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Das Comeback des Kaffee?

Von Alberto Barrera

.Die Produktion von Kaffee, des wichtigsten Devisenbringers El Salvadors, scheint sich sehr zur Freude der Produzenten zu erholen.
Fördermaßnahmen zur Ankurbelung der Produktion, höhere Preise, um 200 Mio. Dollar höhere Verkaufserlöse gegenüber den Vorjahr, erfolgreiche Bekämpfung der Schädlingsplage und eine verbesserte Produktion haben das Geschäft mit dem Kaffee neu belebt.
Allerdings sind viele Produzenten hoch verschuldet, denn in den letzten Jahren wurden zahlreiche Plantagen vernachlässigt. Ein erheblicher Teil der 23.000 Kaffeeproduzenten leiden nach wie vor unter der Krise, die der Preisverfall von Kaffee 2001 ausgelöst hatte. Sie häuften hohe Schulen an, die sie jetzt noch immer abzahlen müssen.

Vor allem die durch die Landreform entstandenen Kooperativen können ihren Verbindlichkeiten nicht nachkommen und schreien um Hilfe, aber der einzige Zugang zu Darlehen sind die Banken.
Man darf auch nicht vergessen, dass die Krise viele Produzenten zwang, ihre Fincas aufzugeben und auf andere Produktionen umzustellen. Das betraf auch Gebäude und deren Ausstattung, wo Kaffee verarbeitet wurde.
Nach Angaben des Vorsitzenden von Procafé gingen zwischen Juni 2001 und Juli 2004 30.088 Manzanas (1 Manzana ist ~ 0,7 ha) Kaffeeanbauflächen verloren. Dieser Verlust an Kaffeebäumen hat auch zu einer Beeinträchtigung der Umwelt geführt. Procafé rechnet 2006/07 (die Ernte beginnt am 1. Oktober) mit einer Steigerung von 3,7% und damit gute Verkaufschancen für den wegen seiner guten Qualität geschätzten "Aromático"-Kaffee.

Spezialkaffees
Einer der Gründe für das Comeback das Kaffees ist die Auszeichnung von Spezialsorten, wie etwa durch die "Taza de la Excelencia" des Nationalen Kaffeerates, was zu einer Qualitätssteigerung und ziemlich rentablen Preisen geführt hat.

Die vierte "Taza de la Excelencia" zeichnete 23 Kaffeesorten aus, die im Juni über Internet versteigert wurden. Das beste Ergebnis erzielte ein Kaffee, der in der Finca Las Mercedes am Vulkan El Tigre angebaut wurde. Diese Finca liegt in einem ehemaligen Kriegsgebiet in Usulután.

Ricardo Espitia, der Exekutivdirektor des Nationalen Kaffeerates in einem Interview mit Raíces:

Wie war die vierte Auflage der Taza de la Excelencia"?

Die Qualität ist besser als in den Jahren davor, auf jeden Fall ist sie besser als im Vorjahr. Außerdem können wir eine größere Anzahl von Preisen vergeben, an 23 Fincas, die meisten davon in Apaneca und Lametepec in Chalatenango und zum ersten Mal geht eine Auszeichnung in den Osten, womit sich zeigt, dass nicht nur der westen traditionell gut Qualität liefert.
Die im Wettbewerb vertretenen Fincas aus Chalatenango waren am erfolgreichsten. Von drei teilnehmenden Fincas wurden drei von der national und international zusammen gesetzten Jury ausgezeichnet. Auf dem nächsten Platz folgt La Libertad, wo die wenigen Fincas, die sich beteiligten sehr erfolgreich waren. Wir werden uns daher im nächsten Jahr auf diese Regionen konzentrieren, weil wir wissen, dass sie gute Qualität liefern, auch wenn wir die Produzenten dort erst davon überzeugen müssen. Es zeigt sich, dass die Höhenlage wichtig für die Qualität ist, aber nicht allein entscheidend, denn in La Libertad haben wir mittlere Lagen. Und wir produzieren in diesen mittleren Lagen annähernd so weil Kaffee wie in Hochlagen.

Haben auch kleinere Produzenten teilgenommen?

Es war so wie in all den Jahren davor. Die Teilnehmerschaft widerspiegelt die Besitzverhältnisse
Es beteiligen sich mehrheitlich kleinere und mittlere Produzenten.

Gibt es mehrmalige Gewinner?
Es gibt Fincas, die schon einmal gewonnen haben, sich erneut beteiligen und wieder gewinnen. Andere Gewinner haben sich in diesem Jahr nicht beteiligt. Einige Gewinner nehmen nicht mehr teil, weil sie fürchten ihren guten Ruf zu verlieren, was aber eigentlich nicht zutrifft. Niemand erwartet, dass eine Finca jedes Jahr gewinnt. Einige Käufer wünschen, dass sich ehemalige Gewinner beteiligen. Andere beteiligen sich nicht, weil sie schon fixe Käufer gefunden haben.

Kaffeeschädlinge
Wie wirkt sich Schädlingsbefall auf die Ernte aus?
Traditionelle Schädlinge wurden erfolgreich bekämpf, weil die Produzenten jetzt bessere Mittel dazu haben. Die Auswirkungen des Schädlingsbefalls variieren in den einzelnen Provinzen, sie hängen außerdem von der Wirtschaftslage ab. In den Zeiten des Preisverfalls haben viele Produzenten Schädlinge nicht bekämpft.
Wir verwenden chemische Mittel, in den letzten Jahren setzen wir aber auch auf veränderte Produktionsmethoden, wie Schneiden der Bäume, Gebrauch von Fallen, biologishce Schädlingsbekämpfung und bestimmte Pilze, wir sprechen von einer "integralen Schädlingsbekämpfung".

Quelle: Raíces, 13. Juni 2006.

     
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