Archiv für die Kategorie ‘Drogen’

La Vida Loca – ein Leben zwischen Drogen und Gewalt

Sonntag, 08. Januar 2012

Sie sind mit Tätowierungen übersäht, verständigen sich in einem eigenen Sprach-Mix aus Englisch und Spanisch und ihr Alltag besteht aus grenzenloser Gewalt, schreibt Anna-Maria Jeske in einem Artikel für Adveniat (BRD). Sie terrorisieren ganze Städte und ihre Existenz hat sich für Zentralamerika zu einem umfassenden Sicherheitsproblem entwickelt. Die Maras sind transnational vernetzte, straff organisierte Jugendbanden, die sich über Drogen- und Waffenhandel finanzieren. Sie sind hauptsächlich in den Großstädten El Salvadors und Guatemalas zu finden und kontrollieren dort ganze Stadtteile. Wo sie leben, hat das staatliche Gewaltmonopol keine Bedeutung mehr.

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>> Video-Dokumentation von Ross Kemp: Die gefährlichsten Gangs der Welt – MS13 (45 Min.)

USA setzen El Salvador auf schwarze Liste

Samstag, 17. September 2011

Die Regierung Obama hat El Salvador und Belize auf die US-Liste von Ländern gesetzt, in denen Drogen erzeugt werden oder die  eine wichtige Rolle im Drogenhandel spielen. Auf dieser Liste stehen jetzt 22 Länder, die meisten von ihnen in Südamerika. Nach Schätzungen der US-Regierung werden 90% des in Kolumbien produzierten Kokains auf dem Weg in die USA durch Zentralamerika geschleust. Die USA arbeiten im Weg einer neu geschaffenen Zentralamerikanischen Sicherheitspartnerschaft an einer Eindämmung des Drogenhandels in der Region. Dass El Salvador und Belize jetzt auf diese Liste gesetzt werden, weist auf den wachsenden Einfluss der mächtigen mexikanischen Drogenkartelle hin, die in El Salvador Allianzen mit den den Straßenbanden (”maras” eingehen. Anlässlich seines Besuchs in El Salvador im März versprach US-Präsident Obama 200 Mio Dollar für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens in Zentralamerika.

Nach Informationen des US-Regierung wird der Drogenhandel aus Südamerika derzeit immer mehr in Richtung Westafrika verlagert., von aus die Drogen dann weiter Richtung Europa und USA transportiert werden.

Quelle: upi.com

1000 illegale Waffen im Osten des Landes konfisziert

Dienstag, 23. August 2011

Die Polizei von El Salvador (PNC) gab kürzlich bekannt, dass seit Beginn des Jahres 2011 in den östlichen Landesteilen über 1000 illegale Schusswaffen konfisziert wurden. Die meisten dieser Waffen waren Revolver der Kaliber 38 und 9 Millimeter. Die Polizei fand aber auch halbautomatische Waffen. Gegenüber dem vergleichszeitraum des Vorjahrs bedeutet dies einen leichten Rückgang um 10%.

Bleibt die Frage nach der Herkunft dieser Waffen. Die Polizei nimmt an, dass noch immer Waffen aus der Zeit des Bürgerkriegs im Umlauf sind, das nicht alle dieser Waffen auch – wie im Friedensabkommen vorgesehen wurden – abgegeben wurden. Es gibt auch immer wieder Berichte über Diebstähle aus Armeebeständen oder korrupte Armeeangehörige, die Waffen der Streitkräfte gegen gutes Geld verkaufen. Unter den in diesem Jahr konfisizierten Waffen fanden sich allerdings keine aus diese Quelle.

Der Osten des Landes wird seit Jahren vom Perrones-Kartell kontrolliert. Drogen und Waffen werden über kleine Häfen ins Land geschmuggelt.

Quelle: InSight Crime; Diario de Hoy

Ausführliches Profil zum Thema öffentliche Sicherheit in El Salvador (auf Englisch) hier.

Banden als Drogenhändler

Mittwoch, 17. August 2011

Auf Al Jazeera gibt es einen Videoclip über die zunehmend enge Verflechtungen zwischen den Banden (”maras”) und den mexikanischen Drogenkartellen, wie den Zetas. Projekte, die Ausstiegsszenarien ermöglichen, sind rar und reichen nicht aus, um die sozialen Wurzeln der Gewalt auszurotten.

Quelle: Youtube

Verbindungen zwischen dem Drogenkartell “Los Zetas” und Straßenbanden

Freitag, 05. August 2011

Neue polizeiliche Ermittlungen kommen zu dem Schluss, dass eine Gruppe von Bandenmitgliedern in drei der Gemeinden mit der höchsten Gewalt und Kriminalität mit dem gefährlichsten Drogenkartell Mexikos, den Zetas gemeinsame Sache machen. Die Ermittlungen der División Central de Investigaciones (DCI) haben ergeben, dass etwa 250 Bandenmitglieder (”pandilleros”) in den Gemeinden Soyapango, Ilopango und San Martín (Vororte von San Salvador) Beziehungen mit den Drogenhändlern unterhalten. 110 der beschuldigten Bandenmitglieder befinden sich aktuell in einer Strafanstalt.

Chefermittler Marco Tulio Lima Molina ist überzeugt, dass der Drogentransfer von Süd- nach Nrodamerika durch El Salvador das wichtigste Bindeglied ist. Ein Teil der Drogenfracht gelangt allerdings auf den lokalen Markt und wird durch Kleindealer verkauft.

Im Juni meinte El Salvadors Präsident Mauricio Funes, dass die Mehrzahl der Morde im Land auf das Konto der Banden gehe und die Folge von Kämpfen um Einflusssphären auf den lukrativen Schmuggelrouten für Drogen sei. Nach Polizeiangaben werden 53% der registrierten Morde den Banden (”maras”) zugeschrieben. Die Zahl der Bandenmitglieder beträgt nach Polizeistatistiken etwa 20.000. Die meisten Mitglieder gehören zu zwei Großbanden, der Mara Salvatrucha und der Pandilla 18.

Es gibt auch Berichte, wonach die Zetas versuchen, sich in El Salvador Waffen zu beschaffen. El Faro hat überdies ein weitverzweigtes Netz von Verbindungen der Drogenkartelle zu lokalem Politikern und Sicherheitskräften entlang der Schmuggelrouten aufgedeckt (Kartell von Texis).

Quelle: Insight Crime; ContraPunto

Polizei beschlagnahmt 80 kg Heroin

Donnerstag, 04. August 2011

80 kg Heroin konnte El Salvadors Polizei auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsland in Guatemala am 3. Juli beschlagnahmen. Die Drogen waren in ausgehöhlten Holzblöcken auf einem LKW mit nicaraguanischen Kennzeichen versteckt. Zwei Männer, der Lenker und sein Beifahrer,  wurden verhaftet. Ihnen drohen Strafen zwischen 15 und 20 Jahre Gefängnis für Drogenschmuggel.  Das beschlagnahmte Kokain hat einen Marktwert von 2,1 Mio. Dollar. Es war in 80 1kg-Paketen abgepackt.

Gefunden wurden die Drogen bei einer Routinekontrolle der Grenzpolizei. Diese prüft derzeit, ob es Verbindungen der Schmuggler zu El Salvador gibt. Die Polizei geht davon aus, dass El Salvador nur als Transitland diente, schließt aber nicht völlig  aus, dass ein Teil des Kokains auch für den Markt in diesem Land bestimmt war. Die Polizei hegt den verdacht, dass die beiden Kuriere für ein Drogenkartell unterwegs waren.

Quelle: La Prensa Gráfica

Einfluss mexikanischer Drogenkartelle nimmt zu

Donnerstag, 02. Juni 2011

Eine Analyse der US-amerikanischen Anti-Drogenbehörde DEA zufolge hat sich der Einfluss mexikanischer Drogenkartelle auf die Gesellschaft in Zentralamerika weiter verschärft, berichtet Blickpunkt Lateinamerika. Nach einem Bericht der mexikanischen Tageszeitung “Diario de Yucatan”, die sich auf ein Dokument des US-amerikanischen Drogenfahnders Thomas M. Hernández beruft, versuchen die mexikanischen Kartelle “Sinaloa” und “Los Zetas” zunehmend Kontrolle über die mittelamerikanischen Vertriebsrouten zu gewinnen und die lokalen Banden zu verdrängen. Dies führe zu einer steigenden Zahl an Opfern in den Ländern El Salvador, Honduras und Guatemala.

In Guatemala und in El Salvador sei die Zahl der Opfer des Drogenkrieges mittlerweile höher als zu Zeiten des Bürgerkrieges, heißt es in dem Bericht. In Guatemala schreibe die Regierung mindestens zwei Fünftel der Morde der Drogenmafia zu. Insgesamt gelangten 95 Prozent des Kokains, das die USA erreiche, über die Route Mittelamerika – Mexiko in die Vereinigten Staaten. Die Kartelle würden besonders in den Staaten angreifen, in denen sie durchlässige Grenzen, Korruption in den Regierungen und schlecht ausgebildete und ausgestattete Polizeikräfte vorfinden. (TK)

Quelle: Blickpunkt Lateriamerika

Das Texis Drogenkartell in El Salvador

Samstag, 21. Mai 2011

Die Online-Zeitung El Faro hat nach längeren Recherchen einen Artikel über die Machenschaften des  Texis Drogenkartells in El Salvador publiziert. Dieses kontrolliert offenbar eine Drogenroute im Nordwesten des Landes. Sie verläuft von der Stadt San Fernando an der Grenze von Chalatenango und Honduras an die Grenze nach Guatemala in der Provinz Santa Ana.

Unter anderem berichtet El Faro von der Verwicklung von Polizisten, Soldaten, Richtern und Abgeordneten in den lukrativen Schmuggel von  Drogen. Mit diesem Netzwerk „wurde das Texis Kartell zum wichtigsten Akteur für jeden, der auf diesem Weg Drogen durch El Salvador schmuggeln möchte. Alle Anstrengungen, gegen diese Gruppe gerichtlich vorzugehen, verliefen im Sand, obwohl die Behörden und Regierung schon lange um die Existenz dieser Gruppe wissen und sich unter den Gründern auch wichtige Personen des öffentlichen Lebens befinden, wie Berichte beweisen,  in die El Faro Einblick nehmen konnte.“

El Faro hat jetzt enthüllt, dass das Kartell sehr bekannte Wirtschaftsreibende, Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens zu seinen Unterstützern zählt. Der führende Kopf des Kartell, bekannt als „Chepe Diablo,” ist  José Adán Salazar Umaña. Dieser ist der Präsident des Fußballverbandes, ein prominenter Hotelbetreiber und Plantagenbesitzer und … Drogenschmuggler. Laut El Faro wissen Polizei, Staatsanwalt und Armee schon lange um seine Rolle im Kartell. Zum Kartell gehören auch die Bürgermeister von Metapan und Texistepeque sowie ein Abgeordneter der Nationalversammlung.

Im Bericht von El Faro heißt es dazu: „Polizei, Armee und Gerichte kennen Chepe Diablo. Die Geheimdienstberichte, die El Faro im Zuge der Recherchen erhielt, benennen ihn als einen der Bosse des Kartells, welches die Schmuggelroute kontrolliert, die in San Fernando beginnt. Von dort verläuft sie nach Süden bis Dulce Nombre de Maria und dann weiter nach Westen durch Nueva Concepción bis zur Stadt Metapán am der Grenze zu Guatemala. Durch die Eröffnung einer neuen Autobahn, der Longitudinal del Norte, wird diese Route jetzt aufgewertet. Die Polizei bezeichnet sie als Nördliche Cocain Route oder auch als „Kleinen Pfad“.

Die Drogen kommen meist von der honduranischen Atlantikküste, wohin sie mit Schnellbooten von Kolumbien und die nicaraguanische Atlantikküste gebracht werden. Ein anderer teil der Drogen wird mit Kleinflugzeigen angeliefert, die im honduranischen Regenwald am Rio Coco landen. Von dort werden die Drogen durch Honduras an die Grenze zu El Salvador gebracht.

San Fernando ist der Umschlagplatz, wo die Schmuggelware in salvadorianische Hände übergeben wird. Kontrolliert wird die Route von Kolumbianern und Mexikanern.  Auf dieser Route werden Millionen verdient, die Bosse sind als Geschäftsleute, Plantagenbesitzer, Bürgermeister, Bandenmitglieder, Schlepper und Abgeordnete getarnt. Jeder spielt eine Rolle: Die von den Drogenhändlern korrumpierte Polizei überwacht den reibungslosen Transport der Drogen und sorgt dafür, dass es keine Kontrollen gibt und warnt vor möglichen Operationen der Sicherheitskräfte. Die Bürgermeister erteilen Baugenehmigungen und sorgen für die Geschäftsbeziehungen; sie  sind wichtige Informanten und in einem Fall sogar ein führender Kopf der Gruppe. Die Bandenmitglieder töten und bedienen den lokalen Market. Die Abgeordneten sorgen für die Beziehungen zu den höchsten Stellen im Land, und einige Richter sorgen dafür, dass es zu keinen gerichtlichen Schritten kommt.

Nach dem Bericht von El Faro beeilten sich offiziellen Stellen eine umfassende Untersuchung des Drogenschmuggels im Nordwesten des Landes zu fordern. Ein Antwort, warum das nicht schon längst geschehen ist, bleiben sie schuldig.

Die jüngsten Enthüllungen sind auch äußerst peinlich für das US Millennium Challenge Programm mit El Salvador. Diese zielte auf die Entwicklung er Nordwestregion durch den Bau einer Autobahn ab, die jetzt offensichtlich von den Drogenhändlern genutzt wird. El Faro fand auch heraus, dass ein Teil der Kredite an Mitglieder des Kartell gingen und so Geldwäsche möglich machten. Ein 600.000 Dollar Kredit für landwirtliche Entwicklung ging an eine Familie mit Beziehungen zum Drogenhandel.

Quellen: Tim’s El Salvador Blog; Insightcrime; el faro; Video: el faro

El Salvador braucht schusssichere Kleidung

Dienstag, 15. März 2011

Einfach nur schön dürfen Kleider in dem von Gewalt gebeutelten Land nicht sein, berichtet Tobias Käufer, Bogotá in der Financial Times Deutschland. Auch im Kugelhagel muss Mode noch gut aussehen – in El Salvador boomt das Geschäft mit gepanzerter Garderobe.

Soßenfleck, Laufmasche, Mottenfraß: Die klassischen Feinde der feinen Garderobe sind nichts im Vergleich zu dem, was die Kreationen von René Orlando Pineda aushalten müssen. Seine Abendkleider und Maßanzüge werden mit Neun-Millimeter-Pistolen beschossen, mit 44er-Magnums und Uzi-Maschinenpistolen.

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Quelle: fdt.de

Mexikanischer Trickle-Down-Effekt

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Übernehmen die mexikanischen Drogenkartelle Zentralamerika?

Experten schlagen Alarm. Seit die mexikanische Regierung den Drogenkartellen im Dezember 2006 den Krieg erklärt hat, weichen diese immer öfter in die benachbarten Länder südlich und nördlich der  Grenze aus und hat somit „perverse Folgen“. Im Wall Street Journal spekulierte jüngst ein Kommentar, ob dies beabsichtigt oder unbeabsichtigt sei. „Mexiko erhöht die Kosten für den Drogentransport durch sein Territorium, damit die Drogenströme anderswo hingehen.“ Und damit auch die damit verbundene Gewalt.

Verhafteter mexikanischer Drogenboss von den Zetas (2008)

Verhafteter mexikanischer Drogenboss von den Zetas (2008)

Beobachter zweifeln nicht daran, dass die Drogenbekämpfungsmaßnahmen der mexikanischen Regierung die Kartelle zwingen, anderswo aktiver zu werden und neue Operationsgebiete zu erschließen. Zwei Journalisten der Washington Post, William Booth und Nick Miroff, kommen nach intensiven Recherchen zum Schluss, dass die Aktivitäten der Kartelle ohnedies fragile Länder wie El Salvador und Guatemala noch mehr zu destabilisieren droht. Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt auch die US-Drogenbekämpfungsbehörde (DEA). „Für die Kartelle ist es in diesen Ländern ganz einfach bequemer als in Mexiko2, so David Gaddis von der DEA.

Schon jetzt gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass diese pessimistischen Einschätzungen zutreffen. Der Anstieg der Mordrate in El Salvador im Jahr 2009 um 37% war fast ausschließlich eine Folge von Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen. El Salvadors Verteidigungsminister David Munguía Payés merkte dazu lapidar an: „Je größer der Druck in Mexiko wird, umso eher suchen die Kartelle Zuflucht in Zentralamerika.“ Im September entdeckte die Polizei in El Salvador auf einer Plantage Fässer mit über 9 Mio. Dollar – offensichtlich Geld aus dem Drogenhandel.

Die Kämpfe um Einflusszonen haben sich inzwischen auf Zentralamerika verlagert. Die rivalisierenden Kartelle haben ihre Präsenz in Zentralamerika fühlbar verstärkt. Die „Zetas“, Mexikos berüchtigtstes Kartell, das aus abtrünnigen und korrupten Sicherheitskräften besteht, hat Trainings- und Rekrutierungscamps in Guatemala eröffnet.  Sowohl in Honduras wie in Guatemala gibt es Basen der Kartelle, von denen aus der Luft- und Seetransport der Drogen in den Norden kontrolliert wird.

In Zentralamerika wie in Mexiko ist Korruption schon lange weit verbreitet. Unter dem Einfluss der Drogenkartelle erreicht sie neue Dimensionen. So wurden bereits hochrangige Funktionäre und sogar Polizeichefs verhaftet. Zwei ehemalige Innenminister sind nach Haftbefehlen auf der Flucht. In El Salvador hat Korruption in der Armee und der lange regierenden rechten ARENA Tradition. Schon zur Zeit des Bürgerkriegs gab es immer wieder Berichte, dass Armee-Einrichtungen für den Drogenhandel verwendet wurden.

Die Regierungschefs Zentralamerikas fordern daher von Washington größere Mittel für die Drogenbekämpfung. Bisher erhielt Mexiko den Löwenanteil der Geldflüsse aus den USA. Allerdings gibt es wenige Illusionen über die Wirksamkeit der mexikanischen Drogenpolitik.

Quelle: nationalinterest Blog; Foto: Quetzal