Archiv für die Kategorie ‘Romero’

Gedenkmauer zu Ehren Romeros

Samstag, 05. Mai 2012

El Salvadors Präsident Mauricio Funes hat am Donnerstag (Ortszeit) eine Gedenkmauer zu Ehren des vor 32 Jahren ermordeten Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero enthüllt. Medienberichten zufolge bezeichnete Funes die Enthüllung der Mauer während eines Gottesdienstes für die Opfer des Bürgerkrieges (1980-1991) als “symbolischen Akt, der beweist, dass sich das Land auf einem Weg der Erneuerung und Versöhnung befindet”. Die mehrere Meter hohe Mauer ist mit bunten Motiven aus dem Leben Romeros bemalt. Zudem haben Künstler das Friedensabkommen von 1992 verewigt.

Der 1917 geborene Romero wurde am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes ermordet. Für seinen Protest gegen Unterdrückung und Ausbeutung und als Stimme der Armen war er weit über Mittelamerika hinaus bekanntgeworden. Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt; die mutmaßlichen Drahtzieher wurden nie verurteilt. Papst Johannes Paul II. besuchte 1996 Romeros Grab in der Kathedrale von San Salvador. Für Romero läuft ein Seligsprechungsprozess bei der zuständigen Kongregation in Rom.

Quelle: domradio.de

El Salvador erfüllt Empfehlungen im Fall Romero nicht

Freitag, 28. Oktober 2011

In Washington äußerten mehrere Menschenrechtsorganisationen Ende Oktober Kritik an der salvadorianischen Regierung, die  den Empfehlungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) zum Fall der Ermordung von Erzbischof Romero (1980) und der Jesuiten (1989) nicht nachkomme. Vertreter des Menschenrechtsinstituts der Jesuitenunversität UCA und des Zentrums für Gerechtigkeit und internationales Recht (CEJIL) prüften in Washington mit Vertretern der salvadorianischen Regierung und dem CIDH die Umsetzung der Empfehlungen des CIDH.

Die salvadorianischen Behörden gestanden eine Bringschuld ihrerseits ein und gaben zu, dass die Schritte zu einer Außerkraftsetzung des umstrittenen Amnestiegesetzes von 1993 nicht ausreichend seien. Die beteiligten Menschenrechtsorganisationen zeigten sich mit den Fortschritten in Sachen Gerechtigkeit unzufrieden. Besonders kritisierten sie das Verhalten der salvadorianischen Behörden gegenüber den internationalen Haftbefehlen eines spanischen Gerichts für jene ehemaligen Militärs, die der Morde an den Jesuiten und ihrer Hausangestellen und deren Tochter beschuldigt werden.

Im Fall von Romero verwiesen sie darauf, dass der Fall offiziell seit 1993 beendet ist und der Staat bisher keine Initiativen zu einer Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens gesetzt hat.

Quelle: Google hosted news

Kirche prüft Wiederaufnahme des Romero-Prozesses

Dienstag, 27. September 2011

Die Kirche in El Salvador erwägt nach einem Bericht der Tageszeitung “Co Latino” eine Neuaufnahme des Prozesses um die Ermordung von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. “Die Justiz und wir als die Kirche schauen uns die Situation an, aber wir haben bislang noch keine Entscheidung getroffen. Wir wollen uns in einer so wichtigen Sache auch nicht unter Druck setzen lassen”, zitiert “Co Latino” (Montagsausgabe) Erzbischof Jose Luis Escobar Alas. Es sei notwendig, sich die notwendige Zeit zu nehmen, um die neuen Erkenntnisse zu prüfen.

Das Blatt hatte vor gut zwei Wochen erstmals den bislang unbekannten Namen des Attentäters veröffentlicht. Der damalige Armee-Scharfschütze Marino Samayoa Acosta hatte am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes den wegen seines Einsatzes für die arme Bevölkerung über die Grenzen des mittelamerikanischen Landes hinaus bekannten Erzbischof Romero erschossen.

Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die mutmaßlichen Drahtzieher wurden nie verurteilt. Papst Johannes Paul II. besuchte 1996 Romeros Grab in der Kathedrale von San Salvador. Für Romero läuft ein Seligsprechungsprozess bei der zuständigen Kongregation in Rom.

Quelle: kathweb

Kirche bittet Romero-Mörder um Aufklärung

Sonntag, 18. September 2011
Weihbischof Gregorio Rosa Chavez: “Wenn er lebt, würden wir seinen Beitrag sehr schätzen”

Die katholische Kirche in El Salvador erhofft sich vom mutmaßlichen Mörder des Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero eine aktive Mitarbeit bei der Aufklärung des Attentats im Jahr 1980. “Wenn er lebt, würden wir seinen Beitrag sehr schätzen”, zitierte die Tageszeitung “Colatino” den Weihbischof in San Salvador, Gregorio Rosa Chavez. Die Kirche empfinde “keinen Hass und keine Rache”. Es gehe schlicht um die Wahrheit, “die sehr wichtig ist für die Zukunft der Nation”, appellierte der Bischof, der auch Vorsitzender der Romero-Stiftung ist.

In der vergangenen Woche hatte “Colatino” den Namen des mutmaßlichen Attentäters veröffentlicht. Demnach handelt es sich um einen damaligen Unteroffizier der Nationalgarde, Marino Samayoa Acosta. Er soll Romero am 24. März 1980 während einer Messe mit einem Präzisionsgewehr erschossen haben.

Der damals 62-jährige Romero zählte zu den wichtigsten Verteidigern sozialer Gerechtigkeit und galt als “Stimme der Armen Südamerikas”. Seine Ermordung markierte den Beginn des Bürgerkriegs in El Salvador. Ein Seligsprechungsverfahren für den Erzbischof ist im Gang.

Quelle: kathweb

Keine Strafverfolgung für Jesuitenmörder

Dienstag, 13. September 2011

“Haz Patria, mata un cura” – “Mach (etwas für) das Vaterland, töte einen Pfaffen” war während des Bürgerkriegs im mittelamerikanischen El Salvador auf zahlreichen Autoaufklebern zu lesen. Die katholische Kirche war bei Anhängern der rechtsextremen ARENA-Partei verhasst, berichtet der Standard in seiner Ausgabe vom 13. September.

Seit Erzbischof Romero Soldaten zur Befehlsverweigerung aufgerufen hatte, war es für die Militärs klar, dass der Klerus auf der Seite der FMLN-Guerilla stünde. Romero starb am 24. März 1980 durch die Kugel des Attentäters Marino Samayoa Acosta, damals Unteroffizier der Nationalgarde.

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Mörder von Erzbischof Romero identifiziert?

Samstag, 10. September 2011

Am 9. September ließ die linksgerichtet Tageszteitung Co Latino mit der Medlung aufhorchen, dass nunmehr jener Mann identifiziert wäre, der am 24. März 1980 Erzbischof Romero mit einem gezielten Schuss während einer Messe ermordete. Demnach war dies Unterfeldwebel Marino Samayoa Acosta von der nach den Friedensverträgen von 1992 aufgelösten Nationalgarde.

Die Zeitung beruft sich auf Quellen, die Kreisen um Major D´Aubuisson nahestanden. Roberto D´Aubuisson war der Gründer der Todesschwadrone und der rechtskonservativen langjährigen Regierungspartei ARENA (Alianza Republicana Nacionalista). Die Wahrheitskommission kam 1993  in ihrem Bericht zum Schluss, dass D´Aubuisson den Mord an Romero angestiftet und geplant hatte.

Acosta war auch Mitglied der Sicherheitsgarde des ehemaligen Präsidenten Arturo Armando Molina (1972-1977).  Angeblich empfahl dessen Sohn Acosta als Todesschütze.Acosta beschaffte auch das Gewehr vom Kaliber 22 für das Verbrechen. Getestet wurde es auf der Finca San Luis, wo einige Wochen nach dem Mord Roberto D´Aubuisson festgenommen wurde. Dort fand man auch das Notizbuch von Hauptmann  Álvaro Rafael Saravia mit einer Liste von allen Dingen, die für die Operation benötigt wurden. Diese Liste wurde einer wichtigen Grundlage der nachfolgenden Ermittlungen.Was bisher fehlte, war der Name eines pensionierten Nationalgardisten, dem man für kurze Zeit Aufgaben zuteilte und der danach in der Versenkung verschwand.

Die übrigen Personen sind aufgrund der Zeugenaussage des Fahrers, der den Mörder zum Tatort brachte, bekannt.  Amado Antonio Garay Reyes nannte bei einem Gerichtsverfahren 1987 Roberto D´Aubuisson und  Mario Molina als Anstifter des Mordes und Eduardo Ávila Ávila und Álvaro Rafael Saravia como encargados de la operación.  D´Aubuisson und  Ávila starben in den 90er Jahren, Mario Molina lebt angeblich in den USA. Álvaro Saravia wurde letztes Jahr von der Zeitung El Faro in irgendeinem Land Lateinamerikas aufgespürt, wo er vararmt und auf der Flucht vor der US-Gerichtsbarkeit lebt. Auch er bestätigte in dem Interview D´Aubuisson y Molina als die eigentlichen Anstifter des Mordes an Romero. Laut Saravia war es ein Ex-Nationalgardist und Leibwächter eines früheren Präsidenten, der den Mord dann ausführte. Sowphl Saravia wie Garay beschreinen ihn als großen bärtigen Mann. Dieser sei niemand anderer – so die Zeitung Co Latino – als Marino Samayoa Acosta.

Quelle: ContraPunto

350 Prominente fordern Romero-Seligsprechung

Sonntag, 01. Mai 2011

Mehr als 350 internationale Persönlichkeiten der katholischen und evangelischen Kirche haben nach Angaben der staatlich kontrollierten kubanischen Nachrichtenagentur “prensa latina” einen Aufruf zur Seligsprechung des vor 31 Jahren in El Salvador ermordeten Erzbischofs Oscar Romero unterzeichnet. In dem Schreiben heißt es, Romero habe sich mit seinem Einsatz für die Armen für einen Wandel in der Kirche eingesetzt,  der es ermöglicht habe,  dass sich die “Kirche der Reichen” von ihrer bisherigen Ausrichtung verabschiedet habe. Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem vom französischen Bischof Jacques Gaillot und seinem Amtsbruder aus Brasilien, Bischof Luís Flavio Cappio OFM sowie von zahlreichen Theologen auch aus Deutschland.

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Gesetzesnovelle löst bizarre Debatte zwischen Kirchen aus

Freitag, 13. August 2010

Um die Bibel ist in El Salvador eine ebenso heftige wie skurrile Debatte entbrannt – mit zum Teil überraschenden Positionen und Argumenten.

In der Hoffnung, damit das hohe Gewaltniveau in dem mittelamerikanischen Land in den Griff zu bekommen, hat das Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die tägliche siebenminütige Lektüre von Bibelstellen an Schulen obligatorisch macht. Initiator des Gesetzes Nr. 411 war ein Hauptmann a. D. und Veteran des blutigen Bürgerkriegs, Antonio Almendariz, der dafür von den rechten Parteien Arena, Gana, PCN und PDC unterstützt wurde. Die linke Regierungspartei FMLN stimmte dagegen.

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Schmutziger Sozialkrieg

Freitag, 13. August 2010

Unter dem Titel „Schmutziger Sozialkrieg“ analysiert das Zentralamerikanische Sekretariat in Zürich die Hintergründe von Gewalt in El Salvador in ihrer aktuellen Ausgabe CORREOS 162. Wir dokumentieren diesen interessanten Artikel von Dieter Drüssel und Mela Wolf.

Passagiere werden in einem Kleinbus in einer Armutsgemeinde mit Benzin übergossen und lebendigen Leibes verbrannt. StraßenverkäuferInnen geraten dem rechtsradikalen Bürgermeister von San Salvador ins Terrorismusvisier, während er den Putschführer aus Honduras hofiert. Die Armee will immer mehr Kontrolle im Land. Die grosse Hoffnung: Der FMLN trägt den Kampf gegen die schleichende „Warlordisierung“ in die Armutszonen.

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