Archiv für die Kategorie ‘Gesundheit’

Ballungsräume der Ungerechtigkeit: Abtreibung in Mittelamerika

Sonntag, 02. Oktober 2011

In Mittelamerika befinden sich drei von weltweit sechs Ländern, in denen im Fall eines Schwangerschaftsabbruchs die Schwangere und die Person, die den Eingiff vornimmt, eine Straftat begehen und mit einer Gefängnisstrafe rechnen müssen, berichtet poonal in seiner aktuellen Ausgabe. Viele Frauen in El Salvador, Honduras und Nicaragua sterben an den Folgen einer Abtreibung. Ursache dafür ist neben der mangelnden Gesundheitsversorgung auch das Fehlen einer rechtlichen Absicherung. Das gilt auch für Fälle, in denen der Fötus nicht lebensfähig wäre oder die Fortführung der Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden würde. Frauen, die sich dennoch zum Schwangerschaftsabbruch entschließen, müssen mit bis zu 30 Jahren Haft rechnen.

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Rauchverbot beschlossen

Freitag, 24. Juni 2011

Am 23. Juni beschloss El Salvadors Parlament ein strenges Tabakkontrollgesetz (Ley para el Control del Tabaco). 65 der 84 Abgeordneten von der FMLN, der rechten ARENA, der PCN (rechts) und der Christdemokraten stimmten für den verbesserten Nichtraucherschutz. Die Abgeordneten der ARENA-Abspaltung GANA hingegen lehnten das Gesetz ab, weil es nicht ausgereift sei. Reynaldo Cardoza, Angeordneter des Partido de Conciliación Nacional (PCN) und Mitglied des Gesundheitsausschusses meinte hingegen, GANA hätte sich dem Druck der Tabakinudstrie und der Trafikanten gebeugt. GANA-Abgeordnete kritisieren, dass die Strafen für Verstöße nicht ausreichend geregelt seien.

Quelle: El Mundo

Rauchverbot in öffentlichen Räumen kommt

Donnerstag, 23. Juni 2011

Am 22. Juni gab der Gesundheitsausschuss des salvadorianischen Parlaments grünes Licht für einen Gesetzesantag, der das Rauchen in öffentlich zugänglichen Räumen verbieten soll. Eine solche Maßnahme wird seit zehn Jahren geprüft, im Vorfeld wurde das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert. Widerstand gab es – wie zu erwarten – von den Trafikanten und der Tabakindustrie, die  versuchen, das Gesetz zu verwässern.

Demonstration der Gegner des neuen Gesetzes

Demonstration der Gegner des neuen Gesetzes

Das Gesetz verbietet Tabakfirmen nämlich auch das Sponsoring bestimmer Veranstaltungen, die sich an die besonders gefährdete Zielgruppe der Jugendlichen und Kinder richten. Zigarrenmarken dürfen auch keine Sportveranstaltungen mehr sponsern.

Zoila Quijano, die Vorsitzende des Gesundheitsauschusses betonte, dass das Gesetz ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen, wie Einkaufszentren, öffentliche Gebäude und Wohnanlagen vorsieht. Das Gesetz stärkt den Schutz der Passivraucher, die Raucher verklagen können, weil diese ihre Gesundheit gefährden. Das Strafausmaß geht bis 1.120 Dollar, was dem Fünffachen eines monatlichen Mindestlohns in der Stadt entspricht.

Tabakindustrie und Trafikanten zeigen sich wegen der Intentionen des Gesetzes besorgt. Cleto Álvarez, der Sprecher von British American Tabaco zeigt zwar Verständnis für eine Regulierung des Rauchens, fordert aber gleichzeitig eine ausgewogene Regelung.

Quellen: Foto: El Mundo; Contrapunto

Gerechte Verteilung neuer Ärztestellen

Freitag, 31. Dezember 2010
El Salvadors Gesundheitsministerin

El Salvadors Gesundheitsministerin

El Salvadors Gesundheitsministerin María Isabel Rodríguez gab am 30. Dezember die Pläne für die Neubesetzung von Ärztestellen im Land bekannt. Dabei verwahrte sie sich gegen Zeitungsberichte, wonach die Absolventen der ELAM (Escuela Latinoamericana de Medicina de Cuba, Kubanische Medizinschule) bevorzugt würden. Diese Anschuldigungen wurden zunächst von einigen Studenten des Colegio Medico erhoben und dann von den Medien aufgegriffen.

Die Gesundheitsministerin wies das als falsch und als Versuch zurück, Salvadorianer gegeneinander auszuspielen. Die Zahl der neu zu besetzenden Ärztestellen wurde im Budget festgelegt und reicht eigentlich nicht aus, um den Bedarf nach Gesundheitsversorgung zu erfüllen. Die Ärztestellen werden unter Beteiligung der medizinischen Ausbildungsstätten des Landes verlost.

In diesem Jahr waren erstmals auch die Absolventen der ELAM bei dieser Verlosung zugelassen. Unter den ARENA-Regierungen erhielten die in Kuba ausgebildeten Mediziner nämlich keine Zulassung für El Salvador. Bei der Zuteilung erhielten nur 72% der ELAM-Absolventen eine Stelle. Diese beschlossen allerdings als Geste der Solidarität ihre Gehälter mit den nicht ausgelosten Kollegen zu teilen, um allen eine Chance auf Einkommen zugeben. Bisher war in Kuba ausgebildetes medizinisches Personal vor allem in Armenvierteln und auf dem Land im Einsatz. Nach Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und El Salvador wurde auch im medizinischen Bereich eine Intensivierung der Zusammenarbeit vereinbart, nicht zuletzt um die geplante Gesundheitsreform umsetzen zu können. Im Rahmen seines Staatsbesuchs in Kuba besuchte Präsident Funes auch die ELAM.

ELAM-Absolventen vor ihrer Ausbildungsstätte

ELAM-Absolventen vor ihrer Ausbildungsstätte

Die Gesundheitsministerin verwahrte sich gegen die Vorwürfe der Opposition, die Stellen würden nach politischen Motiven vergeben. Sie verwies allerdings auf das hohe Niveau der medizinischen Ausbildung in Kuba.

Quelle: Prensa Latina; Foto: migenteinforma; Foto: links

Fast 1600 neue HIV-Infizierte 2010

Donnerstag, 02. Dezember 2010

Nach Angaben der salvadorianischen Behörden infizierten sich in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 1.599 Menschen mit dem HIV-Virus, das sind schon etwas mehr als im gesamten Jahr 2009. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass AIDS-Kranke in El Salvador diskriminiert werden, weil es an einer entsprechenden Aufklärungspolitik fehlt.

Am Welt-AIDS-Tag betonte der AIDS-Beauftragte des salvadorianischen Gesundheitsministeriums, Salvador Sorto, dass AIDS in seinem Land eingedämmt sei und nicht einmal 1% der Bevölkerung betroffen seien.  Damit gehört El Salvador zu den Ländern mit einem geringen Verbreitung von HIV und AIDS.

Der erste AIDS-Fall im Land wurde 1984 diagnostiziert. Siet damals wurden 25.687 Fälle bekannt, wobei etwa 66% der  Erkrankten Männer sind. Der Sprecher einer AIDS-Selbsthilfeorganisation (Asociación Atlacalt Vivo Positivo), Gerardo Hurtado, spricht von Stigmatisierung und Diskriminierung, die in El Salvador weit verbreitet seien und durch den Mangel an Aufklärung noch verschlimmert werden. Allein in diesem Jahr hat diese Organisation 20 Ansuchen um Rechtshilfe erhalten. Die Diskriminierung mache nicht einmal vor der eigenen Familie Halt. Dabei seien viele Infizierte nicht sterbenskrank, sondern lebten ein positives und produktives Leben.

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages gab es zahlreiche Aufklärungsaktionen und die Möglichkeit, sich gratis auf HIV testen zu lassen.

Quelle: efe

Der Kampf ums Überleben am Bajo Lempa

Freitag, 29. Oktober 2010

Der Blog bajolempa berichtet über eine heimtückische Nierenerkrankung am Unterlauf von El Salvadors wichtigstem Fluss, dem Lempa. Es spricht vieles dafür, dass diese Fälle auf den Einsatz verbotener Chemikalien zurückzuführen sind, wie die Online-Zeitung elfaro recherchiert hat. Es ist fünf Jahre her, als Pilar Martínez (Nueva Esperanza) zum ersten Mal Angst vor dem Mörder hatte, der sein Unwesen am Bajo Lempa treibt. Chepe, sein Nachbar, war der erste bekannte Fall, der zu seinem Opfer wurde. Von einem zum anderen Tag, ohne Ankündigung, lag er im Sterben und der Tod holte in bereits drei Tage später. Wenige Tage danach, folgte ihm Roque, ein weiterer befreundeter Landwirt und danach folgte ein weiterer Bewohner seiner Gemeinde. Der Tod, mit einem stillen Komplizen, bedrohte die Männer des Ortes in einem Domino-Effekt.

Pilar Martínez, einer der Betroffenen

Pilar Martínez, einer der Betroffenen

>> Bericht lesen; Bildquelle: elfaro.net

Gesundheitsversorgung oder Marktterror

Montag, 04. Oktober 2010

Anfang September demonstrierten hunderte Menschen gegen die exorbitant hohen Preise für Medikamente. Gefordert wurde die Verabschiedung des Medikationsgesetzes im Parlament. Dort mauern die rechten Fraktionen. Das Gesetz, das der breiten Mehrheit Zugang zu leistbaren Medikamenten geben soll, liegt seit einem halben Jahr zur Begutachtung im Parlament, aber erst vier der 150 Artikel wurden bisher analysiert.

Unter dem Titel „Gesundheitsversorgung oder Marktterror“ veröffentlicht die Schweizer Solidaritätspublikation Schattenblick/Correos ein Interview mit Tomás Chávez, Arzt und Gesundheitsexperte der FMLN-Fraktion im Parlament.

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