Archiv für die Kategorie ‘Jesuiten’

Spanien will Auslieferung

Samstag, 14. Januar 2012
Wegen der Tötung von sechs Jesuiten und zwei weiteren Menschen während des Bürgerkriegs hat die spanische Regierung die Auslieferung von 13 ehemaligen Offizieren aus El Salvador beantragt. Fünf der getöteten Priester waren Spanier. Im vergangenen Jahr hatte der Oberste Gerichtshof in El Salvador die Verhaftung der Verdächtigen abgelehnt, da kein Auslieferungsantrag gestellt worden war. Nun werde das Gesuch dem Gerichtshof erneut vorgelegt, kündigte Außenminister Hugo Martinez am Donnerstag an.
Quelle: Junge Welt

El Salvador erfüllt Empfehlungen im Fall Romero nicht

Freitag, 28. Oktober 2011

In Washington äußerten mehrere Menschenrechtsorganisationen Ende Oktober Kritik an der salvadorianischen Regierung, die  den Empfehlungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) zum Fall der Ermordung von Erzbischof Romero (1980) und der Jesuiten (1989) nicht nachkomme. Vertreter des Menschenrechtsinstituts der Jesuitenunversität UCA und des Zentrums für Gerechtigkeit und internationales Recht (CEJIL) prüften in Washington mit Vertretern der salvadorianischen Regierung und dem CIDH die Umsetzung der Empfehlungen des CIDH.

Die salvadorianischen Behörden gestanden eine Bringschuld ihrerseits ein und gaben zu, dass die Schritte zu einer Außerkraftsetzung des umstrittenen Amnestiegesetzes von 1993 nicht ausreichend seien. Die beteiligten Menschenrechtsorganisationen zeigten sich mit den Fortschritten in Sachen Gerechtigkeit unzufrieden. Besonders kritisierten sie das Verhalten der salvadorianischen Behörden gegenüber den internationalen Haftbefehlen eines spanischen Gerichts für jene ehemaligen Militärs, die der Morde an den Jesuiten und ihrer Hausangestellen und deren Tochter beschuldigt werden.

Im Fall von Romero verwiesen sie darauf, dass der Fall offiziell seit 1993 beendet ist und der Staat bisher keine Initiativen zu einer Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens gesetzt hat.

Quelle: Google hosted news

Höchstgericht untersagt erneut Verhaftung von ehemaligen Offizieren

Freitag, 07. Oktober 2011

Am 6. Oktober untersagte El Salvadors Höchstgericht erneut die Verhaftung von fünf hochrangigen ehenmaligen Offizieren, die von einem spanischen Gericht wegen der Beiteiligung an den Jesuitenmorden im November 1989 angeklagt und via Interpol zur Verhaftung ausgeschrieben sind.

Der Gerichtshof wies – so wie schon im August – auch den zweiten Haftbefehl zurück. Erneut wurde der Entscheid damit begründet, dass das Ansuchen der Interpol lediglich eine Lokalisierung, aber nicht eine Festnahme mit dem Ziel der Auslieferung verlange. Daher ist die Polizei auch nicht berechtigt, die Angeklagten zu verhaften.

Insgesamt sind vor dem spanischen Gericht 20 ehemalige Offiziere angeklagt. Ihnen wird Planung und Durchführung eines der schlimmsten Verbrechen des Bürgerkriegs von 1980-1992 zur Last gelegt, nämlich die Ermordung von sechs Jesuiten, ihrer Haushälterin und deren Tochter in den Morgenstunden des 16. November 1989.

Da fünf der Ermordeten Jesuiten spanische Staatsbürger waren, brachten Angehörige und Verteter der Jesuitenuniversität den Fall vor ein spanisches Gericht.

Quelle: ContraPunto

Auslieferungs der Täter bei Jesuitenmorden stellt Kirche vor Probleme

Montag, 26. September 2011
Bisher hatte sie sich bislang für eine Amnestie-Regelung für die beschuldigten Militärangehörigen ausgesprochen, um alte Wunden nicht wieder aufzureißen – Erzbischof deutet Kehrtwende an

Im Jesuitenmordprozess von El Salvador hat die Kirche den Obersten Gerichtshof des Landes aufgefordert, ohne politischen Druck über eine Auslieferung der Tatverdächtigen nach Spanien zu entscheiden. Der Erzbischof der Hauptstadtdiözese San Salvador, Jose Luis Escobar Alas, erklärte am Sonntag (Ortszeit) vor Journalisten, es sei notwendig, dass der Beschluss im Sinne der Wahrheit und Gerechtigkeit falle. Es müsse “das Recht im Interesse des Wohles der Gesellschaft bestätigt” werden.

Beobachter werten dies als Kehrtwende der Kirche. Sie hatte sich bislang für eine Amnestie-Regelung für die beschuldigten Militärangehörigen ausgesprochen, um alte Wunden aus dem Bürgerkrieg nicht wieder aufzureißen.

Im August waren in El Salvador neun frühere Armeemitglieder wegen mutmaßlicher Beteiligung an dem Mord an sechs Jesuiten im Jahr 1989 verhaftet worden. Die Militärs hatten sich den Behörden freiwillig gestellt. Spanien forderte wiederholt die Auslieferung; zwischen El Salvador und Spanien gibt es seit 1997 ein Auslieferungsabkommen.

Da ein Teil der Opfer aus Spanien stammte, will die spanische Justiz die Hintergründe der Gewalttat von 1989 aufarbeiten. In El Salvador waren die Ermittlungen bereits vor Jahren im Zuge einer Amnestie für die Zeit des Bürgerkrieges (1980-1991) eingestellt worden.

Am 16. November 1989 hatten Angehörige einer Armeeeinheit auf einem Universitätsgelände sechs Jesuiten sowie eine Hausangestellte und deren Tochter erschossen. Fünf der Opfer waren Spanier, darunter Universitätsrektor Ignacio Ellacuria und dessen Stellvertreter Ignacio Martin-Baro.

Quelle: kathweb

Jesuitenmorde in El Salvador: Neue Interpol-Haftbefehle

Donnerstag, 22. September 2011

Die Polizei in El Salvador hat erneut internationale Haftbefehle für die fünf mutmaßlichen Jesuitenmörder erhalten. Das bestätigte die Polizei am Mittwoch (Ortszeit) laut dem TV-Sender “Univision”. Vor wenigen Wochen hatte das Oberste Gericht des Landes die Auslieferung der mutmaßlichen Mörder nach Spanien abgelehnt und sich dabei auf Formfehler in den Haftbefehlen berufen. Ein Polizeisprecher erklärte, die von Interpol ausgestellten neuen Haftbefehle würden nun zur Prüfung erneut an das Oberste Gericht weitergeleitet.

Im August waren in El Salvador neun frühere Armeemitglieder wegen mutmaßlicher Beteiligung an dem Mord im Jahr 1989 verhaftet worden. Die Militärs hatten sich den Behörden freiwillig gestellt. Spanien forderte wiederholt die Auslieferung; zwischen El Salvador und Spanien gibt es seit 1997 ein Auslieferungsabkommen.

Da ein Teil der Opfer aus Spanien stammte, will die spanische Justiz die Hintergründe der Gewalttat 1989 aufarbeiten. In El Salvador waren die Ermittlungen bereits vor Jahren im Zuge einer Amnestie für die Zeit des Bürgerkrieges (1980-91) eingestellt worden.

Am 16. November 1989 hatten Angehörige einer Armeeeinheit auf einem Universitätsgelände sechs Jesuiten sowie eine Hausangestellte und deren Tochter erschossen. Fünf der Opfer waren Spanier, darunter Universitätsrektor Ignacio Ellacuria und dessen Stellvertreter Ignacio Martin-Baro.

Quelle: kathweb

Sieben angeklagte Ex-Militärs erscheinen nicht vor spanischem Richter

Donnerstag, 15. September 2011

Sieben salvadorianische Ex-Militärs, Angeklagte im Jesuitenmordprozess, hätten am Mittwoch, dem 14.9, vor dem zuständigen spanischen Richter, Eloy Velasco, erschienen müssen. Sie folgten der Vorladung allerdings nicht und beriefen sich dabei auf den Spruch des Obersten Gerichtshof El Salvadors, wonach kein offizielles Auslieferungsgesuch Spaniens gegen sie gestellt worden wäre. Vorgeladen waren unter anderem Guillermo Alfredo Benavides, Camilo Hernández, René Yusshy Mendoza und Joaquín Arnoldo Cerna. Jetzt könnte das spanische Gericht internationale Haftbefehle gegen die sieben verhängen.

Quelle: ContraPunto

Keine Strafverfolgung für Jesuitenmörder

Dienstag, 13. September 2011

“Haz Patria, mata un cura” – “Mach (etwas für) das Vaterland, töte einen Pfaffen” war während des Bürgerkriegs im mittelamerikanischen El Salvador auf zahlreichen Autoaufklebern zu lesen. Die katholische Kirche war bei Anhängern der rechtsextremen ARENA-Partei verhasst, berichtet der Standard in seiner Ausgabe vom 13. September.

Seit Erzbischof Romero Soldaten zur Befehlsverweigerung aufgerufen hatte, war es für die Militärs klar, dass der Klerus auf der Seite der FMLN-Guerilla stünde. Romero starb am 24. März 1980 durch die Kugel des Attentäters Marino Samayoa Acosta, damals Unteroffizier der Nationalgarde.

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Jesuitenmorde von 1989 beschäftigen spanische Justiz

Donnerstag, 01. September 2011

Nach der Wei­ge­rung des Obersten Gerichts­hofs von El Sal­vador, die mut­maß­li­chen Mörder von sechs Jesuiten im Zusam­men­hang mit einem Aus­lie­fe­rungs­ge­such fest­zu­nehmen, wird den Mili­tärs in Abwe­sen­heit nun in Spa­nien der Pro­zess gemacht, berichtet Edgardo Ayala für IPS aus El Salvador.  Das Ver­fahren soll die Hin­ter­gründe des Mas­sa­kers von 1989 klären. Bis heute tut sich die sal­va­do­ria­ni­sche Justiz schwer damit, die wäh­rend des blu­tigen Bür­ger­kriegs began­genen Ver­bre­chen von 1980 bis 1992 zu ahnden.

Der Kon­flikt zwi­schen den Streit­kräften und Para­mi­li­tärs einer­seits und der Gue­rilla ande­rer­seits kos­tete 70.000 Men­schen das Leben, wei­tere 8.000 Per­sonen ‘verschwanden’.

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Erzbischof: Thema der Jesuitenmorde nicht abgeschlossen

Montag, 29. August 2011

Erzbischof José Luis Escobar Alas sprach in einer Stellungnahme zum Spruch des Höchstgerichts von “gutem Willen” und einem rechtskonformen Urteil.  Trotzdem ist für ihn der Fall nicht abgeschlossen, da ja Spanien noch immer einen Auslieferungsantrag stellen kann. Das sei allerdings dann einen Angelegenheit, die zwischen den beiden Regierungen zu klären sei.

Wie schon bei früheren Gelegenheiten räumte der Erzbischof ein, dass der Fall sehr Kontroversille und kopmplex sei, gehe es doch um nichts weniger als Wahrheit und Gerechtigkeit.

Quelle: La Prensa Gráfica

Guatemala kann es besser

Donnerstag, 25. August 2011

Kaum zu glauben, dass in El Salvador vor zwei Jahren ein angeblich “historischer” Machtwechsel stattfand, als der Kandidat der ehemals linken Guerilla FMLN zum Präsidenten gewählt wurde, kommentiert Toni Keppeler die jüngsten Entwicklungen im Jesuitenmordprozess in der taz. Dass die Ultrarechte, die das Land zwanzig Jahre lang regiert hatte, das akzeptierte, nahm man zum Zeichen dafür, dass die mörderische Polarisierung des Bürgerkriegs (1980 bis 1992) endgültig überwunden sei und es nun Demokratie und Rechtsstaat gebe.

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