Archiv für die Kategorie ‘Frauen’

Wo Rechte nicht einmal theoretisch gelten

Samstag, 05. Mai 2012

Internationale Konzerne lassen in Mittelamerika in freien Produktionszonen zu Dumpinglöhnen arbeiten. Sie versprechen Jobs, untergraben aber soziale Standards, berichtet Verena Kainrath im Standard.

Mit Stacheldraht umwickelte Mauern ziehen sich hunderte Meter entlang der Straße. Durch streng bewachte Tore strömen unablässig Frauen. Dahinter gesichtslose Hallen. Es sind die Maquilas von El Salvador – riesige Montagewerke auf freien Produktionszonen. Kostenlose Infrastruktur zog Unternehmen aus aller Welt in das von Armut und Gewalt geprägte karge Hinterland der Hauptstadt San Salvador. …

>> gesamten Artikel lesen

Fast jedes sechste Kind unterernährt

Sonntag, 22. April 2012

Nach einem Bericht der UN-Ernährungsorganisation FAO vom 20. April sind in El Salvador besonders Kinder von Unterernährung betroffen. In der Region San Salvador sind es 14% der Kinder, auf dem Land sind es bis zu 19%. Auf dem Land sind auch viele Frauen unterernährt, hat doch eine jüngst veröffentlichte Haushaltsstudie ergeben, dass 2011 43,2% der ländlichen Haushalte in Armut leben. Dass nur wenige Frauen Landtitel haben, verschärft das Problem. IMU (Institut zur Erforschung der Situation der Frau) geht davon aus, dass sich am Land 22% der Frauen nicht ausreichend ernähren können.

Auch wenn die FAO es als wichtigen Schritt sieht, dass die Nationalversammlung das Recht auf Ernährung in der Verfassung verankert hat (mit 81 von 84 Stimmen), ändert dies zunächst wenig an der konkreten Ernährungssituation. Mit demselben Gesetz verpflichtet sich der Staat auch, die Wasserreserven des Landes zu schützen und den Menschen Zugang zu Trinkwasser zu garantieren.

Quelle: ContraPunto

Land­frauen for­dern Betei­li­gung an Klimalösungen

Donnerstag, 22. Dezember 2011

In El Sal­vador haben Dut­zende Land­frauen die Ein­stel­lung aller Bergbau– und Was­ser­kraft­pro­jekte ange­mahnt, die sich negativ auf ihre Dörfer und Regionen aus­wirken, berichtet  Edgardo Ayala für IPS. Dar­über hinaus for­derten sie die Regie­rung auf, sie bei der Ent­wick­lung von Lösungen der Kli­ma­pro­bleme ein­zu­be­ziehen. Die Folgen des Kli­ma­wan­dels sind gra­vie­rend und gerade im Fall El Sal­vador nur allzu deut­lich sichtbar.

>> gesamten Artikel in Womblog lesen

Immer mehr Morde an Frauen

Montag, 14. November 2011

Das Feministische Netzwerk gegen Gewalt an Frauen schlägt Alarm. Laut einem jüngst veröffentlichten Bericht wurden allein in diesem Jahr bereits 502 Frauen in El Salvador ermordet. Das sind verglichen mit 2010 14% mehr Morde an Frauen. Delia Cornejo, die Expertin für Gewalt an Frauen, sieht ähnliche Probleme auch in den anderen Ländern Zentralamerikas.

Besorgt zeigt sich das frauennetzwerk besonders über die Brutalität, der Frauen ausgesetzt sind. Zitiert wird der Fall einer Minderjährigen, die von elf Männern vergewaltigt wurde. Der Psychologe, der sie betreute, kam zu der Erkenntnis, dass das 12-Jährige Mädchen offenbar Sex mit diesen Männern wollte. Für das frauennetzwerk sind solche Vorfälle und die zahlreichen Morde Ausdruck eines “irrationalen Hasses”.

Seit 2009 arbeiten die im Netzwerk zusammengeschlossenen Frauenorganisationen an einem Projekt zur Umsetzung von Strategien gegen Frauenmorde und Gewalt an Frauen in Zentralmerika.

Quelle: Prensa Latina

Teenageschwangerschaften als Problem

Mittwoch, 05. Oktober 2011

Bei drei von zehn Geburten in Frauenklinik von San Salvador sind die Mütter jünger als 19 Jahre. Die meisten kommen erst unmittelbar vor der Geburt, aus Angst die Väter würden vom Spital zur Anzeige gebracht, wenn sie bereits großjährig sind. Daher kommen 20% der jungen Schwangeren nie zu einer Vorsorgeuntersuchung, was das Risiko für Mutter und Kind deutlich erhöht. Wenn sie kommen, dann in Begleitung ihrer Mütter, wie eine Ärztin der Jugendabteilung der Frauenklinik täglich feststellt. Der Anwalt Víctor Hugo Mata prangert die Anzeigepflicht  als Missbrauch des Vertrauens der jungen werdenden Mütter an. Er kritisiert auch, dass Ärzte und Ärztinnen in einen Gewissenskonflikt gebracht werden. Das Gesetz sieht nämlich für sexuelle Kontakte von erwachsenen Männer mit Minderjährigen bis zu zehn Jahre Gefängnis vor.  Ist das Mädchen 15 Jahre oder jünger, drohen bis zu 12 Jahre.

Wie groß das Problem der schwangeren Jugendlichen ist, zeigen die Zahlen. Von Jänner bis August wurden im Frauenspital von San Salvador 2567 Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren entbunden; bei 125 Geburten waren die Mütter jünger als 14 Jahre. Auch 2010 waren 31% der Mütter jünger als 19 Jahre, ein Wert, der sich seit Jahren kaum ändert. Frauenorganisation fordern daher eine Intensivierung des Aufklärungsunterrichts ohne Tabus und Studien über die physischen, psychischen und emotionalen Folgen von Schwangerschaften im Jugendalter.

Quelle: ContraPunto

Ballungsräume der Ungerechtigkeit: Abtreibung in Mittelamerika

Sonntag, 02. Oktober 2011

In Mittelamerika befinden sich drei von weltweit sechs Ländern, in denen im Fall eines Schwangerschaftsabbruchs die Schwangere und die Person, die den Eingiff vornimmt, eine Straftat begehen und mit einer Gefängnisstrafe rechnen müssen, berichtet poonal in seiner aktuellen Ausgabe. Viele Frauen in El Salvador, Honduras und Nicaragua sterben an den Folgen einer Abtreibung. Ursache dafür ist neben der mangelnden Gesundheitsversorgung auch das Fehlen einer rechtlichen Absicherung. Das gilt auch für Fälle, in denen der Fötus nicht lebensfähig wäre oder die Fortführung der Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden würde. Frauen, die sich dennoch zum Schwangerschaftsabbruch entschließen, müssen mit bis zu 30 Jahren Haft rechnen.

>> gesamten Artikel lesen

Frauenorganisationen fordern Straffreiheit für Schwangerschaftsabbruch

Samstag, 01. Oktober 2011

Anlässlich des Tages für die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbruch in Lateinamerika und der Karibik (28. September) forderte eine Delegation von 13 Frauenorganisationen von Präsident Funes einen nationalen Dialog über die Reproduktionsrechte der Frau, bei dem unter anderem die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs diskutiert werden soll. Sie erinnerten Präsident Funes daran, dass er schon letztes Jahr eine solche Initiative versprochen hatte. Die Initiatorinnen der Demonstration weisen darauf hin, dass das derzeit geltende Verbot des Schwangerschaftsabbruchs vor allem arme und junge Frauen trifft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums enfällt fast ein Drittel der Geburten auf die Altersgruppe 15-1.   27.7% der Müttersterblichkeit entfällt auf diese Gruppe.

Derzeit sind Frauen, die abtreiben, mit Haftstrafen von bis zu 30 Jahren bedroht, weil die Justiz eine Abtreibung als Mord einstuft. Es gibt zahlreiche Fälle, in den Frauen verurteilt wurden, weil sie von Ihren Ärzten angezeigt wurden.

Amnesty International veröffentlichte in diesen Tagen ein Erklärung, wo nachdrücklich auf die Problematik von Schwangerschaften nach Vergewaltigungen hingewiesen wird. Eine erzwungene Austragung einer solchen Schwangerschaft wird dort als “unmenschlich und erniedrigend” bezeichnet.

Quelle: ContraPunto

Frauenorganisationen fordern Recht auf Schwangerschaftsabbruch

Dienstag, 13. September 2011

Gut ein Dutzend feministischer Organisationen schloss sich jetzt zu einer breiten Front im Kampf für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs zusammen. Sie fordern die Kirche auf, sich in dieser Frage nicht in politische Angelegenheiten einzumischen.

Unter dem Namen “Das Recht auf freie Entscheidung” (La Articulación por el Derecho a Decidir) fordertn sie von der Regierung eine Aufhebung des Gesetzes, das seit mehr als einem Jahrzehnt den Schwangerschaftsabbruch unter Strafe stellt. Die Frauenorganisationen verweisen darauf, dass in einem so armen Land wie El Salvador der Schwangerschaftsabbruch eine Notwendigkeit darstelle, ist doch der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Ernährung oft beschränkt. Daher verlangen die Frauenorganisationen  eine Entkriminalisierung.

Bis 1997 gab es einer Art Indikationenlösung: im Fall der Gefahr für das Leben der Mutter, bei Missbildung des Fötus und nach einer Vergewaltigung war der Schwangerschaftsabbruch erlaubt. 1998 wurde die Abtreibung dann generell unter Strafe gestellt, der Strafrahmen liegt bei 12 Jahren Gefängnis. Daher sehen sich tausende Frauen (vor allem arme und junge) mit Gerichtsverfahren wegen einer Abtreibung konfrontiert.

Quelle: Prensa Latina

20 Mio. Dollar für Frauenpojekte

Freitag, 24. Juni 2011

Der Präsident der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID), Luis Alberto Moreno, und die Staatssekretärin für soziale Integration Vanda Pignato (Ehefrau von Präsident Funes) unterzeichneten eine Vertrag über 20 Mio. Dollar, mit denen im kommenden Jahr sechs Frauenzentren (Centros Ciudad Mujer) errichtet werden sollen. Insgesamt sind 12 solcher Zentren in bevölkerungsreichen Gebieten des Landes geplant.

Eröffnung des ersten Zentrums Ciudad de Mujer

Eröffnung des ersten Zentrums Ciudad de Mujer

Mit diesem Projekt unter der Patronanz von First Lady Vanda Pignato möchte die Regierung die Bedingungen für die Frauen verbessern und das Ausmaß physischer und sexueller Gewalt gegenüber Frauen vermindern.

“Wir sind überzeugt, dass eine Investion in die Frauen die wichtigste Investition in Zukunft ist, die ein Land vornehmen kann. Gesündere Frauen, Frauen, die frei von Gewalt leben und über ihre Rechte Bescheid wissen, die Zugang zum Arbeitsmarkt haben, werden ein reicheres und faireres El Salvador schaffen”, sagte der BID-Präsident anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Vor allem bei der Gewaltprävention hat El Salvador Handlungsbedarf. Die Sonderbotschafterin der UNO für Gewalt gegen Frauen Rashida Manjoo beklagte jüngst die geringen Anstrengungen El Salvadors bei der Gewaltprävention für Frauen. “Die Straflosigkeit, die sozioökonomische Ungeleichheit und die vorherrschende Macho-Mentalität begünstigen eine allgemeines Klima der Gewalt, in dem Frauen mit  Gewalt in der Fom von Mord, Vergewaltigung, häuslicher Gewalt und gewerbsmäßiger sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind”, so  Rashida Manjoo.

Die Schaffung von Frauenzentren (Centros Ciudad Mujer) war eines der wichtigsten Wahlversprechen von Präsident Mauricio Funes. Das erste Zentrum wurde am 19. März in der Stadt Lourdes Colón, Provinz La Libertad eröffnet. Dort suchten bereits übewr 5000 Frauen Rat und Hilfe.

Quelle: Contrapunto; Foto: El Salvador Noticias

adidas/El Salvador: „Kontrollen verkommen zu Alibi-Maßnahmen“

Donnerstag, 12. Mai 2011

Anlässlich der am heutigen Donnerstag (12. Mai) in Fürth stattfindenden Hauptversammlung des Sportartikelherstellers adidas kritisiert die internationale Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign/ CCC) gravierende Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten in der Lieferkette des Sportkonzerns, berichtet adhoc news.

Die Vorwürfe der adidas-KritikerInnen: Seit Jahren hat sich an der Situation der NäherInnen, die für adidas-Reebok fertigen, nichts verbessert. Jüngstes Beispiel: der Fall Ocean Sky in El Salvador. Die Fabrik fertigte auch für adidas-Reebok. Die ArbeiterInnen – hauptsächlich Frauen – arbeiteten in einer Freihandelszone, die von Stacheldraht umzäunt ist und die von mit Gewehren bewaffneten Wachen patrouilliert wird. Die Temperaturen in der Fabrik erreichten bis zu 37 Grad.  Die ArbeiterInnen wurden beschimpft und gedemütigt.

>> gesamten Artikel lesen