Archiv für die Kategorie ‘Kirche’

Zwanzig Jahre nach den historischen Friedensvereinbarungen fordert die Kirche einen neuen „Sozialpakt“

Freitag, 06. Januar 2012

Die Bilanz sei nach 20 Jahren zwar positiv, doch heute sei „mehr Engagement“ notwendig, so Erzbischof José Luis Escobar von San Salvador, wenige Tage vor dem 20. Jahrstag der historischen Friedensvereinbarungen, die am 16. Januar 1992 in Chapultepec (Mexiko) unterzeichnet wurden. Mit den Friedensvereinbarungen wurde ein 12jähriger Bürgerkrieg beendet.

In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, betont der Erzbischof von San Salvador: „Als Kirche haben wir die Friedensvereinbarungen stets gewürdigt. Sie wurden größtenteils umgesetzt und die Bilanz ist positiv. Es ist wichtig, dass wir nicht wieder zum Krieg zurückgekehrt sind und allein deshalb verdient das Land die Anerkennung der ganzen Welt, auch wenn es im Land heute eine neue Phase der Gewalt gibt“.
In diesem Zusammenhang fordert die Kirche heute einen neuen „Sozialpakt“ zur Bekämpfung von Gewalt und Armut in El Salvador. „Wir dürfen nicht denken, dass alles in Ordnung ist“, so der Erzbischof, „Wenn wir eine Bilanz ziehen, dann können wir sagen, dass Fortschritte gemacht wurden, aber wir müssen auch gestehen, dass es bedauerlicher Weise viele Armut und Gewalt gibt. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch heute viele Menschen Opfer der Gewalt werden. Dies ist ein Problem, das wir lösen müssen“.
Abschließend betont der Erzbischof von San Salvador: „Die Feiern zum 20jährigen Jubiläum der Friedensvereinbarungen landen uns dazu ein über die Achtung des Friedens nachzudenken. Doch es besteht auch heute noch eine Schuld gegenüber der Gesellschaft, denn so lange die Situation nicht ganz gelöst ist, wird es in der Gesellschaft auch nicht überall Frieden geben“.
Quelle: Fidesdienst, 4.1.2012

Wandmosaik von Kathedrale entfernt

Montag, 02. Januar 2012

Ohne Vorankündigung und Behördenbewilligung ließen die Verantwortlichen des Erzbistums von San Salvador Ende Dezember ein Wandmosaik des bekannten salvadorianischen Künstlers Fernando Llort vom der Fassade der Kathedrale entfernen. Llort schuf das Wandmosaik 1997 als Hommage an die Friedensverträge von 1992 und bezeichnet es auf seiner Homepage als sein wichtigstes Werk. Das farbenfreudige Mosaik prägte seitdem das Erscheinungsbild der Kathedrale.  Gerüchte, wonach es durch ein Motiv des Salvador Mundo (Patron El Salvadors) ersetzt werden soll, wurden von Erzbischof José Luis Escobar Alas inzwischen dementiert.

Die Familie des Künstlers reagierte geschockt. Sein Sohn versuchte noch Stücke des Mosaiks zu retten. El Salvadors Regierung verurteilte die Zerstörung des Mosaiks als Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz, da sie bereits Schritte eingeleitet hatte, das Mural zu einem nationalen Kulturerbe zu erklären und unter besonderen Schutz zu stellen.

Die Entfernung des Kunstwerks stieß in der Öffentlichkeit weitgehend auf Unverständnis und Ablehnung. Journalisten warteten zunächst vergeblich auf eine Stellungnahme bzw. Interview seitens der Verantwortlichen der Kathedrale. Llort ist der bekannteste Künstler aus La Palma und prägte mit seinen charakteristischen Darstellungen die dortigen Künstlerwerkstätten, die weit über El Salvador hinaus für ihr Kunsthandwerk – meist auf Holz – bekannt wurden. Der Historiker Carlos Cañas Dinarte forderte die bildenden Künstler  El Salvadors auf aus den Resten des zerstörten Mosaiks Installationen zu Ehren Llorts anzufertigen.

Angesichts der massiven Kritik entschuldigte sich Erzbisch Escobar Alas am 1. Jänner bei der Familie des Künstlers und räumte ein, es sei ein Fehler dewesen, sie nicht vorab zu informieren. Als Begründung für die Zerstörung des Mosaiks gab er irreparable Schäden an.

Quelle: Tim’s El Salvador Blog, La Pagina; El Diario de Hoy

Katholische Kirche fordert mit Blick auf die Wahlen im Jahr 2012 „eine Wahlkampagne die eines zivilen Landes würdig ist“

Montag, 19. Dezember 2011

Die katholische Kirche in San Salvador fordert die politischen Parteien des Landes mit Blick auf die bevorstehende Wahl im Jahr 2012 zu einer „sauberen Wahlkampagne“ auf. „Die Kirche erwartet sich eine Wahlkampagne, die eines zivilen Landes würdig ist und zwar im wahren Sinne dieses Wortes“, so der Erzbischof José Luis Escobar Alas von San Salvador bei seiner sonntäglichen Pressekonferenz. Der Erzbischof forderte in diesem Zusammenhang „freien Zugang zu den verschiedenen Wahlprogrammen“.

Es darf keine Wahlkampagnen mehr geben, die keinem nützen und nur bestimmte Kandidaten begünstigen“, so der Erzbischof. „Wir hoffen, dass es im Vorfeld der kommenden Wahlen auch keine Episoden der Gewalt mehr geben wird“, betonte der Bischof. Dabei wies er auch darauf hin, dass das Wahlsystem verbessert wurde und äußerte die Hoffnung, dass „dies wie dies in demokratischen Ländern geschieht, zu einer tatsächlichen Besserung führen wird“.
Die Neuheit bei der bevorstehenden Wahl besteht darin, dass unabhängige Kandidaten eine Direktstimme erhalten können, die nicht wie bisher an einer Partei gebunden ist. Wie aus Informationen hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, sollen auch 185 der insgesamt 262 Gemeinden des Landes den dort wohnhaften Bürgern Wahllokale erstmals im eigenen Stadtviertel zur Verfügung stellen.
Die großen Parteien des Landes, darunter die „Frente Farabundo Marti para la Liberacion Nacional“ (FMLN) und die Oppositionspartei „Alianza Republicana Nacionalista“ (AREANA) haben unterdessen mit ihrer Wahlkampagne insbesondere in der Hauptstadt und den dort angesiedelten großen Einkaufszentren bereits begonnen.
Das Oberste Wahlgericht registrierte unterdessen neuen politische Parteien und 19 Unabhängige Kandidaten, die offiziell bis zum 20. Januar 2012 bekannt gegeben werden sollen.

Quelle: Fidesdienst, 19/12/2012

Katholische Kirche schlägt zweites Friedensabkommen vor

Sonntag, 18. Dezember 2011

Die katholische Kirche El Salvadors hat am 10. Dezember eine Neuauflage des Friedensabkommens von 1992 vorgeschlagen, berichtet Blickpunkt Lateiamerika (Adveniat Deutschland). Zum Anlass des 20. Jubiläums der Unterzeichnung des Vertrages zwischen den ehemaligen Rebellen und der Regierung im Januar 2012 will die Institution die Idee des Friedens wiederbeleben. „Der 16. Januar markiert den 20. Jahrestag des Endes des Bürgerkrieges in El Salvador und deswegen möchten wir ein neues Friedensabkommen vorschlagen. Es soll unter dem Motto der Überwindung der Gewalt in unserem Land stehen“, erläuterte der Weihbischof von San Salvador Grogorio Rosa Chavez.

Der Vorschlag war das Ergebnis einer Anhörung des Nationalen Bildungsrats und reagiere nach Angaben der katholischen Kirche auf die weit verbreitete Gewalt in dem zentralamerikanischen Land. El Salvador weist mit 65 Morden pro 100.000 Einwohner eine der höchsten Mordraten weltweit auf. Viele der Gewalttaten werden im Zusammenhang mit Banden verübt, die den Drogen- und Waffenhandel im Land kontrollieren.

Zur Überwindung der Gewalt sei es auch notwendig, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranzutreiben, so Chavez, um den jungen Menschen Perspektiven außerhalb des Gangmilieus zu schaffen. Die soziale Inklusion der benachteiligten Bevölkerungsgruppe und die Schaffung des Vertrauens in die Polizei seien außerdem wichtig. „Wenn die Menschen sagen, je weiter die Polizei weg ist, desto besser, dann stimmt etwas nicht“ erklärte Chavez.

Quelle: Blickpunkt Lateiamerika

Kirche prüft Wiederaufnahme des Romero-Prozesses

Dienstag, 27. September 2011

Die Kirche in El Salvador erwägt nach einem Bericht der Tageszeitung “Co Latino” eine Neuaufnahme des Prozesses um die Ermordung von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. “Die Justiz und wir als die Kirche schauen uns die Situation an, aber wir haben bislang noch keine Entscheidung getroffen. Wir wollen uns in einer so wichtigen Sache auch nicht unter Druck setzen lassen”, zitiert “Co Latino” (Montagsausgabe) Erzbischof Jose Luis Escobar Alas. Es sei notwendig, sich die notwendige Zeit zu nehmen, um die neuen Erkenntnisse zu prüfen.

Das Blatt hatte vor gut zwei Wochen erstmals den bislang unbekannten Namen des Attentäters veröffentlicht. Der damalige Armee-Scharfschütze Marino Samayoa Acosta hatte am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes den wegen seines Einsatzes für die arme Bevölkerung über die Grenzen des mittelamerikanischen Landes hinaus bekannten Erzbischof Romero erschossen.

Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die mutmaßlichen Drahtzieher wurden nie verurteilt. Papst Johannes Paul II. besuchte 1996 Romeros Grab in der Kathedrale von San Salvador. Für Romero läuft ein Seligsprechungsprozess bei der zuständigen Kongregation in Rom.

Quelle: kathweb

Auslieferungs der Täter bei Jesuitenmorden stellt Kirche vor Probleme

Montag, 26. September 2011
Bisher hatte sie sich bislang für eine Amnestie-Regelung für die beschuldigten Militärangehörigen ausgesprochen, um alte Wunden nicht wieder aufzureißen – Erzbischof deutet Kehrtwende an

Im Jesuitenmordprozess von El Salvador hat die Kirche den Obersten Gerichtshof des Landes aufgefordert, ohne politischen Druck über eine Auslieferung der Tatverdächtigen nach Spanien zu entscheiden. Der Erzbischof der Hauptstadtdiözese San Salvador, Jose Luis Escobar Alas, erklärte am Sonntag (Ortszeit) vor Journalisten, es sei notwendig, dass der Beschluss im Sinne der Wahrheit und Gerechtigkeit falle. Es müsse “das Recht im Interesse des Wohles der Gesellschaft bestätigt” werden.

Beobachter werten dies als Kehrtwende der Kirche. Sie hatte sich bislang für eine Amnestie-Regelung für die beschuldigten Militärangehörigen ausgesprochen, um alte Wunden aus dem Bürgerkrieg nicht wieder aufzureißen.

Im August waren in El Salvador neun frühere Armeemitglieder wegen mutmaßlicher Beteiligung an dem Mord an sechs Jesuiten im Jahr 1989 verhaftet worden. Die Militärs hatten sich den Behörden freiwillig gestellt. Spanien forderte wiederholt die Auslieferung; zwischen El Salvador und Spanien gibt es seit 1997 ein Auslieferungsabkommen.

Da ein Teil der Opfer aus Spanien stammte, will die spanische Justiz die Hintergründe der Gewalttat von 1989 aufarbeiten. In El Salvador waren die Ermittlungen bereits vor Jahren im Zuge einer Amnestie für die Zeit des Bürgerkrieges (1980-1991) eingestellt worden.

Am 16. November 1989 hatten Angehörige einer Armeeeinheit auf einem Universitätsgelände sechs Jesuiten sowie eine Hausangestellte und deren Tochter erschossen. Fünf der Opfer waren Spanier, darunter Universitätsrektor Ignacio Ellacuria und dessen Stellvertreter Ignacio Martin-Baro.

Quelle: kathweb

Kirche begrüßt Auslands-Wahlrecht für Migranten

Montag, 26. September 2011

Die katholische Kirche hat die Ankündigung von Staatspräsident Mauricio Funes begrüßt, dass in El Salvador bei den kommenden Präsidentschaftswahlen 2014 erstmals auch die rund 2,5 Millionen im Ausland lebenden Salvadorianer ihre Stimme abgegeben können. Die Mehrzahl der stimmberechtigten Migranten leben in den USA.

“Wir können nicht von einer vollständigen Demokratie sprechen, wenn unsere weit weg lebenden Brüder und Schwestern nicht ihre fundamentalen demokratischen Rechte ausüben können”, sagte der Weihbischof von San Salvador, Gregorio Rosa Chávez, nach einem Bericht des Internetportals “El Porvenir”. “Ich möchte das Vorhaben der Regierung ausdrücklich unterstützen, dass bei den Präsidentschaftswahlen 2014 die im Ausland lebenden Salvadorianer ihre Stimme abgeben dürfen.”

Die Auslands-Salvadorianer sind ein enormer Wirtschaftsfaktor für das Land, stellte der linksgerichtete Staatspräsident Funes unterdessen klar. Sie würden jährlich etwa umgerechnet 360 Millionen Euro in ihr Heimatland schicken.

Quelle: Blickpunkt Lateinamerika

Kirche bittet Romero-Mörder um Aufklärung

Sonntag, 18. September 2011
Weihbischof Gregorio Rosa Chavez: “Wenn er lebt, würden wir seinen Beitrag sehr schätzen”

Die katholische Kirche in El Salvador erhofft sich vom mutmaßlichen Mörder des Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero eine aktive Mitarbeit bei der Aufklärung des Attentats im Jahr 1980. “Wenn er lebt, würden wir seinen Beitrag sehr schätzen”, zitierte die Tageszeitung “Colatino” den Weihbischof in San Salvador, Gregorio Rosa Chavez. Die Kirche empfinde “keinen Hass und keine Rache”. Es gehe schlicht um die Wahrheit, “die sehr wichtig ist für die Zukunft der Nation”, appellierte der Bischof, der auch Vorsitzender der Romero-Stiftung ist.

In der vergangenen Woche hatte “Colatino” den Namen des mutmaßlichen Attentäters veröffentlicht. Demnach handelt es sich um einen damaligen Unteroffizier der Nationalgarde, Marino Samayoa Acosta. Er soll Romero am 24. März 1980 während einer Messe mit einem Präzisionsgewehr erschossen haben.

Der damals 62-jährige Romero zählte zu den wichtigsten Verteidigern sozialer Gerechtigkeit und galt als “Stimme der Armen Südamerikas”. Seine Ermordung markierte den Beginn des Bürgerkriegs in El Salvador. Ein Seligsprechungsverfahren für den Erzbischof ist im Gang.

Quelle: kathweb

Erzbischof: Thema der Jesuitenmorde nicht abgeschlossen

Montag, 29. August 2011

Erzbischof José Luis Escobar Alas sprach in einer Stellungnahme zum Spruch des Höchstgerichts von “gutem Willen” und einem rechtskonformen Urteil.  Trotzdem ist für ihn der Fall nicht abgeschlossen, da ja Spanien noch immer einen Auslieferungsantrag stellen kann. Das sei allerdings dann einen Angelegenheit, die zwischen den beiden Regierungen zu klären sei.

Wie schon bei früheren Gelegenheiten räumte der Erzbischof ein, dass der Fall sehr Kontroversille und kopmplex sei, gehe es doch um nichts weniger als Wahrheit und Gerechtigkeit.

Quelle: La Prensa Gráfica

Erzbischof befürwortet Amnestie für Jesuitenmörder

Dienstag, 16. August 2011

Im Fall der mutmaßlichen Jesuitenmörders von El Salvador hat sich Erzbischof Jose Luis Escobar für eine Amnestie ausgesprochen. “In diesem Fall, der so viel Schmerz bei so vielen Menschen verursacht hat, müssen wir versuchen zu vergeben und versuchen, ein wenig Frieden zu finden. Denn das ist es, was das Land braucht”, sagte Escobar laut der Tageszeitung “El Mundo” (Montag-Ausgabe). Die beschuldigten Militärangehörigen sollen an der Ermordung von sechs Jesuiten während des Bürgerkrieges 1989 in El Salvador beteiligt gewesen sein.

Escobar, Erzbischof der Hauptstadtdiözese, räumte er jedoch ein, dass es innerhalb der Kirche des mittelamerikanischen Landes unterschiedliche Positionen zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter gebe. “Aber allen ist klar, dass es vor allem darum geht, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ans Licht zu bringen.”

In der vergangenen Woche waren neun ehemalige Mitglieder der Armee wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der Ermordung von sechs Jesuiten und zwei Angestellten des Ordens im November 1989 verhaftet worden. Die Militärs hatten sich den Behörden freiwillig gestellt. Spanien fordert die Auslieferung der mutmaßlichen Mörder, weil fünf der ermordeten Opfer die spanische Staatsbürgerschaft besaßen. Insgesamt wurden im Bürgerkrieg in El Salvador von 1980 bis 1992 Zehntausende Zivilisten getötet. Darunter waren auch mehr als 100 Geistliche verschiedener Glaubensgemeinschaften

Quelle: kathweb