Archiv für die Kategorie ‘Gewalt’

La Vida Loca – ein Leben zwischen Drogen und Gewalt

Sonntag, 08. Januar 2012

Sie sind mit Tätowierungen übersäht, verständigen sich in einem eigenen Sprach-Mix aus Englisch und Spanisch und ihr Alltag besteht aus grenzenloser Gewalt, schreibt Anna-Maria Jeske in einem Artikel für Adveniat (BRD). Sie terrorisieren ganze Städte und ihre Existenz hat sich für Zentralamerika zu einem umfassenden Sicherheitsproblem entwickelt. Die Maras sind transnational vernetzte, straff organisierte Jugendbanden, die sich über Drogen- und Waffenhandel finanzieren. Sie sind hauptsächlich in den Großstädten El Salvadors und Guatemalas zu finden und kontrollieren dort ganze Stadtteile. Wo sie leben, hat das staatliche Gewaltmonopol keine Bedeutung mehr.

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>> Video-Dokumentation von Ross Kemp: Die gefährlichsten Gangs der Welt – MS13 (45 Min.)

Trauriger Rekord: mehr als 4300 Morde 2011

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Mit mehr als 4300 Morden war das Jahr 2011 das mit den meisten Morden seit dem Ende des Bürgerkriegs 1992. Nach Angaben der Polizei wurden 2011 bis zum 26. Dezember 4.308 Menschen ermordet. Das sind 9.3% mehr Morde als im Jahr davor.

Polizeichef Carlos Ascencio hat einige Erfolge aufzuweisen. 297 Ganggruppen wurden aufglöst, von denen 124 der inzuwischen transnational operierenden Mara Salvatrucha angehören. 4000 Soldaten patrouillieren auf den Straßen und sollen für mehr Sicherheit sorgen. Ein ehemaliger General, David Munguía Payes,  ist inzwischen zum Innenminister gemacht worden. Dennoch bringt die von der Regierung verfolgte Strategie zur Bekämpfung der Gewalt und Unsicherheit nicht den gwünschten Erfolg, was sich in sinkenden Zustimmungsraten für die linke Regierungspartei und Präsident Funes niederschlägt.

Laut einem Bericht der UNO ist El Salvador das Land mit der meisten Gewalt und einer der höchsten Mordraten weltweit (62 Morde auf 100.000 Einwohner). Im Schnitt werden täglich zwölf Menschen ermordet, dazum kommen zahlreiche bewaffnete Raubüberfälle. Schätzungen sprechen von etwa 18.000 organisierten Bandenmitgliedern, die von Unternehmern und Transportformen Schutzgeld erpressen. Längst operieren auch Gruppen der (meixikanischen ) Drogenmafia im Land und schmuggeln und verkaufen dort Drogen, Waffen und selbst Menschen.

Quellen: afp

El Salvador – Land mit dem höchsten Gewaltpotential

Freitag, 28. Oktober 2011

Sechs der 14 Länder mit der meisten Gewalt weltweit liegen in Latainamerika. Das ist das Ergebnis einer Studie mit dem Namen Carga Global de la Violencia Armada (Globales Ausmaß der bewaffneten Gewalt), die unter Verwendung einer umfangreichen Datenbasis erstellt wurde. Demnach entfallen 25% der Morde weltweit auf nur 14 Länder. Die Studienautoren betonen auch, dass die Unterscheidung zwischen politischen, kriminellen und persönlich motivierten Morden immer diffuser wird, wie vor allem die Morde im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in Zentralamerika zeigen. Die Studie wurde von Cambirdge University Press publiziert.

Mordrate

Mordrate pro 100.ooo Einwohner (Durchschnitt 2004-2009). Im Länderdurchschnitt liegt dieser Wert bei 7,9.

Quelle: Voz de América

Bürgernahe Polizei in Nicaragua hält Verbrechensrate niedrig

Donnerstag, 08. September 2011

Zentralamerika: Bürgernahe Polizei in Nicaragua hält Das soge­nannte nörd­liche Dreieck Zen­tral­ame­rikas, das El Sal­vador, Hon­duras und Gua­te­mala bilden, ist eine der gefähr­lichsten Regionen der Welt. Im benach­barten Nica­ragua hält sich die Kri­mi­na­lität dagegen in Grenzen, berichtet Danilo Val­la­dares für ips. Und das, obwohl das Land eben­falls von Armut betroffen ist und eine Bür­ger­kriegs­ver­gan­gen­heit hat. Poli­ti­sche Beob­achter sehen den Unter­schied in einem stär­keren Zusam­men­halt der Gesell­schaft und einer gut funk­tio­nie­renden Bür­ger­po­lizei in Nicaragua.

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Straßengangs in El Salvador

Mittwoch, 07. September 2011

Auf YouTube gibt es einen 15-Minuten-Beitrag über die gefährlichsten Straßengangs El Salvadors, die Mara Salvatrucha und die Mara 18 sowie die Hintergründe ihres Entstehens und die Ursachen der epidemischen Gewalt. Auch die Auswirkungen auf die Gesellschaft werden nicht ausgespart. Die Strukturen der Gangs bis hin zu Gefängnissen und Drogenhandel werden aufgezeigt. Ein sehenswerter Clip (auf deutsch).

Quelle: YouTube

Die verhängnisvolle „vida loca“

Mittwoch, 31. August 2011

Zwei Jahre nach der Ermordung von Christian Póveda durch die Mara 18 – ein Bericht von Sven Schaller in Quetzal

Am 02. September jährt sich zum zweiten Mal der Mord an dem französisch-spanischen Filmregisseur Christian Póveda in einem Außenbezirk von San Salvador. Der Direktor des Filmes „La vida loca“ über die Mara 18 in El Salvador wurde von Mitgliedern eben jener Jugendbande mit vier Schüssen ins Gesicht hingerichtet. Es ist immer noch schwierig, ein Resumée über den langen Weg der Aufklärung der Tat zu ziehen. Denn obwohl sich die Polizei beeilte, einen Tatverdächtigen der internationalen Gemeinschaft zu präsentieren, wurden erst im März 2011 die Urteile über die Täter gefällt. Dennoch sind die Umstände des Mordes bis heute noch nicht restlos aufgeklärt.

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Mehr als 1000 Lehrer mit dem Tod bedroht

Donnerstag, 18. August 2011

Mehr als 1000 LehrerInnen in El Salvador werden laut einem Bericht in einer lokalen Zeitung von Jugendbanden (”maras”, “pandillas”) bedroht. Sie werden mit Schutzgeldforderungen erpresst. 2011 wurden bereits 11 LehrerInnen ermordet. Versetzungsgesuche sind zwar gesetzlich möglich, allerdings konnten bisher nur 175 von etwa 1000 LehrerInnen tatsächlich an eine Schule wechseln, wo sie nicht bedroht werden.

Die LehrerInnen werden mit dem Tod bedroht, wenn sie nicht 500, 1000 oder gar 2000 oder 3000 Dollar beztahlen, wie einige Betroffene der Lehrervertretung Sistema Educativo (Simeduco) mitteilten. Auch SchülerInnen sind Drohungen und Übergriffen ausgesetzt. Zwischen Jännen und Juli wurden 97 SchülerInnen ermordet. Die Einschüchterungsversuche kommen meist von Bandenmitgliedern, in einigen wenigen Fällen sind es Trittbrettfahrer, die nicht  dem Bandenmilieu zuzurechnen sind.

Die Täter machen sich zunutze, dass manche LehrerInnen den SchülerInnen ihre Handynummern geben. Manche Drohungen gehen auch bei der jeweiligen Schule ein. Um die Höhe des Schutzgeldes zu “berechnen”, wird das Gehalt ermittelt, das dann mit der Zahl der LehrerInnen einschließlich des Direktors multipliziert wird.

Schutzgelder werden teils als einmalige “Zahlung” eingehoben, in anderen Fällen werden sie in regelmäßigen Abständen einkassiert. Betroffen sind sowohl ländliche Regionen als auch die städtischen Zentren des Landes. Am größten ist das Problem in den großen Städten und vor allem in der Hauptstadt San Salvador. Die meisten Anzeigen kommen aus der Provinz La Libertad, wohin die Banden ihre Operationen auf der Flucht vor den schärferen Kontrollen von Polizei und Armee verlagert haben.

Simeduco schätzt, dass etwa 75% der LehrerInnen von Erpressungsversuchen betroffen ist. Die Dunkelziffer ist hoch: “Es gibt LehrerInnen, die davon erzählen, andere leiden allein, andere vertrauen sich jemandem an, erstatten allerdings keine Anzeige.”

Quelle: america.infobae; Simeduco; El Diario de Hoy

Mehr Morde und Verschwundene

Donnerstag, 04. August 2011

Nach Angaben des gerichtsmedizinischen Instituts sind allein in diesem Jahr in nur fünf Gemeinden 625 Menschen als “verschwunden” registriert worden, davon 202 in der Hauptstadt San Salvador, 117 in San Martín, 97 in Mejicanos, 118 a Soyapango und  91 in Apopa (alles Vorstädte von San Salvador). Diese Orte gehoren zu den gewalttätigsten in dem verarmten Land und sind Operationsgebiet der Jugendbanden (”maras”). Die Behörden haben keine landesweiten Statistiken.2010 “verschwanden” 1600 Menschen, von denen die meisten verschleppt, ermordet und in der Nähe von Straßen und Bächen begraben wurden.

in der letzten Juliwoche wurden zwei Jugendliche (14 und 15 Jahre) aus Mejicanos von ihren Familien als abgängig gemeldet. Ihre Leichen fand man am 30 Juli mit Schusswunden in Ayutuxtepeque, 8 km nördlich von San Salvador. Bis Ende Juli wurden in El Salvador 2.485 Menschen ermordet, was durchschnittlich 13 Morde pro Tag bedeutet. Nach einem leichten Rückgang gegenüber den Vorjahr ist die Zahl der Morde zuletzt wieder angestiegen. Allein an den beiden letzten Julitagen wurden 23 Menschen ermordet.

Nach Angaben der hauptstädtischen Polizei (PNC) gehen 80% der Morde auf das Konto der Banden (”maras”, “pandillas”), die ihr Operationsgebiet aufgrund der stärkeren Überwachung und Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt in Gemeinden im Umland verlegt haben, wie etwa Panchimalco und Tonacatepeque, wo in Folge die Zahl der Morde gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat.

Die Polizei sieht bei den meisten Morden einen Zusammenhang mit den Aktivitäten der mexikanischen Drogenkartelle wie den “Zetas”, was  zu noch größerer Brutalität führe. Wo die Drogenbanden operieren, herrsche bei der Bevölkerung ein Klima der Angst, so dass kriminelle Aktivitäten nicht angezeigt würden, so ein Sprecher der Polizei. Daher steige die Kriminalität. Ohne Mithilfe der Bevölkerung sei es allerdings schwieirig, die zuletzt wieder steigende Mordrate zu senken.

Quellen: La Pagina, Contrapunto; Contrapunto

Bauer in El Salvador nimmt Gläubige als Geiseln

Montag, 01. August 2011

José Miranda, ein Bauer und sein Sohn drangen  am Sonntag, dem 31. Juli   in eine evagelikale Kirche in Guazapa 20 km nördlich der Hauptstadt El Salvador ein. Sie nahmen dort die 30 Kirchenbesucher als Geiseln und hielten sie über Stunden fest. Unter den Geiseln waren auch Frauen und Kinder. Laut Polizeiangaben hatten der 50-Jährige und sein 17 Jahre alter Sohn Sturmgewehre (M-16) bei sich.

Die Gläubigen hielten eine traditionelle Nachtwache ab.  Es dauerte Stunden, bis  der Bauer die letzten Geiseln freiließ. Der Mann beging die Tat offenbar aus Ärger über die Ungerechtigekeit der Behörden. Eine seiner Töchter war kürzlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Quelle: El Nuevo Herald

Waffenverbot für Zivilisten in mehreren Regionen des Landes

Montag, 01. August 2011

Am 30. Juli verbot Präsident Funes mittels Erlass Zivilisten in der Hauptstadt und weiteren 26 Gemeinden des Landes Feuerwaffen zu tragen. Betroffen sind Gemeinden mit den höchsten Mord- und Kriminalitätsraten. Der Pressesprecher des Präsidenten, David Rivas, gab bekannt, dass der Präsident auf Antrag des Ministers für Justiz und öffentliche Sicherheit 27 entsprechende Erlässe unterzeichnete. Die Regierung entspräche damit den Wünschen der jeweiligen Gemeinderäte. Das Verbot gilt zunächst für 60 Tage. In einzelnen Gemeinden haben auch die Bürgermeister schon solche Verbote ausgesprochen, allerdings meist nur für kürzere Zeiträume. Ein ähnliches Verbot gab es bereits während der Karwoche, allerdings nicht für die Hauptstadt.

Solange das Verbot in Kraft ist, dürfen nur Polizisten, Soldaten und Mitglieder privater Sicherheitsdienste Feuerwaffen tragen. Es gilt für das gesamte Gemeindegebiet. Auf der Liste befinden sich einige Gemeinden in der Provinz Sonsonate, welche laut Behördenangaben inzwischen die höchsten Mordraten im Land aufweisen. Das Verbot für San Salvador schließt auch die umliegenden Vorstädte ein, in denen die Straßenbanden Mara Salvatrucha und M 18 operieren. Sie haben in den letzten Jahren ihr Operationsgebiet ausgeweitet und einige früher sehr sichere Gemeinden zu Zentren der Kriminalität gemacht.

Rivas betonte, dass die Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt hätten, dass solche Verbote die Gewaltkriminalität beträchtlich gesenkt hätten, nämlich die Zahl der Morde um 12%, der Verletzungen um 40% und die der Raubüberfälle um 7%. Sollten die neuen Verbotszonen effektiv sein, ist eine Verlängerung der Maßnahme während der Regierungszeit von Funes angedacht.

Zur Durchsetzung der Verbote kündigte der Präsident verstärkte Patrouillen der Polizei in verschiedenen Regionen des Landes an.  Diese Maßnahme soll dazu beitragen die zuletzt wieder gestiegene Zahl der Morde zu reduzieren. Außerdem hofft die Regierung damit auch die Verkehrssicherheit zu erhöhen und schwere Verkehrsunfälle wie am Sonntag, dem 31. Juli (13 Tote und 30 Verletzte) zu verhindern.

Quelle: El Universal; Bildquelle: IDELCA