das Zusammenleben iom Land, aber auch die Verantwortung für deren Weiterentwicklung für künftige Generationen. Es wird zahlreiche Veranstaltungen zum 20. Jahrestag geben, die von einer Kommission auf höchster Regierungsebene koordiniert werden.

Für die Auftaktveranstaltung am 16. Jänner wurde eine wichtige Stellungnahme von Präsident Funes zu Menschenrechtsangelegenheiten angekündigt. Auch in Frankreich und Mexiko – den Schirmherren der Friedensverhandlungen – sind Veranstaltungen geplant.

Quelle: Prensa Latina

Familie von Roque Dalton klagt bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission

Mittwoch, 02. November 2011

Ende Oktober brachte die Söhne des 1975 ermordeten Dichters Roque Dalton bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) Klage gegen die Regierung El Salvadors ein, weil sie die Umstände der Ermordung ihres Vaters nicht untersuche.

Dalton wurde am 10. Mai 1975 von Mitgliedern seiner eigenen Partei, dem Revolutionären Volksheer (ERP), gemeinsam mit dem Arbeiter Armando Arteaga ermordet, weil sie angeblich mit der CIA und dem kubanischen Geheimdienst zusammengearbeitet hätten.

Diese Vorwürfe wurden nie aus dem Weg geräumt, die Staatsanwaltschaft gab dem Antrag von Daltons Söhnen auf Untersuchung des Verbrechens nicht statt. Daher wandten diese sich jetzt nach mehr als einem Jahr des vergeblichen Wartens auf eine Antwort der Staatsanwaltschaft an eine internationale Instanz. Der Filmemacher Jorge Dalton beklagte, dass es geradezu scheine, sein Vater sei “nie geboren und nie ermordet worden”. Der Zugang zu Gerechtigkeit sei seiner Familie systematisch verweigert worden. Auch im Fall Roque Daltons verfestige sich der Zustand der Straflosigkeit von schweren Verbrechen.

Roque Dalton (1935-1975) war Dichter, Schriftsteller und Essayist. Seine Texte werden auch fast 40 Jahre nach seinem Tod noch immer gelesen, übersetzt und in vielen Ländern publiziert. Er gilt heute als der wichtigste Dichter El Salvadors im 20. Jahrhunderts. Dennoch gibt es für ihn nach wie vor keine Gerechtigkeit.

Rechtsvertreter der Familie Dalton ist das Menschenrechtsinstitut der Jesuitenuniversität UCA. Gemeinsam mit dem Fall Roque Daltons wurden fünf weitere ungeklärte Fälle bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission eingebracht, nämlich die von Francisco Ventura, Universitätsanghöriger (verschwunden 19809, Rolando González Morales y Carlos Santos Menjívar (zwei Jugendliche, die  1981 bzw. 1983 verhaftet und gefoltert wurden), Félix Antonio Ulloa  Rektor der Nationalen Universität, ermordet 1980) und Mario Zamora Rivas (Ombudsmann der Armen ermordet 1980). Anders als im Fall von Roque Dalton gehen diese Verbrechen allesamt auf das Konto der Sicherheitskräfte der Regierung.

Die österreichische Filmemacherin Tina Leisch arbeitet derzeit an einer Doku über Roque Dalton.

Quelle: Univision

Totengedenken an die Ermordeten des Bürgerkriegs

Mittwoch, 02. November 2011

Wie überall in Zentralamerika ist der “Día de los muertos” jener Tag an dem sich die Familien in den Friedhöfen versammlen, um ihrer Verstorbenen zu gedenken. Für viele Überlebende des Bürgerkrieges ist dies nicht möglich, weil sie bis heute nicht wissen, wo ihre verschwundenen und ermordeten Angehörigen bestattet wurden. Sie versammeln sich beim Denkmal für die Verschwundenen m Parque Cuscatlán, wo die Namen tausender Opfer eingraviert sind. Heuer las Hernández de Mira, Mutter des ermordeten Kommandanten Camilo Turcios, aus dessen Texten.

Quelle: Diario Colatino

El Salvador erfüllt Empfehlungen im Fall Romero nicht

Freitag, 28. Oktober 2011

In Washington äußerten mehrere Menschenrechtsorganisationen Ende Oktober Kritik an der salvadorianischen Regierung, die  den Empfehlungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) zum Fall der Ermordung von Erzbischof Romero (1980) und der Jesuiten (1989) nicht nachkomme. Vertreter des Menschenrechtsinstituts der Jesuitenunversität UCA und des Zentrums für Gerechtigkeit und internationales Recht (CEJIL) prüften in Washington mit Vertretern der salvadorianischen Regierung und dem CIDH die Umsetzung der Empfehlungen des CIDH.

Die salvadorianischen Behörden gestanden eine Bringschuld ihrerseits ein und gaben zu, dass die Schritte zu einer Außerkraftsetzung des umstrittenen Amnestiegesetzes von 1993 nicht ausreichend seien. Die beteiligten Menschenrechtsorganisationen zeigten sich mit den Fortschritten in Sachen Gerechtigkeit unzufrieden. Besonders kritisierten sie das Verhalten der salvadorianischen Behörden gegenüber den internationalen Haftbefehlen eines spanischen Gerichts für jene ehemaligen Militärs, die der Morde an den Jesuiten und ihrer Hausangestellen und deren Tochter beschuldigt werden.

Im Fall von Romero verwiesen sie darauf, dass der Fall offiziell seit 1993 beendet ist und der Staat bisher keine Initiativen zu einer Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens gesetzt hat.

Quelle: Google hosted news

Jesuitenmorde in El Salvador: Neue Interpol-Haftbefehle

Donnerstag, 22. September 2011

Die Polizei in El Salvador hat erneut internationale Haftbefehle für die fünf mutmaßlichen Jesuitenmörder erhalten. Das bestätigte die Polizei am Mittwoch (Ortszeit) laut dem TV-Sender “Univision”. Vor wenigen Wochen hatte das Oberste Gericht des Landes die Auslieferung der mutmaßlichen Mörder nach Spanien abgelehnt und sich dabei auf Formfehler in den Haftbefehlen berufen. Ein Polizeisprecher erklärte, die von Interpol ausgestellten neuen Haftbefehle würden nun zur Prüfung erneut an das Oberste Gericht weitergeleitet.

Im August waren in El Salvador neun frühere Armeemitglieder wegen mutmaßlicher Beteiligung an dem Mord im Jahr 1989 verhaftet worden. Die Militärs hatten sich den Behörden freiwillig gestellt. Spanien forderte wiederholt die Auslieferung; zwischen El Salvador und Spanien gibt es seit 1997 ein Auslieferungsabkommen.

Da ein Teil der Opfer aus Spanien stammte, will die spanische Justiz die Hintergründe der Gewalttat 1989 aufarbeiten. In El Salvador waren die Ermittlungen bereits vor Jahren im Zuge einer Amnestie für die Zeit des Bürgerkrieges (1980-91) eingestellt worden.

Am 16. November 1989 hatten Angehörige einer Armeeeinheit auf einem Universitätsgelände sechs Jesuiten sowie eine Hausangestellte und deren Tochter erschossen. Fünf der Opfer waren Spanier, darunter Universitätsrektor Ignacio Ellacuria und dessen Stellvertreter Ignacio Martin-Baro.

Quelle: kathweb

Keine Strafverfolgung für Jesuitenmörder

Dienstag, 13. September 2011

“Haz Patria, mata un cura” – “Mach (etwas für) das Vaterland, töte einen Pfaffen” war während des Bürgerkriegs im mittelamerikanischen El Salvador auf zahlreichen Autoaufklebern zu lesen. Die katholische Kirche war bei Anhängern der rechtsextremen ARENA-Partei verhasst, berichtet der Standard in seiner Ausgabe vom 13. September.

Seit Erzbischof Romero Soldaten zur Befehlsverweigerung aufgerufen hatte, war es für die Militärs klar, dass der Klerus auf der Seite der FMLN-Guerilla stünde. Romero starb am 24. März 1980 durch die Kugel des Attentäters Marino Samayoa Acosta, damals Unteroffizier der Nationalgarde.

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